Elf Sci-Fi- und Fantasy-Serien für den Herbst 2018

Special Judith Kessler
Elf Sci-Fi- und Fantasy-Serien für den Herbst 2018
Quelle: Netflix

Der Sommer ist vorbei, der Herbst da und hat neben haufenweise bunten Blättern auch jede Menge Serien im Gepäck. Elf sehenswerte Sci-Fi- und Fantasy-Serien, die im Herbst 2018 Premiere feiern oder mit einer neuen Staffel an den Start gehen.

Ob Superhelden-Saga, 90er-Jahre-Reboot, filmischer Drogentrip oder Agententhriller - im TV- und Streaming-Herbst 2018 ist für jeden Serien-Geschmack etwas dabei. Neben sieben bereits etablierten Sci-Fi- und Fantasy-Serien, die zwischen September und Dezember mit einer neuen Staffel an den Start gehen, tummeln sich in unserer Übersicht mit Counterpart, Maniac, Krypton und The Chilling Adventures of Sabrina auch vier Serien-Premieren.

Counterpart

1987, kurz vor dem Ende des Kalten Krieges, erschuf eine Handvoll ostdeutscher Wissenschaftler aus Versehen eine zweite Erde, die unserer zwar bis aufs Haar gleicht, sich seitdem aber völlig anders entwickelt hat. Von all dem ahnt Howard Silk, kleiner Büroangestellter bei den Vereinten Nationen, genauso wenig wie von dem Durchgang zwischen beiden Welten, den die UN in ihrer Berliner Behörde unterhält. Das ändert sich schlagartig als Howard in der Pilotfolge seinem Geheimagenten-Doppelgänger - dem namensgebenden "Counterpart" - vorgestellt wird. Gespielt werden die beiden Howards von Oscar-Preisträger J. K. Simmons, der Krimi-Fans vor allem als Psychiater Dr. Emil Skoda aus dem Law-&-Order-Universum bekannt vorkommen dürfte.

Wer etwas für Polit- und Spionagethriller mit einer Prise Sci-Fi und Mystery übrig hat, kann bei Counterpart, das vielen Kritikern und Zuschauern als der Serien-Geheimtipp 2018 gilt, bedenkenlos einen Blick riskieren. Die zehn Folgen der ersten Staffel laufen seit dem 28. September auf Amazons Prime Video Channel StarzPlay. Den europäischen Ableger des US-amerikanischen Pay-TV-Senders Starz, der auch für Serien wie American Gods, Black Sails und Outlander verantwortlich zeichnet, können Amazon-Prime-Kunden für zusätzliche 4,99 Euro dazubuchen, die ersten 14 Tage sind kostenlos. Eine weitere Staffel mit weiteren zehn Folgen ist bereits in der Mache.

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Maniac

Wer filmischen Drogentrips nicht abgeneigt ist und gerne wie ein Fragezeichen vor dem Fernseher sitzt, sollte es mit Maniac versuchen. Zwar verrät sogar der Trailer zur Mini-Serie mehr über die Story von Maniac als die komplette erste Folge, Langeweile kommt während der zehn Episoden aber nicht auf. In ihnen folgt der Zuschauer den Protagonisten Owen Milgrim (Jonah Hill, 21 Jump Street, The Wolf of Wall Street) und Annie Landsberg (Emma Stone, The Amazing Spider-Man, La La Land), die aus völlig unterschiedlichen Gründen an einer zweifelhaften klinischen Studie für drei kleine Pillen teilnehmen, die sämtliche psychischen Probleme der Probanden in Wohlgefallen auflösen sollen. Zwischen Pille A und der verheißenen Erlösung gehen die drogenabhängige Annie und der schizophrene Owen im Versuchslabor gemeinsam auf einen wilden Ritt durch Raum, Zeit und Unterbewusstsein. Die zehn Folgen von Maniac sind seit dem 21. September auf Netflix abrufbar.

Daredevil

Zweieinhalb Jahre nach Staffel zwei und einem Nahtoderlebnis in der Mini-Serie The Defenders ist Matt Murdock nicht mehr derselbe. Wer die acht Defenders-Folgen noch nicht gesehen hat, kann sich von Daredevils frisch eingestelltem Showrunner Erik Oleson spoilerfrei auf den neuesten Stand bringen lassen: "Matt ist zu Beginn der Staffel körperlich, emotional und spirituell gebrochen", verriet Oleson Entertainment Weekly im Vorfeld der dritten Staffel. Mitten in der schönsten Identitätskrise wird zu allem Überfluss Hell's Kitchens Oberbösewicht Wilson Fisk (gespielt vom großartigen Vincent D'Onofrio) aus dem Knast entlassen und ein diabolischer Daredevil-Doppelgänger macht die Stadt unsicher, der sich im Laufe der 13 Folgen als einer der bekanntesten Bösewichte des Marvel-Universums entpuppt.

Sicher ist auch ein Wiedersehen mit Matts Freunden Karen Page (gespielt von Deborah Ann Woll) und Foggy Nelson (Elden Henson). Von den übrigen Defenders, dem Punisher oder der in Netflix' Marvel-Serien unvermeidlichen Ex-Krankenschwester Claire Temple (Rosario Dawson) fehlt aber noch jede Spur. Die dritte und bisher wohl düsterste Daredevil-Staffel ist ab dem 19. Oktober auf Netflix abrufbar.

Krypton

Vom Marvel- ins DC-Universum: Weil Superhelden-Serien nie aus der Mode kommen, hat DC mit Krypton eine neue Superman-Serie aus dem Hut gezaubert, die ganz ohne Superman auskommt. Stattdessen dreht sich im Prequel zum Mann aus Stahl alles um Supermans Großvater Seg-El (gespielt von Cameron Cuffe), der 200 Jahre vor Supermans Geburt und der Zerstörung seines namensgebenden Heimatplaneten dafür kämpft, die Ehre seiner jüngst ausgestoßenen Familie und Kryptons politisches Gleichgewicht wiederherzustellen. Auf diese zündende Idee kommt Super-Opa Seg allerdings nicht alleine, sondern erst durch den Zeitreisenden Adam Strange (Shaun Sipos), der Seg von seinem berühmten Enkel erzählt. Wer Supermans zerstörtem Heimatplaneten schon immer einen Besuch abstatten wollte, kann sein Ticket ab dem 18. Oktober auf dem deutschen Pay-TV-Sender Syfy lösen. Eine zweite Staffel ist in den USA für 2019 angekündigt.

Travelers

Wer auf Zeitreisen, Geheimagenten und ein wenig Drama steht, sollte einen Blick auf Travelers - die Reisenden werfen. Angereist kommen die Travelers aus einer düsteren Zukunft, in der die Menschen ein Verfahren entwickelt haben, mit dem sie das Bewusstsein ihrer Agenten in einen Körper des 21. Jahrhunderts übertragen können, kurz bevor dessen eigentlicher Besitzer das Zeitliche segnet. Tausende dieser Geheimagenten leben mittlerweile unentdeckt unter uns, um unsere katastrophale Zukunft noch rechtzeitig abzuwenden. Um auch weiterhin unentdeckt zu bleiben, haben die Reisenden nicht nur den Auftrag, mögliche Schlüsselfiguren vor dem Tod zu bewahren oder bestimmte Ereignisse zu verhindern, sondern auch das Leben ihrer Wirte weiterzuführen.

Ob und wie das Team um den vermeintlichen FBI-Agenten Grant MacLaren (gespielt von Eric McCormack, Will & Grace, Perception) in der dritten Staffel mit seiner gelüfteten Identität zurechtkommt, soll noch 2018 auf Netflix zu sehen sein. Ein genaues Startdatum sowie einen Trailer zur neuen Staffel gibt es aber noch nicht.

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The Man in the High Castle

Eine ganze Spur dystopischer geht es in Amazons alternativer Geschichtserzählung The Man in the High Castle zu. In der Adaption von Philip K. Dicks Roman Das Orakel vom Berge aus dem Jahr 1962, in dem auch die Handlung von Buch und Serie einsetzt, haben Nazi-Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen und die USA sowie den Großteil der restlichen Welt unter sich aufgeteilt. Doch auch die beiden Achsenmächte sind sich alles andere als grün und dank einer geheimen Filmrolle, die eine alternative Welt zeigt, in der die Alliierten den Krieg gewonnen haben, formiert sich eine Widerstandsbewegung um den so mysteriösen wie namensgebenden Man in the High Castle. Die zehn Folgen der dritten Staffel sind seit dem 5. Oktober auf Amazon Prime zu sehen. Eine vierte Staffel hat der Versandriese bereits bestätigt.

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The Chilling Adventures of Sabrina

Frage: Was kommt dabei heraus, wenn man Riverdale mit Der Exorzist kreuzt? Antwort: Die neue Netflix-Serie The Chilling Adventures of Sabrina. Das legt zumindest Roberto Aguirre-Sacasa nahe, der sowohl für Riverdale als auch die nun zweite aktuelle Adaption aus dem Archie-Comics-Universum verantwortlich zeichnet. Als Vorbilder für seine Version der Geschichte um die Highschool-Schülerin und Halb-Hexe Sabrina Spellman, die sich an ihrem 16. Geburtstag zwischen der magischen Welt ihrer Hexen-Tanten Hilda und Zelda und der ihrer sterblichen Freunde entscheiden muss, schwebten Aguirre-Sacasa Rosemary's Baby und der andere bereits erwähnte Horror-Klassiker von 1973 vor.

Wem die Rahmenhandlung jetzt schrecklich bekannt vorkommt, der hat nicht nur aller Wahrscheinlichkeit nach die Mitte 20 bereits überschritten, sondern auch völlig Recht: Ende der 90er flimmerte die Jung-Hexe in Sabrina - Total Verhext! schon einmal über die Fernsehbildschirme. Statt seichter Teenie-Komödie mit Lachern aus der Dose soll die Zuschauer 20 Jahre später also eine Coming-of-Age-Geschichte mit Horror-Atmosphäre in ihren Bann ziehen. Auf keinen Fall fehlen darf bei einem Reboot natürlich der heimliche Star der damaligen Serie: Salem. Dass der durchgeknallte Kater in der Neuauflage ähnlich viel Screentime bekommt wie im Original, schien zuletzt allerdings fraglich: Wie sich beim Dreh herausstellte, hat Sabrina-Darstellerin Kiernan Shipka (Don Drapers Tochter Sally in Mad Men) eine Katzenhaar-Allergie. Die zehn Folgen der ersten Staffel laufen ab dem 26. Oktober auf Netflix, eine zweite Staffel ist bereits angekündigt.

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The Walking Dead

Einfach nicht totzukriegen ist AMCs Zombie-Serie The Walking Dead. Erst kürzlich machten Gerüchte die Runde, der US-Sender plane derzeit gleich mehrere Filme und Serien, die das TWD-Universum auch in den kommenden zehn Jahren am Leben erhalten sollen. In der Gegenwart startete die Mutterserie am 7. Oktober in ihre neunte Staffel - bei uns sind die aktuellen Folgen immer einen Tag nach der US-Ausstrahlung über Sky Ticket abrufbar. Wer seine Zombie-Serien lieber auf Deutsch und kostenlos schaut, hat seit dem 12. Oktober Gelegenheit dazu: RTL 2 zeigt die achte Staffel The Walking Dead am sehr späten Abend in täglichen Doppelfolgen.

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Black Mirror

Gleich die erste Folge stellte klar, dass die britische Anthologie-Serie Black Mirror nichts für schwache Nerven ist. Jede der bisher 19 Folgen kommt mit komplett neuen Figuren, eigenständiger Handlung und eigener Realität daher. Gemeinsam ist allen Episoden nur das Thema: Was passiert, wenn technischer Fortschritt nach hinten losgeht? Heikel ist dabei nicht die Technik selbst - das Problem sitzt auch in Black Mirror immer vor dem Rechner.

Die mittlerweile mit sieben Emmys ausgezeichnete Sci-Fi-Serie spielt zwar nicht in unserer tatsächlichen Gegenwart, schrappt aber regelmäßig erschreckend nah an der Realität vorbei. Mit unausgelutschten Ideen malt Black Mirror aus, "wie wir alle in zehn Minuten leben könnten, wenn wir uns ungeschickt anstellen", bringt Brooker sein Serienkonzept auf den Punkt. Die ersten vier Staffeln laufen bereits auf Netflix, die fünfte Staffel gesellt sich voraussichtlich im Dezember 2018 dazu. Mit von der Partie wird dann erstmals auch eine interaktive Folge sein, in der die Zuschauer per Fernbedienung Einfluss auf den Verlauf der Handlung nehmen. Die Anzahl der Folgen sowie ein Trailer der kommenden Staffel stehen noch aus.

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Black Lightning

DC-Universum, die Zweite: An der Comicadaption Black Lightning scheiden sich die Geister. Einen zu tiefen Griff in die Klischeekiste sowie eine der Diversität geopferte Handlung und Schauspielleistung wirft die eine Seite der Superhelden-Serie des US-Senders The CW vor - und prallt damit gegen eine Wand äußerst positiver Kritiken. Unbestreitbar sind dagegen die leider etwas behäbigen Kampfszenen, aber auch der etwas andere Superheld, Marke gestandener Familienvater jenseits der 40.

Jefferson Pierce (gespielt von Cress Williams) ist Vater einer erwachsenen und einer fast erwachsenen Tochter, Highschool-Direktor in einem Problem-Viertel, unglücklicher Besitzer einer zerbrochenen Ehe und seit neun Jahren im Superhelden-Ruhestand, nachdem sein Alter Ego Black Lightning seine Ehe zerstört und ihn beinahe auch sein Leben gekostet hätte. Ein Problem ist sein Viertel vor allem wegen der eskalierenden Gewalt von Polizei und der Gang The 100. In der Pilotfolge der ersten Staffel kam es deshalb, wie es kommen musste, und der brave Schuldirektor schlüpfte erneut in die Rolle des Blitze schleudernden Streiters für Recht und Ordnung, Retro-Anzug inklusive. Die 13 Folgen der zweiten Staffel von Black Lightning laufen ab dem 16. Oktober auf Netflix.

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The Gifted

Marvel, die Zweite: The Gifted spielt zwar im X-Men-Universum, kommt aber dank alternativer Zeitlinie ohne X-Men aus. Mutanten gibt es trotzdem und verfolgt werden sie auch - unter anderem von Staatsanwalt Reed Strucker (gespielt von Stephen Moyer). Das ändert sich als Papa Strucker und seine Frau Kate (Amy Acker, Person of Interest) herausfinden, dass ihre Kinder Lauren (Natalie Alyn Lind) und Andy (Percy Hynes White) selbst Mutanten sind und gemeinsam vor der Regierung und in den Untergrund flüchten. Die 16 Folgen der zweiten Staffel von The Gifted, in der sich die verfolgten Mutanten in zwei Lager aufgespalten haben, sind ab dem 7. November auf Fox zu sehen.

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Welche Serie ist euer Herbst-Favorit? Welche haben wir vergessen? Verratet uns eure Geheimtipps in den Kommentaren.

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