Nex Machina im Test: Finnische Effektorgie in Edeloptik
Test
Die Arcade-Experten von Housemarque melden sich im Test zurück: Mit Nex Machina inszenieren die Finnen bombastische Twin-Stick-Action. Ebenfalls im Review: Ein kleiner Rückblick auf Housemarque plus viele Gameplay-Videos aus Nex Machina!
Quelle: PC Games
Nonstop-Ballern: In jeden der kleinen Levelabschnitte spawnen Unmengen Gegner hinein.
Da braucht's weder Intro noch blumige Einleitung: Nex Machina präsentiert vom ersten Moment an rasend schnelle, schnörkellose Twin-Stick-Action, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Ein Ansatz, den Housemarque bereits vor vier Jahren mit dem PS4-exklusiven Resogun verfolgte - und mit dem die finnischen Entwickler auch diesmal wieder goldrichtig liegen: Nex Machina zählt zu den besten, fetzigsten Highscore-Jagden seit Jahren!
In diesem Artikel
Nex Machina im Test: Rücksturz ins Spielhallen-Zeitalter
Anders als Housemarques letztes Werk Alienation (PS4), das sich stark an moderne Action-RPGs anlehnt, ist Nex Machina wieder auf puren, arcadigen Ballerspaß ausgelegt. Die Entwickler ließen sich dazu von Eugene Jarvis beraten, der vor 25 Jahren bleihaltige Spielhallenklassiker wie Robotron und Smash TV erfand - sie sind die geistigen Vorbilder von Nex Machina, das sich darum auch gar nicht erst mit einer Geschichte aufhält. Wir spielen einfach einen kleinen Hightech-Soldaten aus der Draufsicht, der sich durch fünf unterschiedliche Techno-Welten (und eine versteckte Bonuswelt) ballern muss. Jede besteht aus mehreren kleinen Arenen, in die im Sekundentakt massenhaft Gegner hineinspawnen. Zwar ist das Design der Feinde nur mittelmäßig, doch ihre schiere Überzahl lässt dem Spieler ohnehin keine Sekunde Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen!
Grelle Laserstrahlen zucken durch die Kampfarena, Roboter spucken uns gewaltige Kugelhagel entgegen, Dutzende Spinnenviecher kleben uns an den Fersen - und wir versuchen verzweifelt, die Masse an Feinden möglichst schnell mit einer kleinen Laserkanone wegzupusten. Das klappt zwar auch mit Maus und Tastatur, doch mit einem ordentlichem Gamepad spielt sich Nex Machina sehr viel angenehmer und vor allem präziser. Denn das Gameplay ist ungeheuer geschliffen: Laufen, schießen, per Schultertaste ausweichen und dabei für einen Sekundenbruchteil unverwundbar werden, das geht blitzsauber von der Hand und entfacht zusammen mit dem unbarmherzigen Gegneransturm eine soghafte Wirkung!
Nex Machina im Test: Wenig Upgrades, viele Secrets
Quelle: PC Games
Schick, aber nicht immer praktisch: Im Blitzlichtgewitter von Nex Machina geht die Übersicht schnell flöten.
Wir haben aber noch etwas mehr zu tun, als nur Feinde wegzuballern und dem Bullet-Hell-Wahnsinn auszuweichen: In jeder Arena sollen wir mehrere Menschen vor Gegnern retten, das bringt Bonuspunkte ein. Außerdem können wir ab und an Upgrades aufsammeln, die den Waffenschaden erhöhen oder uns eine Bonusknarre wie Raketenwerfer oder Plasmagewehr in die Hand drücken. Die wichtigen Upgrades sind zwar gut ausbalanciert, aber es gibt viel zu wenige. Schon in der ersten Spielstunde hat man alle gesehen.
Spannender sind die vielen kleinen Secrets, die man in den Arenen finden kann, wenn man bestimmte Blöcke, Bäume oder andere Objekte zerstört. Dahinter verbergen sich dann oft Bonusmenschen oder geheime Pfade - angesichts des hohen Spieltempos und der kurzen Zeitspanne, die wir in jeder Arena zubringen, ist man mit der Suche nach allen Secrets lange beschäftigt!
Nex Machina im Test: Kleine Dämpfer für die Punktesucht
Quelle: PC Games
In jedem Levelabschnitt können wir mehrere Menschen für einen dicken Punktebonus retten.
Das ist aber auch gut so, denn mit seinen wenigen Welten bietet Nex Machina kaum Abwechslung, der dürftige Umfang nagt nach einer Weile an der Motivation. Am Ende jedes Levels gibt's zwar einen stark inszenierten Bossgegner, doch leider ändern sich auch diese Gefechte nie - man hat die Angriffsmuster der Gegner schnell durchschaut. Seinen Reiz zieht Nex Machina darum vor allem aus höheren Schwierigkeitsgraden, in denen selbst Arcade-Profis kräftig ins Schwitzen kommen, während sie versuchen, einen neuen Highscore zu erzielen: Housemarque hat das Spiel bewusst für hartgesottene Punktejäger konzipiert, die sich gegenseitig in Ranglisten überbieten wollen!
Wer mag, kann das Spektakel auch zu zweit im lokalen Koop-Modus erleben, auch wenn die Übersicht hier noch stärker unter den grellbunten Effekten leidet, die uns Nex Machina nur so um die Ohren haut. Einen richtigen Online-Modus gibt's aber leider nicht.
Nex Machina im Test: Lasst die Voxel fliegen!
Grafisch inszeniert Nex Machina ein Actiongewitter erster Güteklasse, insbesondere die Partikeleffekte lassen uns staunen: Dank Housemarques flüssiger Voxel-Technik zerplatzen zerstörte Gegner in Unmengen kleiner Würfel, die danach von weiteren Druckwellen physikalisch korrekt durch die Levels geschleudert werden. Das sieht brillant aus! Sogar die Umgebungen, die im Grunde aus lauter kleinen Blöcken bestehen, erzittern unter dem Bombast - ein ziemlich wilder Effekt, der dafür sorgt, dass praktisch kein Pixel auf dem anderen bleibt. Dazu gibt's einen Techno-Soundtrack aus der Feder von Ari Pulkkinen (Trine), der den effektgeladenen Farbrausch mit seinen treibenden Tracks stimmungsvoll untermalt.
