Need for Speed: Hot Pursuit Remastered - Brachiale Rennspiel-Action in der Hands-on-Vorschau

Special David Benke
Need for Speed: Hot Pursuit Remastered - Brachiale Rennspiel-Action in der Hands-on-Vorschau
Quelle: Electronic Arts

Der Release von Need for Speed: Heat liegt noch nicht mal zwölf Monate zurück, da kommt Electronic Arts schon mit einem neuen Teil der Rennserie um die Ecke. Oder sollte man besser sagen: mit einem alten Teil? Mit Hot Pursuit Remastered bringt der US-Publisher nämlich ein Spiel zurück, das mittlerweile über ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Eine gute Idee? Wir haben den Action-Racer noch vor Release angespielt und geben euch die Antwort.

Neuauflagen bekommen in der Regel ja eher die Titel spendiert, die bei Spielern und Presse besonders gut ankamen. Oder jene, deren Konzept so einzigartig ist, dass es sich lohnt, sie dem Gaming-Nachwuchs noch einmal vorzusetzen. Team ICOs Shadow of the Colossus ist da ein richtig gutes Beispiel. Im Genre der Rennspiele stößt man dagegen eher selten auf Remaster-Versionen - und das auch aus gutem Grund: Mit stetem spielerischen, technischen und grafischen Fortschritt werden ja auch Racer nur immer besser. Ein Schritt zurück ergibt hier also meist nur wenig Sinn.

Entsprechend überraschend kam die Ankündigung, dass das zehn Jahre alte Need for Speed: Hot Pursuit (jetzt kaufen 29,99 € ) nun in einer Remaster-Version ein Comeback feiern wird. "Wir haben ein paar tolle Erinnerungen an das Original und sind sehr stolz auf das, was wir mit Hot Pursuit geschaffen haben", erklärt Matt Webster, General Manager von Entwickler Criterion Games, die Idee hinter der Neuauflage. Zudem sei das Remaster eine perfekte Möglichkeit, einem neuen Publikum einen alten Klassiker zu präsentieren. Bereits am 6. November soll der Titel für PC, PS4 und Xbox One erscheinen, eine Woche später folgt dann auch eine Version für die Nintendo Switch. Wir durften bereits jetzt mehrere Stunden reinspielen und verraten, was auch alles erwartet.

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Der Rausch der Geschwindigkeit

Für alle, die das Original nicht gespielt haben (so wie der Verfasser dieser Zeilen), beginnen wir mal ganz vorne und klären: Worum geht's eigentlich? Serientypisch stehen auch in Hot Pursuit krasse Karren und rasante Verfolgungsjagden im Fokus. So weit, so bekannt. Dafür zeigt sich der Titel an anderer Stelle beinahe schon unerhört wagemutig. Es gibt nämlich keine Story! Statt sich mit einer pseudo-hippen Erzählung rund um rüpelhafte Raser und knallharte Cops aufzuhalten, geht das Spiel direkt ans Eingemachte und entlässt euch nach einem kurzen Intro schnurstracks auf die Straße. Und das nicht nur als Racer, sondern erstmals in der Seriengeschichte auch als Polizist! Auf der Übersichtskarte, über die ihr die verschiedenen Rennevents auswählt, könnt nahtlos zwischen den zwei Optionen hin und her wechseln und so frei entscheiden, auf welches Spielerlebnis ihr gerade mehr Bock habt.

Need for Speed: Hot Pursuit Remastered in der Hands-on-Vorschau. (3) Quelle: Electronic Arts Need for Speed: Hot Pursuit Remastered in der Hands-on-Vorschau. (3) Denn selbst, wenn im Fokus beider Pfade natürlich der Geschwindigkeitsrausch steht, gibt es je nach Wahl auch einige Unterschiede: Als Racer geht es primär darum, zum PS-König der fiktiven Region Seacrest County aufzusteigen. Dafür absolviert ihr Rennen verschiedenster Art (vom Zeitfahren bis hin zu Sprints gegen bis zu sieben andere KI-Gegner), sammelt Kopfgeld und schaltet so wiederum neue Events sowie Autos frei. Auf der Strecke erwartet euch dabei das serientypische Arcade-Racing-Gameplay: spielerisch jetzt nicht allzu anspruchsvoll dafür aber voll rasanter, spektakulärer Action. Wer auf Schickimicki-Kram wie Reifenabrieb, Benzinverbrauch, Aerodynamik oder Wettereinflüsse hofft, der ist hier an der falschen Adresse. In Need for Speed setzt man auf Nitro-Einspritzung und halsbrecherische Drifts. Die sind in Hot Pursuit wenigstens gelungen umgesetzt. Anders als noch in NFS: Heat müsst ihr nicht mehr das Gaspedal doppelt antippen, sondern taktisch klug mit der (Hand-)Bremse arbeiten und geschickt gegenlenken. So kommt ein richtig befriedigendes Gefühl auf, wenn ihr auf einer engen Bergstraße den Motor aufheulen und die Reifen durchdrehen lasst, um dann eindrucksvoll um eine Spitzkehre zu schlittern.

Plötzlicher Perspektivenwechsel

Für zusätzliche Anspannung sorgen Rennen gegen die Polizei. Hier stehen euch dann Waffen wie EMPs und Nagelbänder zur Verfügung, mit denen ihr euch eurer Verfolger entledigen müsst. Das sieht dank ordentlicher Blechschäden und Crashs in Slow-Motion echt fett aus. Hier macht sich klar das Knowhow bemerkbar, das Criterion Games aus seinen Burnout-Titeln mitbringt. Danach lässt sich der Spieß dann auch noch umdrehen, sodass ihr als Gesetzeshüter besonders gefährliche Raser aus dem Verkehr ziehen oder illegale Straßenrennen sprengen müsst - natürlich, indem ihr die fahrbaren Untersätze aller Beteiligten zerstört. Da sich euer Nitro-Boost dabei nur durch gewagte Aktionen wie Beinahe-Unfälle oder Fahren im Gegenverkehr auflädt, ist man ironischerweise auch als Polizist dazu gezwungen, möglichst rücksichtslos zu fahren.

Need for Speed: Hot Pursuit Remastered in der Hands-on-Vorschau. (1) Quelle: Electronic Arts Need for Speed: Hot Pursuit Remastered in der Hands-on-Vorschau. (1) Im Original braucht man für die Beendigung beider Pfade ungefähr 14 Stunden, im Remaster wird es etwas länger dauern. "Selbst wenn ihr das Spiel bereits kennt, erwartet euch neuer überraschender Content, den wir ins Spiel mit eingearbeitet haben", verrät Creative Director Chris Roberts vom unterstützenden Studio Stellar Entertainment. Konkret heißt das: Alle Inhalte, die die Urfassung nach dem Launch spendiert bekam, sind diesmal von Beginn an mit an Bord. Dazu kommen 30 zusätzliche Herausforderungen in Form von Meilensteinen, die die Gesamtspielzeit nochmals um satte sechs Stunden aufplustern. Danach habt ihr noch die Möglichkeit, in den Freie-Fahrt-Modus zu wechseln und zu den Radioklängen von Deadmau5, Pendulum oder Bad Religion die abwechslungsreiche, an Kalifornien angelehnte Spielwelt zu erkunden. Wirklich viel zu sehen gibt es dort aber nicht. Klar, ihr könnt Abkürzungen finden, die euch in späteren Rennen nützlich sein können. Collectibles oder Aktivitäten wie die aus NFS: Heat bekannten Radarfallen und Weitsprünge gibt es aber nicht. Einzig der Fotomodus bietet noch etwas Tiefe. Der wurde im Remaster um einige zusätzliche Optionen und Filter ergänzt.

Was gibt's Neues?

Zudem könnt ihr während eurer Foto-Sessions auch gut den grafischen Feinschliff begutachten. Bewundern wäre vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Im Vergleich zum zehn Jahre alten Original sieht die Neuauflage selbstverständlich besser aus: Die Texturen sind höher aufgelöst, die ist Sichtweite verbessert und die Beleuchtung überarbeitet. Da hier aber immer noch mit derselben Engine wie 2010 gearbeitet wird, haut die Optik auch nicht vom Hocker. Daran ändert selbst der extra Grafik-Modus nichts, der 4K-Auflösung und 30 FPS statt der standardmäßigen 1080p und 60 FPS bietet.

Need for Speed: Hot Pursuit Remastered in der Hands-on-Vorschau. (4) Quelle: Electronic Arts Need for Speed: Hot Pursuit Remastered in der Hands-on-Vorschau. (4) Dafür wurden die Garage sowie die Benutzeroberfläche nochmal generalüberholt und alle Videosequenzen reskaliert, wodurch die zehn freischaltbaren Auto-Showcase-Clips auch heute noch was hermachen. Über den Fuhrpark selbst kann man das indes nur bedingt sagen: Zehn Jahre alte Karossen wie der Mazda RX8 oder der BMW Z4 hauen 2020 wohl keinen mehr um, zumal Hot Pursuit auch noch komplett auf Leistungs- und Optiktuning verzichtet. Post-Launch wird zwar ein Folien-Editor nachgereicht, mit dem ihr eure Wagen individuell bekleistern könnt, zu anderen DLCs oder Mikrotransaktionen wollte man uns aber nichts sagen.

Stattdessen hoben die Macher abschließend nochmal die soziale Komponente von Hot Pursuit hervor. In deren Fokus steht das Autolog-Feature, das euch die Möglichkeit gibt, euch schnell und einfach mit Freunden zu verbinden, Leistungen zu vergleichen und einander herauszufordern. Entweder asynchron, indem ihr Bestzeit anderer toppt, oder auch ganz klassisch im Multiplayer -Modus. Hier steht neben simplen Rennen etwa auch die "Interceptor"-Spielvariante zur Auswahl, wo ihr euch zu acht eine Verfolgungsjagd zwischen Cops und Rasern liefert - dank Crossplay sogar plattformübergreifend und im Gegensatz zum Singleplayer ohne Gummiband-Effekt. Ob das aber auch reicht, um Spieler von der Konkurrenz oder dem letztjährig erschienenen Need for Speed: Heat loszueisen? So richtig überzeugt, sind wir da noch nicht.

Bisheriges Fazit

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