Munchkin: Rollenspiel für Arme oder spielerisches Meisterwerk?

Test Alexander Tinius

Lustiger Zeitvertreib oder sinnlose RPG-Persiflage? Testbericht zum geselligen Rollenspiel-Töter.

Wo ist das Rollespiel geblieben?!

Die meisten Karten könnt ihr für oder gegen euch einsetzen. Die meisten Karten könnt ihr für oder gegen euch einsetzen. Wie ihr seht, ist Munchkin nicht gerade in Teamspiel, schließlich kann es nur einen Sieger geben. Ihr solltet daher jede Gelegenheit nutzen, um eure Mitspieler am Weiterkommen zu hindern. Das mag jetzt nicht gerade spannend klingen, macht aber aufgrund der vielen unterschiedlichen Karten sehr viel Spaß. Steve Jackson hat eine Unmenge witziger Ideen in die Kartentexte einfließen lassen und John Kovalic malte für jede Spielkarte ein passendes Bild.

Obwohl viele klassische Rollenspielelemente wie erlernbare Techniken, Teamspiel oder Klassenspezialisierung fehlen, fühlen sich Rollenspieler schnell zu Hause. Munchkin verzichtet bewusst auf dicke Handbücher und konzentriert sich stattdessen auf die Interaktionsmöglichkeiten zwischen den unerschrockenen Entdeckern. Nach zwei Proberunden werdet ihr nur noch selten in das vierseitige Regelheft schauen. Schließlich verfasste Jackson eine sehr eingängige Problemlösungsstrategie: „Jede andere Streitigkeit sollte dadurch geregelt werden, dass ihr euch gegenseitig laut anschreit, wobei der Besitzer des Spiels das letzte Wort hat!“

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