Polizei-Verfolgungsjagten, Tuning, Mikrotransaktionen, Mehrspieler, Fazit

Test Lukas Schmid
Polizei-Verfolgungsjagten, Tuning, Mikrotransaktionen, Mehrspieler, Fazit
Quelle: EA

Review zu Need for Peed: Payback. Gutes Geschwindigkeitsgefühl und schöne Technik treffen auf nervige Lootboxen, Grinding und Co. Need for Speed hat ein Identitätsproblem. In unserem Test zum neuesten Teil der althergebrachten Rennspiel-Serie klären wir darüber auf, warum der Open-World-Racer mit der aktuellen Genre-Konkurrenz nicht mithalten kann.

Tuning, wie es nicht gemacht wird

Die Spielwelt ist groß, aber nicht zu groß und schön gestaltet. Quelle: Computec Media GmbH Die Spielwelt ist groß, aber nicht zu groß und schön gestaltet. Nichts reißt das Spiel aber so nach unten wie das völlig verhunzte Tuning-System. Wir haben ja bereits erwähnt, dass die Unterschiede zwischen einem nicht verbesserten und einem aufgemotzten Auto drastisch sind und das finden wir ja durchaus positiv. Der Prozess, um das Auto zu verbessern, ist aber zum Haareraufen. Anstatt einfach mit verdientem Geld gezielt neue Teile zu kaufen, wie es in Rennspielen üblich ist, erhalten wir nach jedem Sieg eine sogenannte Speed Card. Was für eine, lässt sich nicht vorhersagen und sie verbessert zufällig in mehreren verschiedenen Kategorien unseren jeweiligen Wagen - und nur diesen, denn Karten können zwar aufgehoben oder gegen Geld getauscht, aber nicht für andere Autos in der Garage genutzt werden. Wenn es nur das wäre - aber durch das zufallsbasierte Speed-Card-System geht jeder strategische Aspekt bei der Verbesserung der Autos flöten und wir verbessern halt, was uns gerade zur Verfügung steht.
Das Tuning via Speed Cards wurde gehörig in den Sand gesetzt und dient nur dazu, die Mikrotransaktionen zu pushen. Quelle: Computec Media GmbH Das Tuning via Speed Cards wurde gehörig in den Sand gesetzt und dient nur dazu, die Mikrotransaktionen zu pushen.

Zwar lassen sich auch Speed Cards im In-Game-Shop kaufen, die Auswahl an Exemplaren dort ist aber auch zufällig. Und warum das Ganze? Natürlich, um die Mikrotransaktionen im Spiel zu pushen. Wer will, kauft sich nämlich als "Lieferungen" bezeichnete Loot Boxen, in denen neben optischen Verbesserungen für unser Auto auch Speed Cards warten. Wer nicht zu zahlen gewillt ist, der muss grinden, indem er bereits absolvierte Rennen noch einmal fährt - und zwar gezwungenermaßen, denn ansonsten sind die Story-Missionen stets viel zu schwer, um sie zu bestehen, auch für erfahrene Rennspiel-Fahrer. Zum Zwecke der Gewinnmaximierung wurde hier ein gut funktionierendes System über den Haufen geworfen und das Spiel drastisch verschlechtert. Immerhin, das optische Tuning lässt sich auch ohne Echtgeld-Einsatz ausreichend genießen - wäre ja noch schöner.

Müder Mehrspielermodus

Die Mehrspieler-Rennen machen Spaß, der Modus kommt aber sehr rudimentär daher. Quelle: Computec Media GmbH Die Mehrspieler-Rennen machen Spaß, der Modus kommt aber sehr rudimentär daher. Relativ rudimentär umgesetzt wurde der Mehrspielermodus. Die gute Nachricht zuerst - die vielkritisierte Online-Pflicht des direkten Vorgängers ist Vergangenheit, der gesamte Singleplayer-Modus lässt sich auch offline erleben. Stattdessen wählen wir die Multiplayer-Rennen nun separat durch einen Punkt im Menü an und haben dann die Wahl zwischen Ranglistenrennen und solchen nur zum Spaß, ohne Einfluss auf unseren Rang. Die fünf Duelle werden dabei wie in der Kampagne in die diversen Rennvarianten unterteilt und wir können wahlweise mit unseren eigenen Karren aus dem Singleplayer-Modus oder Leihwagen gegen Freunde oder Zufallsbekanntschaften antreten. All das funktioniert, aber wie gesagt fehlt dem Ganzen irgendein kreativer Aspekt, der es auszeichnet. Bei den meisten Spielern dürfte nach ein paar Mehrspieler-Rasereien auch schon wieder die Luft raus sein.

Vergeltung fehlgeschlagen

Was bleibt, ist ein durchaus kompetent umgesetztes Rennspiel, welches aber an Belanglosigkeit und Austauschbarkeit kaum noch zu überbieten ist. Die Rennvarianten sind allesamt okay, man kennt sie aber schon aus zig anderen Spielen, und sie wurden oft genug besser umgesetzt. Die Welt ist recht hübsch, aber leer und durch die vielen abgesperrten Gebiete eine rechte Mogelpackung. Der Mehrspielermodus funktioniert, hat darüber hinaus aber wenig zu bieten. Die Story ist so flach, wie man es von so einer Art von Spiel erwartet, verfügt aber auch nicht über genug B-Movie-Flair oder richtig beeindruckende Action-Sequenzen, um wirklich bei der Stange zu halten. Durch das verhunzte Tuning-System via Speed Cards haben sich die Entwickler zudem einen echten Bärendienst erwiesen, denn es zieht so gut wie alle Aspekte des Spiels noch einmal nach unten. In einer Zeit, in der man als Rennspiel-Fan die Wahl zwischen zig besseren Alternativen hat, ist Need for Speed: Payback (jetzt kaufen ) schlicht uninteressant.

Metacritic bewertet das Spiel mit 62%.

Meinung

Wertung zu Need for Speed: Payback (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Need for Speed: Payback (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Need for Speed: Payback (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Schön gestaltete WeltGutes GeschwindigkeitsgefühlGelungene Arcade-SteuerungSpürbare Tuning-AuswirkungenNette TechnikGute Gegner-KISchöne Auto-AuswahlNette Derelict-SammeleienKeine realen Zwischensequenzen mehr
Bescheuertes Speed-Card-System (Loot Boxes)Speed Cards nicht zwischen Autos übertragbarLeistungs-Tuning ist GlückssacheExtrem nerviges GrindingViel zu viele gescirptete EventsKeine echten Polizei-VerfolgungsjagtenLangweilige Drag- und Drift-RennenKaum Autos, keine NPCs auf der MapGroßteils uninspirierte CollectiblesAnzeige-Verzögerung nach RespawnEinige Bugs und AbstürzeViele Sequenzen nicht überspringbarBelanglose StoryUnsympathische HauptfigurenRichtig schlechte deutsche Sprecher

Bildergalerie

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