Nvidia RTX 4080 und 4090: Zukunftsaussichten und Feature-Flut - Fluch oder Segen?
Kolumne
Nvidia hat die GeForce RTX 4090, die im Oktober erscheinen wird, sowie für November die GeForce RTX 4080 vorgestellt. Zusammen mit den neuen Grafikbeschleunigern gibt es abermals mehr Kerne für Raytracing, und die KI-basierte Technik DLSS wird stark verbessert. Wie sieht die Gaming-Zukunft mit der neuen Nvidia-Generation aus, und was ist von der Feature-Flut zu halten?
Am gestrigen Dienstag, den 20. September 2022, hat Nvidia zwei neue RTX-Grafikkarten vorgestellt, die gleichzeitig auch die neue GPU-Architektur "Ada Lovelace" einführen: Die GeForce RTX 4080 und 4090. Im Vergleich zu den RTX 3000er-Modellen setzt Nvidia dabei nicht einfach nur auf eine veränderte Architektur zur Effizienzsteigerung, sondern auch auf mehr und modernere Tensor- und RT-Kerne, um für künftige Games mit noch mehr optionalen Grafikfeatures gewappnet zu sein. Mit dem Plus an Spezialkernen soll vor allem dann, wenn man Raytracing und/oder DLSS nutzt, das Leistungsplus deutlich höher ausfallen als im normalen Grafikmodus. Die RT-Kerne sind für das Raytracing zuständig, die Tensor-Kerne für KI-Grafikberechnungsoptionen wie eben durch DLSS. Hinzu kommt der Leistungsgewinn durch die restlichen Architekturverbesserungen der neuen GPUs im Vergleich zur vorigen Generation.
Aus all diesen Gründen spricht Nvidia auch davon, dass die neue GeForce RTX 4090 im Vergleich zur RTX 3090 Ti bis zu viermal schneller sei. Auch die neue GeForce RTX 4080 soll im Vergleich zur RTX 3080 jeweils bis zu viermal mehr leisten. Damit sind aber eben nicht die puren Leistungsgewinne durch die Kernaufgaben der GPU, sondern die resultierenden FPS-Werte mithilfe der Zusatztechniken gemeint. Doch was ist davon zu halten? Ich schildere hierzu in dieser Kolumne meine Meinung und Eindrücke.
In diesem Artikel
Was zählt, ist die Leistung, oder?
Spielt es denn am Ende überhaupt eine Rolle, woher die FPS kommen? Meiner Meinung nach sind die Features und Techniken, die abseits der eigentlichen Kernkompetenz einer GPU bei der Berechnung von Grafik helfen, gleichzeitig Fluch und Segen. Ich selbst habe eine GeForce RTX 3060 Ti und finde bereits das aktuelle DLSS eine tolle Sache.
Durch die Technik bekommt ein Game, welches DLSS bietet, einen enormen Schub, ohne dass die Grafik sichtbar darunter leidet. Das neue DLSS soll noch stärker sein - auf der Website von Nvidia gibt es unter anderem ein Vergleichsvideo, bei dem die neue GeForce RTX 4090 mit aktiviertem Raytracing ohne DLSS in Cyberpunk 2077 nur 22 FPS schafft, bei aktiviertem DLSS der 3. Generation aber 85 FPS erreicht.
Ob dies repräsentativ ist, sei dahingestellt. In jedem Falle wird aber DLSS 3 für einen weiteren Schub im Vergleich zu DLSS 2 sorgen. AMD hat hier inzwischen mit FSR 2.0 eine gute Konkurrenz, aber der Vorteil von Nvidias DLSS war lange Zeit frappierend.
Auch die Bestandteile des Bildes, die via der Raytracing-Technik RTX berechnet werden können, sind in vielen Games ein klarer qualitativer Zugewinn und wären ohne die speziellen TR-Kerne nur mit massiven Leistungseinbrüchen möglich. Hier hat AMD auch noch Nachholbedarf. Okay, das war bisher nun eher Segen als Fluch - wo liegen die Haken? Dazu komme ich auf der nächsten Seite.
