30 Jahre Nvidia: GPU-Revolutionäre und Technik-Innovatoren

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
30 Jahre Nvidia: GPU-Revolutionäre und Technik-Innovatoren
Quelle: Nvidia

Sie zogen aus, um Games hübscher zu machen und gehören mittlerweile zu den wichtigsten Unternehmen im Bereich der KI. Die Geschichte von Nvidia!

Kurz gesagt: Die GeForce 256 war rasend schnell und etablierte sich als Standard in der Branche, an dem sich jeder weitere Chipsatz messen lassen musste. Bereits ein Jahr später veröffentlichte Nvidia das Nachfolgermodell. Dieses erschien in einer Reihe von Versionen - beispielsweise als GeForce2 MX, als GeForce 2 PRO oder 2001 als GeForce2 Ti. Die Unterschiede lagen hier beispielsweise im Takt, der bei der MX-Edition bei 166 Mhz, bei der Ultra-Variante jedoch bei 230 Mhz lag. Die Weiterentwicklung der GPU-Funktionalität und das Ausbauen der Funktionen waren 2000 die eine, die wirtschaftliche Expansion die andere Seite der Medaille. Nvidia kooperierte mit Microsoft und entwickelte die Grafiktechnologie für die Ende 2001 erscheinende erste Xbox-Generation. Darüber hinaus kauften die Kalifornier die eigene Konkurrenz und übernahmen 3dfx. In den Folgejahren baute man die Vormachtstellung im GPU-Sektor weiter aus.

Rasend schnelle Entwicklung

Nvidia dominierte den GPU-Markt zu Beginn der 2000er und wurde 2002 etwa von Fortune zu Amerikas am schnellsten wachsenden Unternehmen gekürt. In diesem Jahr verleibte man sich etwa den Render-Software-Hersteller Exluna ein. Die Expansion in neue oder auch das Portfolio ergänzende Geschäftsfelder sollte aber noch weiter zunehmen.

2003 übernahm Nvidia zum Beispiel den Mobile-Technik-Anbieter Media Q für 70 Millionen Dollar. Jen-Hsun Huang kommentierte die Akquise damals mit den Worten: "Mit dieser Übernahme untermauert Nvidia seine Strategie, die Marktreichweite unserer Plattform auszuweiten und unseren Einstieg in den Wireless-Mobil-Markt zu beschleunigen."

Curtis Priem zog sich derweil 2003 von seiner Position bei Nvidia zurück. Huang und Malachowsky sind bis heute in führenden Positionen bei Nvidia tätig.

Die Folgejahre gingen in diesem Tempo weiter: 2004 kauft Nvidia die Netzwerk- und Speicherexperten iReady und arbeitete erstmals mit der Weltraumbehörde NASA zusammen. Die Aufgabe des GPU-Herstellers bestand darin, gelieferte Daten mit der hauseigenen Technik in fotorealistische VR-Welt zu konvertieren.

Diese sollten den Wissenschaftlern die Forschung erleichtern. Im selben Jahr brachte man übrigens Grafikkarten mit SLI-Technologie (kurz für Scalable Link Interface) auf den Markt. Mit dieser war es möglich, mehrere GeForce-Karten in Reihe zu schalten, um so das Rendern der Grafiken zu beschleunigen. Auch dieser Trend machte Schule: 2005 zog Konkurrent ATI mit der sogenannten Crossfire-Technologie nach.

Wo wir schon im Jahr 2005 sind: Hier kündigte Nvidia unter anderem die Zusammenarbeit mit Sony in Hinblick auf die 2006 veröffentlichte Playstation 3 an.

Außerdem übernahm man Chipsatzteilezulieferer ULi Electronics und veröffentlichte die seit 2004 in der Entwicklung befindliche Programmierschnittstelle beziehungsweise Prozessorarchitektur CUDA (kurz für Compute Unified Device Architecture). Diese ermöglicht das Erstellen von Apps, bei denen bestimmte Arbeiten in die GPU ausgelagert werden können, um dadurch die Systeme zu entlasten.

Jen-Hsun Huang präsentiert Pascal-Grafikchiparchitektur. Quelle: Nvidia Jen-Hsun Huang präsentiert Pascal-Grafikchiparchitektur. Der eigentliche GPU-Markt konsolidierte in dieser Zeit stark: Prozessorhersteller AMD übernahm auch Nvidias ärgsten Mitkonkurrenten ATI. Im ersten Quartal des Jahres 2007 erreichte Nvidia erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar, akquirierte aber auch Halbleiterzulieferer und Soft- beziehungsweise Firmware-Hersteller Portalplayer.

Obendrein hagelte es Ehrungen wie etwa "Unternehmen des Jahres 2007" (Forbes) oder einen Emmy Award für seine Innovationen bei Grafikprozessorentechnologien. In diesem Jahr veröffentlichte Nvidia zudem High-Performance-GPGPUs (General Purpose Computation on Graphics Processing Unit) in der sogenannten Tesla-Serie.

Im Folgejahr weitete Nvidia das Geschäftsmodell auf den mobilen Computermarkt aus und stellte den Laptop-Prozessor Tegra vor. Außerdem kooperierte man mit Apple, die den GeForce 9400M in MacBooks, MacBook Airs und Tablets verarbeiten.

Nvidia Isaac Plattform in Verbindung mit Jetson-Chipsatzes Quelle: Nvidia Zugleich geriet das Unternehmen aber auch ins Kreuzfeuer und wurde in den USA aufgrund fehlerhaft ausgelieferter Chipsätze bei Laptop-Modellen von Apple, Dell und HP verklagt.

Für diesen Zweck legte man Rücklagen von 200 Millionen Dollar an. 2010 erreichte Nvidia schließlich eine Einigung und ersetzte beziehungsweise reparierte betroffene Geräte. Obendrein gab es auch 2008 noch eine wichtige Akquise: Nvidia schluckte Ageia, einen Entwickler für Gaming-Physiktechnologie und kündigte an, diese Technik in zukünftige GPU-Projekte zu integrieren.

2009 begann die Zusammenarbeit mit Google, um Tegra für Android-Systeme startklar zu machen. Diese Kooperation ist kein Zufall, schließlich basierte die 2013 veröffentlichte Streaming-Plattform Nvidia Shield auf einem Android-Betriebssystem.

Bevor das allerdings so weit war, stellte Nvidia die nächste Generation seiner Grafikprozessorarchitektur CUDA unter dem Titel "Fermi" im Rahmen der ersten GPU Technology Conference vor. Dazu präsentierte man mit der 3D-HD-Vision eine entsprechende 3D-Brille auf der Technik-Messe CES in Las Vegas.

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