Durchgeprügelt: Wir haben das Anime-Beat-'em-Up My Hero One's Justice auf der Switch auf mögliche Macken getestet
Test
Mit My Hero One's Justice schafft es ein weiteres Beat 'em Up auf die Nintendo Switch. Der Prügelspaß von Bandai Namco entführt euch in die Welt des Anime My Hero Academia und lässt euch knackige Kämpfe gegen Schurken und Helden bestehen. Ob das 3D-Kampfspiel nur Fans der Vorlage interessiert oder auch andere schlagfertige Spieler begeistern kann, lest ihr in unserem Test.
Ob Naruto to Boruto: Shinobi Striker oder das kommende Jump Force - sich mit seinen geliebten Animehelden in dreidimensionalen Arenen herumzuschlagen, scheint derzeit hoch im Kurs zu stehen. Mit dem Beat 'em Up My Hero One's Justice (jetzt kaufen ) prügelt sich nun ein weiterer Genrevertreter in unseren Fokus und sogar auf die Switch.
Inhaltsverzeichnis
Achtung: Akute Spoiler-Gefahr
Quelle: PC Games
Die Handlung wird in hochwertigen Comic-Strips erzählt. Ein paar wenige, animierte Sequenzen gibt es auch – die ruckeln aber.
Bevor wir auf das konfrontative Kernstück des Spiels zu sprechen kommen, werfen wir einen Blick auf den gelungenen Story-Modus. Die Handlung, die mitten in der zweiten Staffel des Anime My Hero Academia ansetzt und am Wendepunkt der dritten Staffel endet, wird in ansprechend gestalteten, japanisch vertonten und mit deutschen Texten versehenen Comic-Strips erzählt. Kenner kommen hier auf ihre Kosten, für alle anderen stecken die Passagen und integrierten Kämpfe, die euch etwa sechs Stunden auf Trab halten, voller Spoiler. Wer die Vorlage gar nicht kennt, bleibt zudem angesichts fehlender Erklärungen verwirrt zurück. Warum sich trotz allem nicht nur Fans ins Getümmel stürzen sollten, verrät das unterhaltsame Kampfsystem.
Ihr habt doch 'ne Macke!
Auch wenn alle zwanzig Helden und Schurken eine individuelle, sogenannte Macke besitzen, die sich auf die konkrete Ausprägung einzelner Attacken auswirkt, greift jeder Charakter auf dieselbe Basissteuerung zurück. Das erleichtert nicht nur das Erlernen neuer Movesets, sondern trägt ebenfalls sehr zur Abwechslung bei, da sich jede Figur zwar in etwa gleich handhabt, jedoch nicht gleich spielt. Vor allem Genreneulingen kommt dies zugute.
Quelle: PC Games
Egal ob online, lokal oder im Singleplayer-Modus: Die Kamera fässt automatisch das Kampfgeschehen ein. Das Interface ist übersichtlich und einfach gehalten.
Je nach Areal zieht ihr eurem Gegner mit saftigen Schlägen und treffsicheren Kombos die Lebenspunkte ab, schleudert ihn gegen Hindernisse oder gleich aus dem Ring. Neben der normalen Attacke greift ihr dabei vor allem auf eure mächtigen Macken zurück, die mehr Schaden austeilen, aber auch sinnvoll und zur richtigen Zeit eingesetzt werden müssen. Zudem könnt ihr bis zu zwei Begleiter in den Kampf rufen, die euch für einen kurzen Moment helfen. Je mehr Treffer und Kombos ihr landet, desto schneller lädt sich die Plus-Ultra-Leiste auf, mithilfe derer ihr noch stärkere Attacken entfesseln könnt. Trefft ihr euren Gegner mit einem solchen Angriff, werdet ihr mit einer epischen Animation belohnt. Natürlich könnt ihr euch auch vor den Schlägen eures Gegners verteidigen - spielt ihr jedoch allzu defensiv, ist eure Abwehrleiste leer und der Feind hat freie Bahn.
Spaßiger Schlägerstandard
Quelle: PC Games
Der Ex-Plus-Ultra Move erfordert eine volle Plus-Ultra-Leiste sowie zwei aufgeladene Begleiter. Wie stark die Attacken ausfallen, zeigt euch im Trainingsmodus das Schadensmeter.
My Hero One's Justice erfindet weder das Rad neu, noch stellt die mehr oder minder angriffslustige KI erprobte Beat-'em-Up-Spieler vor besondere Herausforderungen. Nichtsdestotrotz machen die Kämpfe insbesondere aufgrund der hervorragenden Zugänglichkeit und der ausgeprägten Beweglichkeit eurer Charaktere eine Menge Spaß. Um euren Gegner hinterrücks zu überfallen, macht ihr nämlich vom Sprint sowie vom Doppelsprung ordentlich Gebrauch. Dadurch, dass eure Attacken in der Luft oft einen anderen Effekt als am Boden haben, ergeben sich viele Angriffsmöglichkeiten, die das Erlebnis immer wieder neu auffrischen und in hitzigen Momenten eine schnelle Reaktionsfähigkeit erfordern.
Dass ihr ab und zu kopfüber durch das Kampfareal fliegt und die Kameraeinstellung nicht beeinflussen könnt, führt leider zu gelegentlicher Orientierungslosigkeit. Dafür bleiben eure Bewegungen nahezu im gesamten Spielverlauf angenehm flüssig und auch die Schlagabtausche gestalten sich übersichtlich. Die motivierende Musik sowie die schmucke, aber nicht herausragende Grafik setzen der spaßigen Standardschlägerei die Krone auf.
Ein Kampf auf vielen Arten
Im Menü habt ihr die Wahl zwischen mehreren klassischen Modi wie der Arcade oder dem lokalen Koop, die das basale Kampfgeschehen unterschiedlich einfassen. Insbesondere die Missionen stechen hier positiv heraus. Auf sechs auswählbaren Karten bahnt ihr euch einen von mehreren möglichen Wegen zum finalen Kampf und tretet unterwegs gegen knackig-schwere Gegner an. Das Besondere: eure verlorenen Lebenspunkte nehmt ihr in den nächsten Schlagabtausch mit, sofern ihr sie nicht im Missionsmenü mithilfe gesammelter Items wieder auffrischt. Zudem bringen bestimmte Abschlussbedingungen und Spezialregelungen zusätzliche Spannung in die Runden. Wer jede Mission auf dem S-Rank abschließen möchte, muss über kurz oder lang mehrere unterhaltsame Stunden investieren.
Auch der Trainingsmodus gibt sich gegenüber anderen Genrevertretern keine Blöße. Die breit gefächerten Optionen ermöglichen es euch, alle denkbaren Situationen auszutesten. Ein Schadensmeter gibt zudem Aufschluss über eure Angriffskraft. Insgesamt ist My Hero One's Justice in puntco Modi also gut aufgestellt.
Mehrspieler mit Mini-Macken
Im lokalen Koop lässt sich bei der Performance kein Unterschied zu den CPU-Kämpfen erkennen, lediglich die Plus-Ultra-Moves ruckeln ein wenig. Da ihr euren Charakter in diesem Moment eh nicht bewegen könnt, stört das jedoch nicht weiter.
Quelle: PC Games
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Anders verhält es sich, wenn ihr Spieler aus aller Welt duelliert. Online machen sich durchaus Verbindungsprobleme bemerkbar, spielbar ist der Modus aber allemal - ganz zum Glück der fortgeschrittenen Kämpfer, die hier auf gnadenlose Gegner treffen. Schade, dass man keine Revanche einfordern kann.
Nur für Fans der Serie?
Auf den ersten Blick ist My Hero One's Justice nur für Fans der Vorlage relevant. Angesichts des sehr spaßigen Kampfsystems lässt sich dieser Eindruck letzten Endes jedoch nicht ganz bestätigen. Ob das Beat 'em Up das Interesse der Profikämpfer weckt, ist hingegen fraglich. Nichtsdestotrotz ist My Hero One's Justice ein unterhaltsamer Genrevertreter, der vollkommen verdient neben seinen Kollegen Platz nimmt.
