No Straight Roads in der Vorschau: Wie sehr rockt das Rhythmus-Actionspiel?
SpecialJetzt ist es an der Zeit, die Gitarren zu stimmen und die Verstärker voll aufzudrehen, denn No Straight Roads nimmt uns mit auf ein musiklastiges Action-Adventure, in dem sich alles um Rock dreht. Doch rockt der Tttel auch spielerisch gekonnt, oder klimpert er eher unbeholfen vor sich hin? In unserer Vorschau konnten wir das herausfinden.
In No Straight Roads schlüpfen wir in die Haut einer zweiköpfigen Indie-Rock-Band namens Bunk Bed Junction. Mit den beiden Mitgliedern Mayday und Zuke erleben wir jedoch kein Musikspiel, jedenfalls nicht so richtig. Stattdessen prügeln wir uns, bewaffnet mit unseren Instrumenten, actionreich durch die einzelnen Herausforderungen.
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Das Timing gegnerischer Angriffe und beweglicher Umgebungsobjekte richtet sich dabei am Soundtrack des jeweiligen Levels aus, wodurch ein interessanter Mix aus Action- und Rhythmus-Spiel zustande kommt. Aufgrund einer großen Schwäche des Titels konnten wir jedoch noch nicht so ganz in den Vibe kommen.
Talkin' About A Revolution
Quelle: PC Games
No Straight Roads in der Vorschau: Wie sehr rockt das kommende Rhythmus-Actionspiel?
Die Story von No Straight Roads (jetzt kaufen 21,81 € ) ist recht schnell erklärt und doch ziemlich originell. Die Protagonisten Mayday und Zuke wollen mit ihrer Band Bunk Bed Junction an einer Casting-Show in der Stadt Vinyl City teilnehmen. Doch als Indie-Rock-Band hat man in Vinyl City kein leichtes Leben. Die Stadt befindet sich nämlich in der Kontrolle der teuflischen NSR, die nur eine einzige Musikrichtung toleriert: EDM.
Also werden Mayday und Zuke von allen Juroren der Casting-Show abgewählt und auf ihren Heimweg geschickt. Kurz darauf dreht die NSR auch noch der ganzen Stadt den Strom ab, um diesen voll und ganz auf ihre eigenen Einrichtungen und Party-Hotspots umzuleiten. Das ist schließlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Bunk Bed Junction beschließen kurzerhand eine Rock-Revolution gegen die EDM-Diktatur.
Like A Boss
Folglich ziehen wir in den musikalischen Krieg gegen die Mitglieder der NSR. Hier gestaltet sich No Straight Roads wie ein klassischer Boss Rush, ab und an wird dieser aber durch ein paar kurze Platformer-Level aufgelockert, die bezüglich ihrer Machart ein wenig an Cuphead erinner n. Abseits davon kämpfen wir aber einfach gegen einen Boss nach dem anderen. Während der Kämpfe können wir sowohl Mayday als auch Zuke steuern. Mit einem einzelnen Tastendruck können wir im Singleplayermodus zwischen den beiden Charakteren hin- und herwechseln, im Couch-Koop darf jeder Spieler natürlich die Kontrolle über einen der Charaktere übernehmen.
Quelle: PC Games
No Straight Roads in der Vorschau: Wie sehr rockt das kommende Rhythmus-Actionspiel?
Mayday kann mit ihrer Gitarre starke, aber langsame Schläge ausführen, Zuke greift stattdessen mit seinen Drumsticks in schnellen Kombo-Attacken an. So wirklich kam es in der Test-Version aber noch nicht darauf an, mit diesem Feature klug zu taktieren, denn in der reinen Handhabung gab es keine großen Unterschiede zwischen den beiden. Beide können die gleiche Fernkampfattacke, denselben Ausweich-Move und auch ein Solo aufs Parkett legen, womit interaktive Objekte in der Umgebung aktiviert werden können. Lediglich dann, wenn sich die Energieleiste unserer Figur dem Ende zuneigt, sollten wir schnell zum anderen Charakter wechseln. Denn wird einer der beiden besiegt, dann müssen wir den Level noch einmal ganz von vorn starten.
Haben wir einen Boss erstmal bewältigt, dann schließen sich je nach Rang neue Fans unserer kleinen Band an. Diese fungieren als Skillpunkte, mit denen wir in der Hub neue Fähigkeiten und Boni erwerben können. Auch können wir immer wieder Aufkleber finden, mit welchen wir unsere Instrumente verzieren können. Diese geben uns einen vorrübergehenden Buff, der nach dem nächsten Kampf endet. Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten lässt sich vermuten, dass die Wahl zwischen Mayday und Zuke im späteren Spielverlauf eine wesentlichere Rolle spielen wird.
Ein bisschen Scham muss sein
Quelle: PC Games
No Straight Roads in der Vorschau: Wie sehr rockt das kommende Rhythmus-Actionspiel?
Während die Story von No Straight Roads ziemlich originell daherkommt und die Welt, in der sich alles bis ins kleinste Detail um Musik dreht, ihren ganz eigenen Charme versprüht, sorgen die Dialoge oft für fassungsloses Stirnrunzeln. Keinesfalls meinen wir hiermit die Vertonung, diese ist erstklassig und die Synchronsprecher geben sich allergrößte Mühe, dem Spiel eine eigene Note zu verleihen. Doch wie die Sprecher ohne Kaskaden von Gelächter diese Texte vortragen können, ist wirklich ein Rätsel.
In diesem Bereich rutscht No Straight Roads teils leider sehr weit in Richtung Fremdscham ab. Und das ist gelegentlich nicht einmal mehr lustig, sondern einfach nur peinlich. Noch dazu kommt, dass viele der Dialoge für einen schnellen Boss Rush und für die recht überschaubare Story viel zu lang andauern. Auch nehmen die Charaktere während der Gespräche unmögliche Posen ein und gestikulieren übertrieben unsinnig. Das soll wahrscheinlich alles zusammen cool oder lustig sein, doch sorgt das eher für Unbehagen in der Magengegend und verleiht dem Spiel ein unpassendes Trash-Feeling.
Ein Spaß für Augen und Ohren
Quelle: PC Games
No Straight Roads in der Vorschau: Wie sehr rockt das kommende Rhythmus-Actionspiel?
Ein wahrer Genuss ist dafür der Soundtrack des Spiels. Dieser ist allerdings viel weniger rocklastig, als man aufgrund der Thematik vermuten könnte. Stattdessen werden wir während der Bosskämpfe gegen die Mitglieder der NSR mit deren EDM-Musik beschallt. Die Stücke sind dabei wirklich eingängig und haben echtes Ohrwurmpotenzial, zudem sind sie immer auf den jeweiligen Boss zugeschnitten. So begegnen wir im ersten Kampf einem DJ, in dessen Song natürlich viel gescratcht wird. Beim zweiten Boss der Testversion durften wir auch einen wunderbar eingesungenen Track erleben, der sich je nach Kampffortschritt beschleunigte und aggressiver wurde.
Auch wie die Angriffe unserer Gegner und die Bewegungen von Objekten sich an den Beat des jeweiligen Tracks anpassen, ist hervorragend gut gelungen. So kann man durch gutes Hinhören viele Attacken schon weit voraussehen und das Ausweichen ist kein Problem, wenn man ein wenig Rhythmusgefühl mitbringt. Lediglich manche Angriffe des zweiten Bosses schienen eher unabhängig von der Musik zu funktionieren und waren daher schwerer absehbar. Ansonsten passt sich die Musik sehr gut der jeweiligen Situation an.
Quelle: PC Games
No Straight Roads in der Vorschau: Wie sehr rockt das kommende Rhythmus-Actionspiel?
Gut gelungen ist zudem das Design der Bosskämpfe. Die zwei in der Testversion gezeigten Bosse hatten jeweils einen ganz einzigartigen Look, deren Charakteristika sich auch in den Arenen und in den Mechaniken der Kämpfe selbst wiederspiegelten. Hier haben die Entwickler gute Arbeit geleistet. Die Stadt ist mit ihrer futuristischen Neon-Optik ebenfalls ein echter Augenschmaus. Einzig die Bewohner der Stadt, die man während der freien Erkundung treffen kann, bestehen zu einem Großteil aus farblos-grauen und wenig detaillierten Charaktermodellen, wirklich störend ist das allerdings nicht. No Straight Roads erscheint im Sommer 2020 für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch.