Gaming-Notebooks: Kühlung und die Leistung der GPUs

Special Antonio Funes
Gaming-Notebooks: Kühlung und die Leistung der GPUs
Quelle: Gigabyte

Wir geben euch Kauftipps zu Notebooks mit einer Leistungseinordnung von mobilen GPUs und bieten eine Marktübersicht mit 30 brandneuen RTX 4000-Notebooks.

Gaming-Notebooks: Angepasste GPUs

Vor allem die Kühlung eines für Spiele geeigneten Grafikchips ist kompliziert, sodass in Notebooks die GPUs im Vergleich zu ihren Desktop-Geschwistern immer ein wenig verändert werden - und zwar natürlich in dem Sinne, dass das Leistungspotenzial beschnitten wird, um weniger Energie zu benötigen und weniger Abwärme zu erzeugen. Dies können Dinge sein wie ein geringerer Takt, weniger Shadereinheiten und/oder ein deutlich begrenzter maximal zulässiger Strombedarf (Power Target). Es geht beim Takt aber nicht darum, dass man bei einer Notebook-GPU pauschal zum Beispiel 1500 MHz nicht überschreiten möchte, sondern es geht um den Takt im Vergleich zur Desktop-Version der jeweiligen GPU. Denn auch relativ schwache GPUs können einen sehr hohen Takt haben, ohne ein stromfressender Hitzkopf zu sein.

Häufig ist es folgendermaßen: Eine Desktop-GPU aus einer Grafikkarten-Reihe X wird modifiziert und kommt in Notebooks zum Einsatz, wo sie dann als mobilen Namen die nächsthöhere Reihenbezeichnung erhält. Das heißt: In einer mobilen RTX 4090 steckt beispielsweise als Basis die GPU AD104, die ansonsten in einer Desktop RTX 4080 steckt. Zusätzlich ist in unserem Beispiel der Strombedarf auf 150 Watt beschränkt, was weniger als die Hälfte der AD104 bei der Desktop RTX-4080 ist.

Anders wäre eine Kühlung in einem 15 bis 18 Zoll-Notebook bei so starken GPUs allerdings auch nicht sinnvoll machbar - ein Strombedarf von 300 Watt, wie bei der Desktop RTX 4080, bedeutet nämlich eine ähnliche hohe mögliche Abwärme (TDP), die einen sehr mächtigen und somit raumeinnehmenden Kühler benötigen würde. Immerhin bietet aber ein Notebook mit einer mobilen RTX 4090 in etwa so viel Leistung wie ein PC mit einer GeForce RTX 3080 Ti, vielleicht sogar etwas mehr Leistung - hier fehlen derzeit noch genügend Vergleichstests zur Einschätzung.

Leistung der mobilen Grafikkarten

Die mobile GeForce RTX 4090 ist nur ein Beispiel von vielen - die folgende Tabelle zeigt euch die aktuell wichtigen aktuellen mobilen Gaming-Grafikkarten inklusive ihrer GPUs - als Vergleich haben wir dazu noch in der Spalte "Desktop-Verwendung" vermerkt, welche Grafikkarten-Reihe im Desktop-Bereich die jeweilige GPU-Basis ebenfalls verwendet. Natürlich ist die GPU bei Desktop-Modellen jeweils leistungsfähiger als die mobile Version, wie wir bereits erklärt hatten:

Notebook-Grafikkarte In Notebooks ab etwa Verwendete mobile GPU Basiert auf Desktop-GPU Desktop-Verwendung
Nvidia GeForce RTX 4050 1300 Euro GN21-X2 evlt. AD107 Noch keine Desktop-GPU
Nvidia GeForce RTX 3060 800 Euro GN20-E3 GA106 RTX 3050, 3060
Nvidia GeForce RTX 3070 1200 Euro Gn20-E5 GA104 RTX 3060 Ti bis 3070 Ti
Nvidia GeForce RTX 4060 1300 Euro GN21-X4 evlt. AD107 Noch keine Desktop-GPU
Nvidia GeForce RTX 3070 Ti 1450 Euro GN20-E6 GA104 RTX 3060 Ti bis 3070 Ti
Nvidia GeForce RTX 3080 1500 Euro GN20-E7 GA104 RTX 3060 Ti bis 3070 Ti
Nvidia GeForce RTX 3080 Ti 2800 Euro GN20-E8-A1 GA103S Siehe Hinweis unter Tabelle
Nvidia GeForce RTX 4070 1700 Euro GN21-X6 evtl. AD106 Noch keine Desktop-GPU
Nvidia GeForce RTX 4080 2600 Euro GN21-X9 AD104 GeForce RTX 4070 Ti
Nvidia GeForce RTX 4090 4400 Euro BN21-X11 AD103 GeForce RTX 4080

Hinweis: Eine Desktop-Grafikkarte mit einem GA103S gibt es nicht. Die GPU der mobilen RTX 3080 Ti liegt zwischen der GA102 (RTX 3070 Ti, 3080) und GA104 (RTX 3060 Ti bis 3070 Ti).

Asus ROG Strix G16 Serie Quelle: Asus Asus ROG Strix G16 Serie Die mobilen Grafikkarten-Reihen haben wir nach Leistung geordnet, wobei die Einstufung aus den nicht immer eindeutig ist. Denn der eine Hersteller beschneidet die GPU noch weiter als vorgesehen, der andere hingegen gibt beim Takt etwas mehr dazu als üblich. So kann es vorkommen, dass zwei Notebookmodelle mit - auf dem Papier - identischen CPUs und GPUs bei der Spieleleistung bis zu 20 Prozent auseinanderliegen.

Eine sehr gute Übersicht bietet hier die Website Notebookcheck, die auch zahlreiche Notebooks testet. Auch die CPU kann ein großer Faktor sein - auch hier sind je nach Spiel ebenfalls durchaus 20 Prozent und mehr Unterschied möglich, selbst wenn die GPUs technisch gesehen identisch sind.

Dies erleichtert die Suche nach einem passenden Notebook nicht, denn es kann passieren, dass ihr euch ein Notebook mit einer GeForce RTX 3070 Ti und einem Intel Core i7 kauft, das in Games sogar langsamer als ein anderes Notebook mit einer RTX 3070 und einem Intel Core i5 ist.

AMD spielt übrigens bei Grafikkarten für Notebooks leider fast keine Rolle - es gibt nur wenige Notebooks, die eine mobile AMD-Grafikkarte verwenden. Die erhältlichen spielefähigen AMD-GPU-Reihen sind die Radeon RX 6650M, 6700M, 6700S, 6800M, 6800S, und 6850M XT - es gibt pro Reihe nur 1 bis 4 Notebook-Modelle im Handel. Ausnahme ist die 6800M, mit der es 8 Notebooks ab 1600 Euro im Handel gibt. Sie ist vergleichbar mit einer mobilen GeForce RTX 3070.

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