New World ist nicht tot und dank Rise of the Angry Earth besser denn je
Special
Durch die erste kostenpflichtige Erweiterung Rise of the Angry Earth zu Amazons New World fühlt sich das Spiel endlich wie ein richtiges MMORPG an!
Als Spieler ist man es eigentlich gewohnt, dass jedes Jahr irgendwelche neuen, oftmals recht guten Titel aus den präferierten Genres herauskommen, welche die älteren Spiele der jeweiligen Reihen ersetzen. Bei MMORPGs sieht das Ganze aber ein wenig anders aus. Alte Giganten wie World of Warcraft, Final Fantasy 14 oder Runescape dominieren den Markt, und neuere Veröffentlichungen wie Wild Stars finden oftmals leider keinen Erfolg. Trotzdem hat es sich Amazon Games zur Aufgabe gemacht, unter die MMO-Publisher zu gehen, angefangen mit ihrer Eigenproduktion New World. Zur Veröffentlichung lief das noch gut, recht schnell machten sich aber zahlreiche Probleme in der Welt von Aeternum bemerkbar und die Spieler zogen sich erneut in bekannte Gewässer zurück. Es dauerte ziemlich lange, bis Amazon Games einen Großteil der Probleme in New World beheben und das Spiel um neue Inhalte erweitern konnte. Als fast schon eine Art Entschuldigung kam dann das große, kostenlose Brimstones-Update, welches unter anderem die Spielwelt um ein brandneues Gebiet erweiterte.
Langsam, aber sicher kehrten die Spieler zum MMO mit Action-Combat zurück, denn New World (jetzt kaufen ) hatte sich seit der ursprünglichen Veröffentlichung drastisch verbessert. Neue Inhalte, Fehlerbehebungen, interessante soziale Systeme wie die verschiedenen Musikinstrumente und einiges mehr wurden mit der Zeit in die Welt von Aeternum verfrachtet. Amazon Games startete eine richtige Kampagne, um ihr Spiel zu verbessern, mit zahlreichen kleineren Updates, welche all die nervigen Dinge entfernten oder veränderten, die Spieler zum Release plagten.
New World ging im Endeffekt eine ähnliche Transformation durch wie Cyberpunk 2077, wenn auch in wesentlich kleinerem Ausmaß. Doch die Entwickler können sich für ihre geleistete Arbeit trotzdem auf die Schulter klopfen.
Quelle: Amazon Games
Das Ganze wurde dann vor Kurzem durch die neue Erweiterung Rise of the Angry Earth abgerundet. Durch all die Neuerungen ist New World wohl endlich zu dem Spiel geworden, das sich die Entwickler ursprünglich vorgestellt hatten.
All die Dinge, die New World schon damals richtig machte, sind immer noch vorhanden. Das Sounddesign gehört zu den besten im Genre, die Welt ist ziemlich hübsch und auch Sammeln und Craften macht noch immer sehr viel Spaß.
Die neue Erweiterung baut diese ganzen Systeme noch weiter aus. Etwa wurde die maximale Stufe der verschiedenen Berufe auf 250 angehoben. Wer also bereits früher Spaß daran hatte, Bäume zu fällen, Steine abzubauen und die anderen Dinge zu machen, hat mit Rise of the Angry Earth wieder einiges zu tun.
Dazu gehören natürlich auch eine Menge neuer Ressourcen, mit denen sich etwa stärkere Ausrüstung herstellen lässt. Zusätzlich gehören auch Reittiere mittlerweile zu Aeternum, die das allgemeine Navigieren der Welt wesentlich angenehmer machen.
Das Reiten selbst gehört außerdem zu den Handwerken. Je weiter man hier in den Stufen aufsteigt, desto mehr Boni für das eigene Reittier erhält man. Unter anderem erhöht sich dadurch die Geschwindigkeit des pelzigen Gefährts.
Auf den Pferden, Wölfen und Löwen kann man nicht nur in den altbekannten Gebieten umherdüsen, sondern auch in einer brandneuen Zone. Früher als das Gebiet Erstes Licht bekannt, dient es nun als die neue Endgame-Zone für Rise of the Angry Earth.
Quelle: Amazon Games
Völlig neu ist das Areal also nicht, das kommt dem Spiel aber sogar zugute. In anderen MMORPGs wie beispielsweise World of Warcraft gehört zu einer neuen Erweiterung immer ein neues Set an Gebieten, die vorher nicht im Spiel waren.
Das bedeutet aber auch, dass der Rest der Spielwelt ein wenig an Bedeutung verliert. Konnte man zur Veröffentlichung noch Kalimdor und die Östlichen Königreiche erkunden, war man in The Burning Crusade plötzlich in der Scherbenwelt gefangen, wodurch die Welt aus World of Warcraft nicht größer, sondern ein ganzes Stück kleiner erschien.
New World hingegen hat es geschafft, seine Spielwelt durch die Aktualisierung eines anfänglichen, wenig genutzten Gebietes zu vergrößern. Der Rest der Welt bleibt durch Dinge wie Berufe, PvP und das recht gut gelungene Questdesign jedoch weiterhin relevant.
Mit der Erweiterung wurde New World im wahrsten Sinne des Wortes erweitert, angefangen bei der Spielwelt bis hin zu den einzelnen Systemen, von denen die nervigsten Aspekte schlichtweg entfernt und durch spaßigere Sachen ausgetauscht wurden, und den RPG-Elementen.
Durch die höhere Maximalstufe gibt es nämlich auch eine ganze Menge neuer Attributspunkte. Amazon Games fügte daher neue Schwellenpunkte ein und positionierte die bestehenden Schwellenpunkte ein wenig anders. Das Resultat ist eine etwas höhere Build-Vielfalt, die in einem MMORPG natürlich immer gern gesehen ist.
Da kommt auch die neue Waffe der Flegel ins Spiel, also sowohl bei der Buildv-Velfalt als auch in New World selbst. Die klassischen Dolche fehlen zwar noch immer, doch wer Schwert und Schild zu langweilig fand, kann sich nun mit dem Flegel austoben.
Quelle: Amazon Games
Auch im Hinblick auf die Optik hat sich Amazon Games merklich ins Zeug gelegt. Die neue Zone strotzt nur so voller Details und bei den ganzen farbenfrohen Ecken will man oft einfach stehen bleiben und die Zone auf sich wirken lassen.
Obwohl das Spiel, wie fast alle MMORPGs, noch ein paar Probleme besitzt, hat sich New World seit der ursprünglichen Veröffentlichung merklich verbessert. Der Titel fühlt sich endlich wie ein vollständiges MMO an.
Dadurch haben sich auch die Spielerzahlen nach und nach erholt und mittlerweile sind zu den meisten Zeiten komfortable 40.000 Spieler in der Welt von Aeternum unterwegs. Da Server ohnehin auf 2.500 Spieler begrenzt sind, reicht das also allemal, um eine angenehme MMO-Erfahrung zu erhalten.
Wer den Action Combat von New World nicht mochte, dem Sammelaspekt nichts abgewinnen konnte und die Welt von Aeternum schlichtweg nicht sonderlich interessant fand, für den ist New World trotz der Verbesserungen immer noch nicht das richtige Spiel. Wer den Titel aber eigentlich mochte und nur durch irritierende Designentscheidungen seinen MMO-Charakter frühzeitig in den Ruhestand schickte, sollte Rise of the Angry Earth definitiv eine Chance geben. Die meisten Dinge, welche das Potenzial von New World einschränkten, sind mittlerweile nämlich weg.
