My Friend Pedro: Voll Banane, aber richtig gut - Die Bullet-Time-Ballerei im Test
Test
Bereits auf der letztjährigen E3 waren wir von der Indie-Ballerei My Friend Pedro ziemlich begeistert und nun ist der abgedrehte Shooter-Spaß mit der sprechenden Banane auch endlich erschienen. Wir haben allerhand Kopfgeldjäger, Nerds und sogar Bewacher des Internets ins virtuelle jenseits geschickt und verraten euch, warum Action-Fans den Titel unbedingt auf dem Zettel haben sollten.
Blood, Bullets, Bananas - so lautet der offizielle Marketing-Slogan zu Devolver Digitals Actionspiel My Friend Pedro (jetzt kaufen 16,80 € ). Und genau das erwartet euch auch. Ihr erwacht als maskierter Typ in einer Fleischerei und könnt euch an nichts erinnern. Doch plötzlich taucht die sprechende Banane Pedro auf, die angeblich euer Freund ist, und stiftet euch dazu an, die Pistole auf dem Boden aufzuheben, um den bewaffneten Wurstdrehern sowie dem Fleischerei-Chef die Lichter auszuknipsen. Kurz darauf sind euch Kopfgeldjäger auf den Fersen, ihr kämpft in der Kanalisation gegen Nerds in schlechten Cosplay-Kostümen und ihr beseitigt die "Hater" aus Pedros Bananenwelt, während ihr mit einer Propellermütze über sie hinwegfliegt. Also quasi eine Geschichte mitten aus dem Leben.
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Brutal guter Ballerspaß
Dass sich My Friend Pedro in die Riege abgefahrener Devolver-Titel einreiht, dürfte euch selbst dann klar sein, wenn ihr euch auch in der Realität mit einer Banane unterhaltet. Doch der Wahnsinn des Spiels ist gar nicht das herausstechende Merkmal von My Friend Pedro, sondern eher das unglaublich gute, spaßige und coole Action-Gameplay. Im Grunde bewegt ihr euch einfach nur (meist) von links nach rechts durch einen der in sechs Abschnitte aufgeteilten 40 Levels und killt sämtliche Gegner im Areal, doch die Umsetzung ist unglaublich gut gelungen.
Quelle: PC Games
Metallschilder oder Pfannen können dafür genutzt werden, eure Kugeln auf Gegner abprallen zu lassen.
Per Druck auf den linken Analogstick schaltet ihr in Zeitlupe und springt mit der B-Taste stylish über oder zwischen die Gegner. Zudem weicht ihr feindlichem Beschuss aus, indem ihr LB betätigt. Dann dreht sich der namenlose Protagonist, kann dabei aber auch weiter feuern, wodurch die Kugeln weiter gestreut werden. Besitzt ihr Handfeuerwaffen, könnt ihr auch in jede Hand eine nehmen und gleichzeitig zwei Widersacher anvisieren. Einer wird dann mit LT automatisch anvisiert, während ihr mit dem rechten Analogstick manuell einen weiteren Fiesling aufs Korn nehmt.
Quelle: PC Games
Habt ihr in jeder Hand eine Schusswaffe, könnt ihr auch zwei Ziele gleichzeitig anvisieren.
Das klingt alles relativ simpel, wird im weiteren Spielverlauf aber immer kniffliger, da euch immer mehr und stärkere Gegner erwarten, die immer durchschlagskräftigere Waffen bekommen und die Bösewichte oftmals so im Raum verteilt sind, dass nur die richtige Strategie gepaart mit dem gekonnten Einsatz eurer Fähigkeiten zum Erfolg führt. Zudem führt My Friend Pedro nacheinander verschiedene kleine Spielelemente ein, die nicht nur für Abwechslung sorgen, sondern ebenfalls mit euren Skills kombiniert werden müssen.
So tretet ihr beispielsweise eine Bratpfanne in die Höhe zwischen eure Gegner und feuert dann darauf, sodass die Kugeln auf die Fieslinge abprallen. Oder ihr lauft auf einem rollenden Fass umher, während ihr auf die Gegner schießt oder aber ihr schwingt euch an Kabeln entlang über die Köpfe der Fieslinge und schaltet sie von oben aus. Des Weiteren werden nach und nach verschiedene Fallen, Minen und Schalterrätsel in den Levels eingeführt. Überhaupt fühlen sich sämtliche Situationen - auch die Kämpfe - bald wie Rätsel an, da man überlegt vorgehen muss.
Ab und an erwarten euch auch kleine Highlight-Missionen, wie eine Verfolgungsjagd auf einem Motorrad oder die Flucht auf einem Skateboard vor einem Kampfflugschiff. So wird es über die komplette Spieldauer von etwa fünf bis sechs Stunden (auf dem normalen von insgesamt drei Schwierigkeitsgraden) nie langweilig. Man merkt zudem selbst, wie man immer besser wird und fette Kombos aneinanderreihen kann, die für eine bessere Bewertung am Ende des Levels sorgen. Spielt man My Friend Pedro ein wenig, gerät man schnell in eine Art Flow. Das ist super spaßig und enorm motivierend.
Quelle: PC Games
Das Spiel bemüht sich immer um Abwechslung. So ballert ihr mal auf einem Skateboard um euch, mal liefert ihr euch eine blutige Verfolgungsjagd auf einem Motorrad.
Braune Flecken auf der Banane
Quelle: PC Games
Mit einigen Objekten dürft ihr interagieren. So könnt ihr beispielsweise auf einem Fass rollen, während ihr die Fieslinge ausknipst.
So viel Spaß das Gameplay und der irre Grundton von My Friend Pedro aber auch machen, perfekt ist es natürlich nicht. Die Charaktermodelle sind oftmals etwas grob, aber dafür läuft der Titel auch super flüssig. Etwas nerviger ist hingegen, dass die Tastenbelegung auf dem Controller ein wenig krampfig ausgefallen ist. Sowohl beim Wegtreten von Objekten als auch beim Waffenwechsel über das Digi-Kreuz gerät man oftmals etwas aus dem Flow. Dennoch empfehlen wir klar die Steuerung mit einem Gamepad.
Mit Maus und Tastatur steuert sich My Friend Pedro zwar okay, aber doch ein wenig klobig. Man merkt klar, dass der Titel für Controller ausgelegt ist. Ebenfalls bemängeln müssen wir die optische Abwechslung. Während uns das Abenteuer spielerisch die ganze Zeit unterhält, wiederholen sich die Hintergründe viel zu oft und sind nicht sonderlich spektakulär. Gerade die Passage in der Kanalisation hätte nicht unbedingt über ganze zehn Levels gestreckt werden müssen. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Wer Lust auf ein wahnsinniges, humorvolles Sidescroll-Max-Payne hat, sollte zugreifen.
