Nier: Automata gespielt: Bei einer ausgiebigen Anspiel-Session bei Publisher Square Enix in Hamburg konnten wir schon einmal die apokalyptische Welt der japanischen Produktion bereisen und uns mit den Androiden 2B und 9S in den Kampf gegen eine Armee von Roboter-Invasoren stürzen.
Das Action-Rollenspiel Nier aus dem Jahr 2010 hatte eine ganze Reihe Probleme - zum Beispiel ein bestenfalls mittelprächtiges Kampfsystem, schwache Optik und hinter den Erwartungen gebliebene Verkaufszahlen. Aber dank spannender Story und starken Figuren konnte sich das Spin-off zu Drakengard zu Recht einen Kultstatus erarbeiten. Am 10. März 2017 erscheint nun die Fortsetzung Nier: Automata für die PS4, später im Jahr wird es voraussichtlich auch eine PC-Version geben. Bei einer ausgiebigen Anspiel-Session bei Publisher Square Enix in Hamburg konnten wir schon einmal die apokalyptische Welt der japanischen Produktion bereisen und uns mit den Androiden 2B und 9S in den Kampf gegen eine Armee von Roboter-Invasoren stürzen. Diese haben die Erde angegriffen und die Menschheit gezwungen, auf den Mond zu fliehen. Von hier aus werden Kampfandroiden entsendet, die sich den Alien-Aggressoren stellen und Stück für Stück den blauen Planeten zurückerobern sollen. Unser Ersteindruck: Das Spiel könnte ein echter Überraschungserfolg werden.
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Voll im Flow
Für Nier: Automata hat sich Game Director Taro Yoko mit den Bayonetta- und Vanquish-Machern von Platinum Games tatkräftige Unterstützung mit solider Actionerfahrung an Bord geholt. Eine gute Idee, denn nach drei Stunden intensiven Blechdosen-Metzelns fällt unser Urteil zum kräftig überarbeiteten Kampfsystem äußerst positiv aus: Die Gefechte fühlen sich extrem flüssig an, die Kombinationen aus Nahkampfattacken, Fernangriffen mit Feuerwaffen und blitzschnellen Ausweichmanövern gehen flott von der Hand.
Quelle: Square Enix
Je größer, desto besser: 2B ist eine echte Schwertkampf- Expertin und verarbeitet die Feinde zu Metallschrott.
Wenn wir mit der Androiden-Heldin 2B durch die Roboterhorden pflügen und schnell in einen Rhythmus aus Schwerthieben und eleganten Sidesteps kommen, ist die Bayonetta-Handschrift dann auch stets zu erkennen. Weichen wir im richtigen Augenblick aus (ein Symbol über den Köpfen der Gegner warnt uns vor Feindangriffen), verlangsamt sich die Zeit und wir können mit einem Konter ordentlich Schaden anrichten. Das ist bei dem Kanonenfutter an rotäugigen R2D2-Verwandten, auf die wir stoßen, nicht ganz so wichtig - wohl aber bei den bildschirmfüllenden Bossgegnern, die uns im Bullet-Hell-Prinzip mit dichtem Kugelhagel, Raketenschwärmen oder monströsen Kettensägen auf den Leib rücken. Doch mit dem richtigen "Flow" bekommen wir selbst das größte Hindernis klein und sehen dabei auch noch richtig gut aus.
Für unsere Vernichtungsarbeit stehen uns nicht nur eine Vielzahl an Schwertern für den Nahkampf, sondern auch ein hilfreicher Pod zur Verfügung. Dieser schwebt immer in unserer Nähe, ballert auf Knopfdruck aus sicherer Entfernung auf Gegner und kann Spezialattacken ausführen, die direkt eine ganze Welle Feinde aus dem Weg räumen, dann aber eine Abklingzeit benötigen. Wie auch im Vorgänger wechselt in Nier: Automata immer wieder automatisch die Kameraperspektive zwischen 3D-Arealen, der Sicht von oben und klassischem 2D-Sidescroller. Während wir weiter im Spiel vordringen, dabei unter anderem eine gigantische Steampunk-Fabrik, von Pflanzen überwucherte Städte oder Ruinen in der Wüste durchstreifen, bekommen wir einen Kompagnon an die Seite gestellt, der autark mit uns kämpft - beispielsweise den Aufklärungsandroiden 9S.
Ein Easy Mode für Neulinge
Löblich: Die Kritik, dass das Kampfsystem im ersten Nier zu schwer gewesen wäre, haben sich die Entwickler zu Herzen genommen und deshalb einen Auto-Mode implementiert. Mithilfe von Chips, die ihr im Spielverlauf finden könnt, erhöhen wir die Angriffs- und Verteidigungsfähigkeiten von 2B und erwerben neue Fertigkeiten. Wählt man den einfachsten Schwierigkeitsgrad, hat man die Möglichkeit, spezielle Chips einzupflanzen, die Angriffe, das Ausweichen und den Waffenwechsel automatisieren. Nach dem Einbau brauchen wir gar nichts mehr zu machen und nur noch zuzuschauen - Nier: Automata spielt sich dann quasi von alleine. Wer also keine Lust auf Action hat, aber die Story genießen will, braucht sich nicht durch die Kämpfe zu mühen. Praktisch: Dieser "Godmode" lässt sich durch einen Druck auf die L2-Taste jederzeit ein- und ausschalten - für Prügel-Novizen eine hilfreiche Option zur Frustvermeidung.
Petri Heil!
Quelle: Square Enix
Wie in einem Bullet-Hell-Shooter wird der komplette Bildschirm von Schüssen und Projektilen zugepflastert.
Die Kämpfe, ob zu Boden oder mit Raumschiffen in der Luft, sind zwar ein zentraler Punkt des Spiels, aber auch die Rollenspielelemente kommen in Nier: Automata nicht zu kurz. In den kläglichen Resten der Städte stoßen wir auf Widerstandsnester, in denen wir bei Händlern Waffen und Ausrüstung erwerben oder aus gesammeltem Material anfertigen lassen können sowie diverse Nebenmissionen annehmen. Diese reichen von Standard-Sammelaufgaben à la "Bring mir ein Dutzend Kristalle" bis hin zur Aufdeckung von Geheimnissen und verlängern optional die Spieldauer, die laut Platinum Games für die Hauptstory bei etwa 25 Stunden liegen soll. Und wenn wir mal nicht einem Schatz hinterherjagen oder Roboter zu Sondermüll verarbeiten, können wir Wildtiere per Futter anlocken und auf Elchen reiten, unsere E-Mails checken oder - wie es sich für ein Japano-Rollenspiel gehört - eine ausgedehnte Angelpartie unternehmen.
Maschinen mit Gefühlen
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Über die Story wollen wir nicht zu viel verraten, zudem haben wir beim Hands-on auch nur Bruchstücke in Gesprächsfetzen mitbekommen. Aber die haben immerhin genügt, um uns sehr neugierig zu machen. 2B etwa scheint durchaus menschliche Gefühle zu entwickeln, und die angeblich seelenlosen Invasoren erscheinen auf einmal in einem ganz anderen Licht. Konkretes Beispiel: Wir stoßen vor einem Bosskampf in einer verlassenen Stadt auf eine Ansammlung von Blechbüchsen, die sich ziemlich seltsam verhalten. Da wiegt ein Roboter ein Stück Metall in einer Wiege - genauso, wie es eine Mutter mit ihrem Baby tun würde. Was das wohl zu bedeuten hat? Wir sind gespannt!
