"Hilfreich": Ex-Boss von Sony Interactive blickt auf riesigen Fehler Nintendos zurück, der zur Geburt der PlayStation führte
News
Würde es ohne diesen strategischen Fehler Nintendos die PlayStation überhaupt geben?
Die klassische PlayStation ist mittlerweile über 30 Jahre alt. In einem aktuellen Interview blickt Shuhei Yoshida, ehemaliger Präsident von Sony Interactive Entertainment, auf den wohl größten Fehler Nintendos zurück, der sich noch vor der Entwicklung der legendären PSX ereignete.
Als Anfang der 1990er-Jahre die CD als optisches Medium nach der Musik auch in Sachen Computerspiele zum Siegeszug ansetzte, sollte es zu einer für die Videospiel-Branche bahnbrechende Kooperation kommen. Sony war drauf und dran, ein CD-Rom-Laufwerk für das Super NES zu produzieren. Doch dann machte Nintendo einen folgenschweren Rückzieher, der Geschichte schrieb.
Da man sich offensichtlich nicht einigen konnte, inwiefern Sony an einem möglichen Erfolg eines CD-basierten Super NES beteiligt wäre, setzte Nintendo den Erfinder des Walkman und der MiniDisc kurzerhand vor die Tür. Man bandelte stattdessen mit dem niederländischen Elektronikriesen Philips an, um an ein CD-Rom-Laufwerk für das Super NES zu kommen.
Ironischerweise brachte der Mario-Konzern anschließend niemals ein CD-Laufwerk auf den Markt. Das N64 wurde mit Modulen gefüttert, was schon Mitte der 1990er nicht mehr zeitgemäß war und die 64-Bit-Konsole gegenüber der Konkurrenz deutlich ins Hintertreffen geraten ließ. Konkurrenz, die man sich selbst geschaffen hatte. Denn Sony hatte aus den Prototypen des CD-basierten Super Nintendos längst die PlayStation entwickelt, und den Videospiele-Markt im Sturm erobert.
Über die damalige Zeit weiß Shuhei Yoshida einiges zu berichten (siehe Quelle). Einer 16-Bit-Konsole im Nachhinein ein CD-Laufwerk zu spendieren, erwies sich als Holzweg. Segas Mega-CD floppte und das Konzept erwies sich "als nicht konkurrenzfähig zur PlayStation". Und so war es laut Shuhei Yoshida "eigentlich hilfreich, dass Nintendo das [CD-]Projekt cancelte". Andernfalls wären Sonys Ambitionen wohl "als Teil der Nintendo-Maschinerie" versandet. Stattdessen sah man sich dazu gezwungen, mit der PlayStation einen völlig eigenen und innovativen Weg zu gehen, der bis heute anhält.
Erfolgreiche Konsolen: PS5 und Switch 2 geben den Ton an
Stand heute lässt sich festhalten, dass es beiden Videospiele-Giganten ziemlich gut geht. Während die PS5 sehr erfolgreich ist, lässt die Switch 2 Rekorde purzeln. Der Grund, wieso beide Konsolen so wunderbar nebeneinander existieren können, liegt auf der Hand.
Nintendo und Sony verfolgen völlig unterschiedliche Strategien: Während die PS5 mit technisch beeindruckenden Exklusiv-Titeln begeistert und als beliebte Plattform für EA Sports FC (ehemals FIFA), Call of Duty oder Battlefield 6 dient, geht Nintendo einen völlig anderen Weg.
Maximaler Spielspaß mit Eigenproduktionen wie Mario Kart World, ein schier unerschöpflichen Fundus an Klassikern und das äußerst erfolgreiche Hybridkonzept der Switch sorgen für anhaltenden Erfolg. Die Xbox hat hingegen nur noch wenig zu melden. Nicht auszudenken, wie "langweilig" es bei den Konsolen zugehen würde, wenn Sony einfach nur ein Hardware-Zulieferer für Nintendo geblieben wäre.
Quelle: Games Industry
