Ist Nioh ein echter Konkurrent für Dark Souls? Im Vorabtest klären wir, wie viele Gemeinsamkeiten die beiden Spiele wirklich haben.
Im Fahrwasser von Dark Souls wollten schon einige Spiele Ruhm erlangen, nicht alle davon haben es geschafft. Bei den meisten davon überschattet das Vorbild den Charakter der Hommage. Salt & Sanctuary ist für viele nur Dark Souls in 2D und Lords of the Fallen ist Dark Souls in schlecht - auch Nioh droht durch Ähnlichkeiten zu From Softwares Serie dieses Schicksal, dabei würde so ein Urteil dem Werk der Ninja Gaiden-Macher so gar nicht gerecht werden. Unter der Oberfläche schlummert ein komplexes, aufregendes und überraschend eigenständiges Action-Rollenspiel mit ordentlichem Umfang - es ist sogar so groß, dass wir es vor Abgabe dieser Ausgabe nicht abschließen konnten. Deshalb reichen wir die finale Wertung in der nächsten Ausgabe nach. Was uns schon jetzt an Nioh gut gefällt und stört, sollt ihr aber jetzt schon erfahren!
Quelle: Games Aktuell
Ist doch ganz schön:
Nioh mag vielleicht nicht in der Grafik-Oberklasse mitspielen, sieht dank schöner Settings aber trotzdem an vielen Stellen hübsch aus. (PS4)
Quelle: Games Aktuell
Effektiv:
Ein Kopftreffer mit Pfeil und Bogen oder mit Schusswaffen bedeutet fast immer das Ende eures Gegners. Das ist hilfreich bei mit Feinden gespickten Gebieten. (PS4)
In einem fernen Land
Der offensichtlichste Unterschied zu Dark Souls ist das Setting: Auf Basis historischer Fakten entführt euch Nioh ins ferne Japan um 1600. Ihr verkörpert William Adams, den ersten Nicht-Japaner, der den Samurai-Titel erlangte. Dazu kommen die bösen Yokai-Geister, die das Reich heimsuchen und das Chaos zwischen unterschiedlichen Anwärtern auf die Vorherrschaft des Landes verschlimmern. William ist nach Japan gesegelt, um seine Geisterbegleiterin zu retten, die ein Bösewicht gestohlen und eingekerkert hat.
Anders als in Dark Souls scheut sich Team Ninja nicht, eine Geschichte mit Zwischensequenzen und vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten zu erzählen. Wer sich mit der Geschichte des Landes nicht auskennt, der bleibt an vielen Stellen aber auf der Strecke. Das betrifft auch den Rest des Spiels, durch die speziellen Bezeichnungen für Monster, Waffen, Kleidungsstücke und Items muss man sich erst mit Verwendungszwecken und Eigenschaften vertraut machen. Dieser Exotikfaktor trägt aber an vielen Stellen auch zur großartigen Atmosphäre des Spiels bei, schließlich ist uns die Sagenwelt des Inselstaates sehr viel fremder als unsere westliche Märchenkultur, auf die sich viele andere, bekannte Rollenspiele verlassen.
Quelle: Games Aktuell
Mit dem Schwert durch die Wand:
Genau wie in Dark Souls gibt es in Nioh ein paar Wände, die nicht das sind, was sie zu sein vorgeben. Achtet auf eure Umgebung! (PS4)
Quelle: Games Aktuell
Fatales Duo:
Sobald ihr gegen mehr als nur einen einzelnen Feind gleichzeitig kämpft, solltet ihr extreme Aufmerksamkeit walten lassen. (PS4)
Sammelt Ki!
Auch der Aufbau von Nioh ist anders als der von Dark Souls, Missionen werden einzeln auf einer Übersichtskarte angewählt, und auch wenn ihr die Quest bewältigt habt, könnt ihr sie problemlos ein weiteres Mal spielen. Nebenmissionen gibt es ebenfalls, einige davon finden aber in Levels statt, die man schon abgehakt hat - besonders langweilig sind die sogenannten Zwielicht-Missionen, bei denen man eine ganze Hauptquest ein weiteres Mal spielt, nur mit gefährlicheren Gegnern als zuvor.
Viele Feinde sind beeindruckend gestaltet, es könnte aber mehr unterschiedliche Arten geben. Lob auf ganzer Linie verdient die Komplexität des Kampfsystems, das - ähnlich wie Dark Souls - überlegtes Vorgehen begünstigt. Haltet eure Ausdauer im Auge (die hier Ki heißt) und frischt sie auf, indem ihr im rechten Moment den entsprechenden Knopf drückt!
Ihr findet nicht nur zig unterschiedliche Waffen, ihr könnt sie aufwerten, miteinander verschmelzen, sie zerlegen, und aus Crafting-Materialien neue Modelle fertigen. Geführt werden die Äxte, Katanas und Kettensicheln in drei unterschiedlichen Haltungen, die frei in der Bewegung gewechselt werden und die unterschiedlich gut zum Blocken, Angreifen und Ausweichen geeignet sind. Wer möchte, kann sehr tief in die Mechaniken eintauchen. Allerdings sorgt das mitunter unübersichtliche Inventar, in dem sich schnell zig Helme, Sandalen, Speere und Verbrauchsobjekte ansammeln, mitunter für Verwirrung.
Quelle: Games Aktuell
Ein Stoßgebet:
An Schreinen werden eure Elixiere wieder aufgefüllt. Hier levelt ihr auf, ändert euren Schutzgeist und den Segen der kleinen, grünen Kodama-Wichtel. (PS4)
Unser Tipp: Opfert oder verkauft den überschüssigen Krempel, das bringt Geld und Geschenke von den kleinen Kodama-Wichteln. Die putzigen Gesellen sind in allerlei Levels versteckt und gewähren euch Boni, wenn ihr ihnen den Weg zu eurem Schrein weist. Diese Segen sind - vor allem der, mit dessen Hilfe ihr mehr Tränke erhaltet - Gold wert in einem Spiel, in dem euch auch der lächerlichste Feind problemlos den Garaus macht, wenn ihr nicht gut aufpasst. Unfaire Momente per se gibt es wohl keine, der Frust ist dennoch euer potentiell ständiger Begleiter. Habt ihr den Mut, Nioh trotz des Dark Souls-Labels eine Chance zu geben und mit William in den Kampf zu ziehen?
Entwickler: Team Ninja | Hersteller: Sony | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: ab 16
