Nintendo Switch OLED ausprobiert: So spielt es sich auf dem neuen Premium-Modell!
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Im Rahmen eines Hands-On-Events konnten wir den Neuzugang in Nintendos Konsolenfamilie erstmals eine Stunde lang mit verschiedenen Spielen ausprobieren. Wie hübsch das Display aussieht, ob der neue Kickstand hält, was er verspricht, wem wir das neue Modell ans Herz legen würden und ob die OLED-Switch dann doch verlockender ist, als zunächst angenommen, erfahrt ihr in der Vorschau!
Nach Monaten voller Gerüchte, vermeintlicher Leaks und dem Flehen mancher Switch-Besitzer nach einem technisch aufgebohrten Pro-Modell ließ Nintendo Anfang Juli den Katzen-Mario aus dem Sack: Ab 08. Oktober 2021 wird ein neues Modell der Hybrid-Konsole angeboten, das unter anderem mit einem neuen, etwas größeren Bildschirm im OLED-Format und einem umgestalteten Dock daherkommt. Gleichzeitig ließ Big N damit jedoch einige Hoffnungen platzen, denn an der Leistung und den internen Komponenten der Konsole wird sich nichts verändern. Das OLED-Modell ist also kein Hardware-Upgrade Marke PS4 Pro oder Xbox One X, sondern eher eine hochwertigere Alternative zur weiterhin erhältlichen Standard-Version. Lohnt sich der Umstieg trotzdem?
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Wir konnten das fertige, neue Modell eine Stunde lang bei Nintendo in Frankfurt ausprobieren und antworten mit einem klaren "Kommt drauf an"!
Facelift für den Plastikbomber
Plastik-Screen, zentimeterdicke Bildschirmränder und klappriger Kickstand - in Zeiten von Smartphones und Tablets mit Aluminium-Gehäuse und Ecke-zu-Ecke-Glasbildschirm ist die gute, alte Switch (jetzt kaufen ) nun wirklich kein Hingucker mehr. Mit dem OLED-Modell ändert sich das spürbar: Das neue Display ist mit 7 Zoll (17,78 cm) einen Ticken größer als das 6,2 Zoll (15,75 cm) große LCD-Modell - trotz fast identischer Gehäuse-Maße. Soll heißen: Das OLED-Modell kommt dem Randlosen-Display-Trend aktueller Smartphones ein gutes Stück näher. Der Größenunterschied ist nicht so frappierend wie beim Wechsel von einem 3DS zur XL-Variante, aber deutlich sichtbar.
Quelle: Nintendo
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Und obwohl die Auflösung mit 1280x720 Pixel bei größerem Display gleichgeblieben ist, haben wir kaum Unterschiede in der Schärfe bemerkt. Was uns hingegen sofort positiv aufgefallen ist: Auch im ausgeschalteten Zustand sieht das Display wertiger aus. Wir vermuten, dass im Gegensatz zum Plastik-Screen der bisherigen Switch-Modelle in der OLED-Variante ein Glasbildschirm verbaut ist, oder zumindest auf ein hochwertigeres Plastik gesetzt wurde. Eine Bestätigung, aus welchem Material das Display nun besteht, wollte uns Nintendo aber noch nicht geben. Die OLED-Switch ist etwa 20 Gramm schwerer als ihre ältere Schwester, gut möglich also, dass sich der Gewichtsunterschied aus dem neuem Display-Material ergibt.
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Ansonsten ist das Gehäuse weiterhin aus Plastik und fühlt sich kaum anders an als vom LCD-Modell gewohnt, nur eben etwas schwerer und damit wertiger.
Einzige Unterschiede: Die Lüftungsschlitze an der Oberseite sind nun etwas dezenter, und der Kickstand hat ein ordentliches Upgrade erfahren. So ist der Standfuß nun fast so breit wie das ganze Gehäuse ohne Joycons und lässt sich sehr geschmeidig und stufenweise einstellen. Wer seine Switch gerne im Tabletop-Modus betreibt, wird sich freuen, dass sich das Gerät nun wesentlich flexibler aufstellen lässt. Der Kickstand lässt sich auf Wunsch so weit hochklappen, dass die OLED-Switch beinahe auf dem Rücken liegt, optimal für niedrige Couchtische also!
Vorzüge der OLED-Technologie: Nintendos bunte Spiele, jetzt noch bunter!
Das beste Argument für einen OLED-Bildschirm sind natürlich die kräftigere Farbdarstellung und der erhöhte Kontrast, und beides war in der Anspiel-Session deutlich sichtbar. Zelda: Breath of The Wild erstrahlt nun etwa in knalligeren Farben, sieht weniger verwaschen aus und sorgt mit dem dramatisch besseren Kontrastverhältnis für ein lebendigeres Bild. Hyrules weite Felder waren noch nie so schön grün! Das Besondere an OLED-Bildschirmen: Weiß-Töne sind strahlender und Schwarz-Töne sind durch einzeln abschaltbare Pixel so tiefschwarz wie der Bildschirm, wenn er aus ist. Bei einem klassischen LCD-Bildschirm hingegen wird der ganze Screen von derselben Leuchteinheit bestrahlt, wodurch schwarze oder dunkle Ausschnitte entsprechend zu hell sind und eher gräulich erscheinen.
Quelle: Nintendo
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OLED-Displays sind zudem für ihre schnellere Reaktionsgeschwindigkeit bekannt, was für die neue Switch bedeuten würde, dass Controller-Inputs schneller auf dem Bildschirm umgesetzt werden. Das konnten wir zwar nicht nachmessen, einen großen Unterschied haben wir aber nicht gespürt. Was wir hingegen sofort bemerkt haben ist, wie sehr sich die OLED-Technologie vor allem für den stets bunten Artstyle der meisten Nintendo-Spiele eignet. Neben dem Open-World-Zelda haben wir noch Mario Kart 8 Deluxe und Super Mario Odyssey gespielt, und vor allem der Funracer ist mit seiner farbenfrohen Optik geradezu prädestiniert für ein solches Display. Klar, ein absoluter Gamechanger ist der neue Display-Typ nicht, aber neben der bisherigen Switch-Version wirkt das OLED-Modell zweifelsfrei moderner, ansehnlicher und knalliger!
(Fast) alles beim Alten
Quelle: Nintendo
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Zumindest im Handheld- und Tabletop-Modus, denn am Dock der Konsole und somit am TV-Modus ändert sich mit dem neuen Modell wenig. Die Maximalauflösung beträgt weiterhin 1920x1080 Pixel, das Dock ist abwärtskompatibel zu allen Switches außer der Lite, und die Ecken wurden etwas abgerundet. Wirklich neu ist hier nun der eingebaute LAN-Anschluss, der den USB-Port auf der Rückseite des Docks ersetzt - die beiden seitlichen USB-2.0-Anschlüsse sind weiterhin an Bord. Apropos LAN: Da in der OLED-Switch nach aktuellem Stand der gleiche WLAN-Chip verbaut sein wird wie bei den bisherigen Modellen, dürfte der Anschluss fürs Internetkabel für eine etwas zuverlässigere Verbindung sorgen. Wer will, kann sich das neue Dock exklusiv im Nintendo-Onlineshop separat nachkaufen, auch in Deutschland. Das alte Dock liegt preislich bei etwa 75 Euro, der Preis des neuen Modells steht noch aus. Immerhin: Passend zu den weißen Joycons der OLED-Switch wird das neue Dock auch in Weiß angeboten.
Wer nun jedoch gehofft hat, auch die schicken weißen Controller des neuen Modells separat erwerben zu können, schaut in die Röhre: Obwohl die Hardware in den neuen Joycons identisch und somit kompatibel mit alten Switches ist, wird Nintendo die weißen Controller nicht separat verkaufen. Wer seine alte Switch also in den schicken, PS5-ähnlichen Look des OLED-Modells transformieren will, muss weiterhin zu Dritthersteller-Gehäusen greifen und die Joycon-Innereien in fummeliger Kleinarbeit selbst verpflanzen. Unverständlich!
Quelle: Nintendo
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Was dagegen verständlicher sein soll, sind die neuen Lautsprecher im OLED-Modell. Im Trubel des Anspiel-Events konnten wir dazu keine präzisen Vergleichstests anstellen, etwas deutlicher und klarer schienen die Lautsprecher aber zu sein. Was genau Nintendo an den Brüllwürfeln verändert hat, wurde uns noch nicht verraten. Als Notlösung also weiterhin passabel, mehr aber wohl nicht. Die restlichen Hardware-Features, inklusive Prozessor, Akku-Laufzeit und Bluetooth-Chip (weiterhin nur für drahtlose Controller) sind identisch mit dem Switch-Modell von 2019. Einziger Unterschied: Statt nur mit 32 GB ist die OLED-Switch nun mit 64 GB internem Speicher ausgestattet.
Wer sollte zuschlagen?
Quelle: Nintendo
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Abschließend noch die Preisfrage und unsere Einschätzung, für wen sich das Premium-Modell lohnen könnte: Je nach gewähltem Händler schlägt das OLED-Modell aktuell mit etwa 350 bis 360 Euro zu Buche, und kostet damit 20 bis 30 Euro mehr als das LCD-Modell. Für diejenigen, die noch keine Switch besitzen, ist der geringe Aufpreis gegenüber dem optisch angestaubten LCD-Modell auf jeden Fall gerechtfertigt, denn schöner anzusehen ist die Switch-Bibliothek auf dem kräftigen Display zweifelsfrei! Wer hingegen schon eine Version von Nintendos Hybrid-Konsole besitzt, sollte sich den Neukauf gut überlegen: Letztendlich bezahlt ihr 350 Euro "nur" für eine bessere Display-Technologie und ein schickeres Äußeres, und auch das alte Switch-Dock lässt sich für wenig Geld via USB-Adapter um das einzige neue Features des LAN-Docks, nämlich besagten LAN-Anschluss, erweitern.
Quelle: Nintendo
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Übrigens: Auch das LCD-Modell will Nintendo weiterhin anbieten, ebenso natürlich das Lite-Modell. Die OLED-Switch soll die Konsolenfamilie erweitern und Spielern, die ein modernisiertes Handheld-Erlebnis bei weiterhin vorhandener Docking-Funktion wollen, als neue, zusätzliche Option angeboten werden. Und verlockend ist sie schon, diese Option - nach der Probesession sogar noch ein gutes Stück mehr, als zuvor -, aber ob sie verlockend genug ist, ob sie vor allem 350-Euro-verlockend ist, muss jeder Switch-Besitzer mit seinem eigenen Geldbeutel ausmachen.
