New Tales from the Borderlands im Test - Seite 2
Test 35,99 €
Wir haben New Tales from the Borderlands von Gearbox Software durchgespielt und berichten im Test, ob uns das Adventure überzeugen konnte. Nach der gelungenen Vorlage von Tellgames vor einigen Jahren lag die Messlatte hoch. Doch der Nachfolger kann durchaus überzeugen, sodass seine Schwächen nicht so sehr ins Gewicht fallen.
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Humorige Story
Die drei doch sehr ungleichen Charaktere führen zu Beginn des Spiels ihre unbedeutenden Leben und spielen in den Abläufen des Universums als Ganzem eigentlich keine sonderlich bedeutende Rolle. Als Promethea jedoch erneut Ziel einer feindlichen Invasion wird, diesmal durch die Tediore Corporation, führt das Schicksal sie zusammen und schleudert das Trio in ein großes Abenteuer. Es wäre natürlich nicht Borderlands, wenn dabei nicht auch eine Schatzkammer und deren mysteriöser Inhalt eine erhebliche Rolle spielen würden. Die Story ist über weite Strecken sehr spannend erzählt. Sie hat aber gegen Ende des dritten und während des vierten Kapitels einen leichten Durchhänger.
Langweilig wird es aber trotzdem nicht, dafür sorgt der typische Borderlands-Humor, der hier natürlich wieder allgegenwärtig ist. Wer mit dieser Art Humor schon in den Hauptteilen der Reihe nichts anfangen konnte, wird auch in New Tales from the Borderlands nicht damit warm werden. Alle anderen können sich auf diverse Lacher einstellen und freuen sich auf Anspielungen und Cameo-Auftritte, die die Verbindung zu den bisherigen Spielen darstellen. Leider schwächelt das Spiel in diesem Bereich aber auch auffallend stark. Im Vorgänger waren bekannte Charaktere allgegenwärtig und nahmen teilweise auch eine wichtige Rolle innerhalb der Handlung ein. Diesmal bleibt es aber bei ein paar wenigen Gastauftritten.
Quelle: PC Games
Viele der Interaktionen finden über Quick-Time-Events statt, deren Erfolg oder Misserfolg auch Einfluss auf die Story haben können.
Offensichtlich und Subtil
Eines der wichtigsten Gameplay-Elemente, mit denen ein Großteil der Story erzählt wird, sind die Dialoge. Hier gilt es unter Zeitdruck aus Multiple-Choice-Antworten zu wählen und dabei auch noch die möglichen Konsequenzen abzuwägen. Dabei hält sich das Spiel ziemlich bedeckt, welche Entscheidung nun konkrete Auswirkungen hat und welche nicht. Auf eine entsprechende Einblendung, wie sie bei Telltale-Spielen üblich ist, haben die Entwickler diesmal bewusst verzichtet. Es gibt zwar viele sehr offensichtliche Auswirkungen. Zum Beispiel ändert sich unser Vorgehen beim Weg durch eine Kanalisation etwas, wenn wir uns vorher für ein lautloses oder brutales Vorgehen entschieden haben. Aber viele Entscheidungen sind auch sehr subtil.
Quelle: PC Games
Dialoge steuern nicht nur die Konversation, sondern verbergen teilweise auch subtile Entscheidungen.
Das fällt uns bei der Zusammenfassung nach jedem der fünf Kapitel immer wieder auf. Hier werden für jeden der drei Protagonisten von uns gefällte Entscheidungen und die daraus resultierenden Auswirkungen aufgelistet. Manchmal saßen wir vor diesem Auswertungsbildschirm und waren ziemlich überrascht, welche Ereignisse die Folge von unseren Entscheidungen waren, obwohl uns diese im Spiel als unausweichlich erschienen. Wie wir finden, ein großartiger Ansatz, um dem Spieler wirklich das Gefühl zu geben, seine eigene Geschichte zu formen.
Dazu trägt sicherlich auch bei, dass nicht nur die Dialoge als Entscheidungspunkte dienen. Auch das restliche Gameplay in Form von Quick-Time-Events und Minispielen hat Auswirkungen. Ob wir ein QTE erfolgreich abschließen oder nicht, beinhaltet nicht zwingend die Frage nach Erfolg oder Scheitern, sondern ist in sich gesehen eine Entscheidung, die den weiteren Verlauf beeinflusst. Es gibt also auch Stellen, wo es vielleicht besser ist, nicht aktiv zu werden oder absichtlich zu scheitern, um für bestimmte Situationen ein anderes Ergebnis zu erzielen. Alles das zusammen mündet am Ende immerhin in fünf verschiedene Enden.
Wilder Gameplay-Mischmasch
Nun waren Spiele im Telltale-Stil noch nie für besonders umfangreiches Gameplay bekannt. Auch bei New Tales from the Borderlands ändert sich diese Formel nicht grundlegend. Man merkt aber, dass sich die Entwickler ein paar Gedanken gemachten, um den Spieler mehr in das Geschehen einzubinden. So gibt es drei verschiedene Formen von Quick-Time-Events, bei denen entweder bestimmte Tasten gedrückt oder gehalten werden, schnell eine Richtungseingabe getätigt wird sowie mit Maus oder Stick Punkte auf dem Bildschirm anvisiert werden. Ausgezeichnet gefallen hat uns hierbei, dass sich die QTEs umfangreich an individuelle Bedürfnisse anpassen lassen. Wir können einstellen, ob es Button-Smashing gibt oder wir nur eine Taste halten, ob es eine Zeitbegrenzung geben soll und sogar ein Schwierigkeitsgrad ist wählbar. Dieser bestimmt unter anderem, ob Falscheingaben Auswirkungen haben oder nicht.
