Ihr wollt ewig leben und Kriminalfälle lösen? Dann ist Nobody Wants To Die euer Spiel!
Special
Hunde, wollt ihr ewig leben? Na klar! Dass einem das aber alles andere als leicht gemacht wird, beweist das Detektiv-Adventure Nobody Wants To Die in der Vorschau.
Erinnert ihr euch noch an Murdered: Soul Suspect? Das ist vor einigen Jahren erschienen, war ein Detektiv-Abenteuer, in dem man übernatürliche Fälle lösen musste und nicht sonderlich gut.
Um den Zeitpunkt des Releases herum und danach erschienen auf jeden Fall, warum auch immer, relativ viele Adventure-Detektivspiele nach dieser modernen Machart, obwohl es nicht so scheint, als wäre das Genre bei Spielern jetzt wahnsinnig populär. Sicher beliebt, aber dieser Boom kam dann doch eher aus dem Nichts.
I'm Detektiv-Man!
Vielleicht geht dieser Detektiv-Drang der Entwickler auf die Batman-Arkham-Spiele zurück, bei denen ein ähnliches Prinzip sicher nicht zum ersten Mal, aber sehr kompetent und in einer Blockbuster-Produktion umgesetzt wurde: Wir erforschen Tatorte, sammeln Beweise und rekonstruieren den Tathergang, meist im wahrsten Sinne des Wortes, sodass wir das Geschehen dann in einer Art interaktivem, vor- und zurückspulbaren Film vor uns ablaufen sehen.
Im Bereich der Spiele mit Mittelklasse-Budget, deren Reiz Kollegin Toni kürzlich sehr gut zusammengefasst hat, hat sich das Genre etabliert und nur geringfügig geändert, und mit Nobody Wants To Die steht in Kürze ein weiterer - und durchaus vielversprechender, sofern man dieser Adventure-Art etwas abgewinnen kann - Vertreter in den Startlöchern.
Mittel zum Ermitteln
Statt Magie wie in Murdered: Soul Suspect steht hier ganz Batman-like Technologie im Mittelpunkt. Reconstructor heißt das wunderbare Mumbo-Jumbo-Technikteil, das Ermittler und Protagonist James Karra, den wir aus der Egoperspektive durch die Ermittlungen scheuchen, an seinen linken Arm geklemmt hat.
Im Jahr 2329 hat die Menschheit durch Bewusstseinsübertragung das ewige Leben zur Realität gemacht. Das Ergebnis ist aber keine Gesellschaft voller Friede, Freude, Eierkuchen, stattdessen ist dieser Luxus nur den reichsten der Gesellschaft vorbehalten - und Korruption und Mord stehen weiterhin an der Tagesordnung.
Quelle: Plaion/Critical Hit Games
Über die Rolle des bärbeißigen James und seiner Headset-Begleiterin Sara in diesem ganzen Geflecht verrät die Gameplay-Demo, die wir uns ansehen, aber noch nicht selbst spielen durften, noch wenig. Das Duo will den Mächtigen auf jeden Fall auf die Finger hauen und wird deswegen von den - scheinbaren - Gesetzeshütern gejagt.
James Shrugged
Die Atmosphäre setzt voll auf Film Noir, samt (bewusst?) käsiger Dialoge, und wir sind ein wenig enttäuscht, dass die Entwickler nicht selbst einen Begriff wie Future-Noir, Tech-Noir, Sci-Fi-Noir oder Retro-Future-Tech-Film-Sci-Fi-Noir für die Bewerbung ihres Spiels benutzen, sondern wir diese Vorschläge hier selbst in den Ring werfen müssen.
Technisch dürfte das Ding trotz Unreal Engine 5 niemanden vom Hocker hauen, es sieht aber durchaus gut aus und arbeitet im Bereich der künstlerischen Gestaltung mit klar neoklassizistischen Einflüssen, wie man sie etwa auch aus Bioshock 1 und 2 kennt.
Quelle: Plaion/Critical Hit Games
Ja, und spielerisch? Hm. Keine Frage, ein Spiel wie Nobody Wants To Die wird vor allem von der Geschichte leben, und wie James die verschiedenen Vorfälle am gezeigten Tatort in der Demo rekonstruiert und fröhlich das Geschehen vor- und zurücklaufen lässt, wirkt stimmig. So, wie man es aus zahlreichen anderen Spielen kennt, aber stimmig.
Es wirkt aber auch sehr linear. Klar, das mag ein sehr früher Tutorial-Fall sein, den wir zu sehen bekamen, aber abseits einiger Dialogentscheidungen im Gespräch mit Sara erscheinen uns die Schlüsse, die man zieht, komplett vorgegeben. Zwar hat man neben dem Reconstructor selbst einige nette Spielzeuge wie eine UV-Lampe und ein Röntgengerät im Gepäck, deren Einsatz wirkte im Gameplay aber alles andere als dynamisch.
Immer geradeaus!
Macht ja nix, am Ende geht es immer um die Intention der Entwickler, und die scheint zu sein, eine intensive, vorgegebene Handlung zu erzählen. Trotzdem fänden wir es reizvoll, wenn man im fertigen Spiel auch mal Fehler machen und falsche Schlüsse ziehen kann und dann mit den Konsequenzen umgehen muss.
Nach unseren ersten längeren Eindrücken aus dem Spiel wollen wir auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht, und wenn das gelungen ist, ist das ja schon mal ein gutes Zeichen.
Bildergalerie
Wann erscheint Nobody Wants To Die?
Lange warten müssen wir übrigens nicht mehr, um selbst Hand anzulegen und unser Detektivtalent unter Beweis zu stellen. Nobody Wants To Die erscheint am 17. Juli 2024, und zwar für den PC (via Steam) und für Playstation 5 und Xbox Series X/S. Eine Umsetzung für die Nintendo Switch ist offenbar nicht geplant.
