Nur taktisch abwechslungsreiche Kämpfe im Stile von Final Fantasy reichen nicht für ein gutes Rollenspiel.
Die gefallene Fee Agavaen fristet ihr Dasein als Mitglied einer heruntergekommenen Bande von Strauchdieben. Als zwei der Schurken sich nach einem erfolgreichen Raubzug mit der Beute davonstehlen, begeben Sie sich in der Rolle der Heldin auf die Suche nach dem Gold und den Verrätern. Das Ganze präsentiert Neverend als klassisches Rollenspiel mit einem Mix aus Dialogen, Aufträgen und Kämpfen in einer eher einfallslosen Fantasy-Welt. Immerhin sind Story und Quests recht spannend, und auch die individuelle Charakterentwicklung zum Kämpfer, Magier oder einer Zwischenform ist ganz gut gelungen.
Unerwartet taktisch
Am spannendsten sind die Auseinandersetzungen mit Feinden, auch wenn die Balance stellenweise stark zu wünschen übrig lässt. Für die Kämpfe schaltet das Programm ähnlich wie die Final Fantasy-Reihe in eine spezielle Ansicht um. Die Scharmützel selbst laufen quasi rundenbasiert ab: Jede Aktion, etwa Angriffe, Zauber oder das Schlucken eines Tranks, kostet eine bestimmte Zeit. Dabei sehen Sie anhand eingeblendeter Aktionsbalken, wann Sie und die Gegner an der Reihe sind.
Daraus ergeben sich zahlreiche taktische Möglichkeiten, etwa bei der Waffenwahl: So richtet eine Axt mehr Schaden an als ein Degen, ist aber dafür deutlich langsamer. Die Bedienung geht dabei sehr einfach von der Hand; grafisch und in Sachen Sound so- wie Sprachausgabe ist Neverend aber nur mittelprächtig.
Wo finde ich was?
Da eine Karte fehlt, verbringen Sie viel Zeit damit, das Gebiet nach NPCs oder questrelevanten Objekten abzusuchen. Weil das Programm dabei immer wieder Zufallskämpfe gegen sich ständig wiederholende Widersacher auslöst, nervt das Gesuche schnell.
In unserem Test stürzte das Programm sporadisch und nicht reproduzierbar ab, außerdem ließen sich gespeicherte Spielstände mitunter nicht laden. Laut Aussage der Entwickler soll es aber bald einen Patch geben.
Georg Valtin
