Nintendo Direct: Warum die Präsentation trotz Remake zu Zelda Ocarina of Time enttäuschte

Kolumne Lukas Bohnau
Nintendo Direct: Warum die Präsentation trotz Remake zu Zelda Ocarina of Time enttäuschte
Quelle: Nintendo

Neun Monate lang warteten Nintendo-Fans auf die nächste große Direct. Doch warum fühlte sich die Präsentation trotzdem für viele so enttäuschend an? War das wirklich die schlechteste Direct aller Zeiten?

Neun Monate. So lange mussten wir Nintendo-Fans auf eine neue reguläre Nintendo Direct warten. Neun Monate voller Spekulationen und vor allem Wunschlisten. Die Gerüchteküche kochte ordentlich.

Ein Ocarina-of-Time-Remake, ein neues 3D-Mario, Luigi's Mansion 4 und zahlreiche weitere Überlegungen standen im Raum. Die Erwartungshaltung war nicht nur bei mir entsprechend riesig. Und ehrlich gesagt: Ganz unbegründet war sie nicht.

Die Switch 2 befindet sich inzwischen in ihrem zweiten Jahr. Und gleichzeitig ist in diesem Jahr auch noch das 40-jährige Jubiläum von Super Mario und Zelda. Wenn es jemals einen passenden Zeitpunkt für einen großen Ausblick auf die Zukunft von Nintendo gegeben hat, dann wohl jetzt.

Umso überraschter war ich, als die Präsentation vorbei war. Nicht, weil die gezeigten Spiele schlecht gewesen wären. Sondern weil ich das Gefühl hatte, eine völlig andere Direct gesehen zu haben als die, auf die ich gehofft hatte.

Mehr Partner-Showcase als Nintendo Direct

Bereits der Auftakt hat mich stutzig werden lassen. Denn anstatt eines großen First-Party-Titels eröffnete Rhythm Paradise Groove die Show. Ein sympathisches Spiel, aber eben nicht die Art von Ankündigung, mit der Nintendo normalerweise eine reguläre Direct beginnt. Zumal das Game schon bekannt war und bereits im Juli erscheint. Je länger die Präsentation dauerte, desto stärker entstand bei mir der Eindruck, dass hier etwas fehlte.

Capcom versorgt die Switch 2 nach Resident Evil 9 und Pragmata auch weiterhin mit Spielen. Als nächstes in der Pipeline: Onimusha: Way of the Sword.<br><br><br> Quelle: Nintendo Capcom versorgt die Switch 2 nach Resident Evil 9 und Pragmata auch weiterhin mit Spielen. Als nächstes in der Pipeline: Onimusha: Way of the Sword.


Denn während zahlreiche Third-Party-Spiele ihren Platz bekamen, blieben die großen neuen Nintendo-Ankündigungen weitgehend aus. Viele der gezeigten First-Party-Titel waren bereits bekannt. Mir war zwar schon bewusst, dass Star Fox, Splatoon Raiders und Fire Emblem ebenfalls einen Platz bekommen würden, aber wo waren die Überraschungen? Davon gab es leider deutlich weniger als erwartet. Und genau deshalb stellte ich mir nach der Direct die Frage: War das vielleicht die enttäuschendste Nintendo Direct der letzten Jahre?

Eine Nintendo Direct ohne Nintendo?

Das eigentliche Problem dieser Direct war für mich nicht die Qualität der gezeigten Spiele. Viele der vorgestellten Titel sahen interessant aus und dürften ihre Zielgruppe finden, vor allem auf Third-Party-Ebene. Wer nur eine Nintendo-Konsole besaß, konnte lange Zeit nicht die Top-Titel der großen Publisher zocken. Das hat sich jetzt mit der Nintendo Switch 2 geändert. Es ist nicht mehr nur eine reine Nintendo-Konsole, sondern eröffnet vielen Spielern, die eben nicht zusätzlich einen PC oder eine PS5 besitzen, ganz neue Möglichkeiten.

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Dadurch schlich sich aber auch immer mehr das Gefühl ein, hier einen Partner-Showcase zu sehen. Third-Party-Spiele nahmen einen deutlich größeren Teil der Präsentation ein, während Nintendo selbst vergleichsweise wenig vertreten war. Das ist grundsätzlich kein Problem. Schließlich lebt die Switch 2 auch von der Unterstützung anderer Publisher. Allerdings entstehen dadurch automatisch andere Erwartungen.

Wenn Nintendo eine reguläre Direct ankündigt, erwarte ich einen Blick auf die Zukunft bekannter Marken des eigenen Unternehmens. Welche großen Projekte befinden sich in Entwicklung? Welche Überraschungen hat Nintendo noch in der Hinterhand? Und vor allem: Welche Spiele werden die kommenden Monate und Jahre der Switch 2 prägen? Genau auf diese Fragen gab die Präsentation nur wenige Antworten. Auf der nächsten Seite geht es darum, ob wir einfach eine zu hohe Erwartungshaltung haben oder ob wir die Nintendo Direct nicht aus einer anderen Perspektive betrachten müssen.

  1. Seite 1 Wo waren die Mainstream Marken?
  2. Seite 2 Zu hohe Erwartungen oder einfach nicht abgeliefert?
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