Mr. Shifty angespielt: Teleportieren wie die Superhelden - aus der Top-Down-Perspektive à la Hotline Miami

Special Peter Bathge
Mr. Shifty angespielt: Teleportieren wie die Superhelden - aus der Top-Down-Perspektive à la Hotline Miami
Quelle: PC Games

Mr. Shifty, ein viel versprechender Indie-Geheimtipp für Steam, erscheint im Frühjahr 2017. Wir haben das innovative Werk junger Entwickler angespielt und verraten euch, warum der Top-Down-Prügler für Gamepad-Akrobaten eine Art Ersatz für Hotline Miami 3 werden könnte. Interessiert? Dann schaut euch das innovative Gameplay in unserem Vorschauvideo an!

Wenn Superhelden in Kino, Comics oder Videospielen auftauchen, dann retten sie meistens die Welt - oder mindestens New York. Doch in Mr. Shifty nutzt der Held seine übernatürlichen Fähigkeiten nicht für ein derart edles Ansinnen - sondern um sich zu bereichern. Im Top-Down-Prügler des jungen Entwicklers Team Shifty und Publisher Tiny Build Games kann der Avatar des Spielers nämlich einfach durch Wände gehen - er teleportiert sich auf Knopfdruck ein kurzes Stück nach vorne, durch Hindernisse durch, an Geschützturmen und Laserschranken vorbei oder in den Rücken von Widersachern. Das geht am besten per Gamepad; eine Konsolenumsetzung von Mr. Shifty für Playstation 4 und Xbox One scheint nur eine Frage der Zeit. Vorerst ist aber lediglich ein PC-Release geplant - im 2. Quartal 2017. Wir können es kaum erwarten!

Mr. Shifty Beta-Preview: Genial einfach, einfach genial

Über die Story braucht man keine langen Worte zu verlieren, Mr. Shifty dreht sich darum, ein Hochhaus auszurauben, in dem es vor schwer bewaffneten Wachen und Fallen nur so wimmelt. Ab und zu melden sich ein Bossgegner und eine Verbündete des Helden zu Wort, das geschieht jedoch ohne jede Sprachausgabe. Die Texte sind kurz und wecken keine großen Emotionen: Die Geschichte ist lediglich ein Vehikel für die fulminante Top-Down-Action, die sich innerhalb weniger Sekunden nach Spielstart entfaltet.

Eine kurze Statistik am Ende jeder Stage gibt Auskunft über eure Leistung - im fertigen Spiel wird es wohl eine Online-Highscore-Liste geben. Quelle: PC Games Eine kurze Statistik am Ende jeder Stage gibt Auskunft über eure Leistung - im fertigen Spiel wird es wohl eine Online-Highscore-Liste geben. Dank der ebenso präzisen wie eingängigen Gamepad-Steuerung springt man per Teleport im Nu durch die Levels und fühlt sich schon bald wie der Mutant Nightcrawler in der Oval-Office-Szene aus X-Men 2. Selbst der Teleporteffekt - eine blauschwarze Rauchwolke und ein lautes *Puff* - ist der gleiche wie im Kinofilm. Aber egal, im Videospiel-Segment ist Mr. Shifty dadurch innovativ wie kaum ein anderes Spiel. Der Indie-Titel bietet über 120 Levels, aufgeteilt in Stages - am Ende jedes dieser Segmente zeigt euch eine Statistik an, wie lange ihr fürs Durchspielen benötigt habt und wie oft eure Figur dabei gestorben ist.

Letztere Zahl dürfte beim ersten Mal vergleichsweise hoch ausfallen, denn Mr. Shifty spart genau wie Hotline Miami nicht mit Bildschirmtoden. Doch ebenso wie beim stilbildenden Top-Down-Shooter im Pixelgewand reicht hier ein Tastendruck, um sofort wieder an den Level-Anfang zu springen und eine neue Chance zu bekommen - ohne Verzögerung. Das motiviert, obwohl der Held bereits nach einem Treffer den Löffel abgibt. Zum Glück halten die zahllosen Widersacher ähnlich wenig aus; mit bloßen Fäusten oder behelfsmäßigen Waffen wie einem Holzpaddel drischt der Spielcharakter munter auf die Gegner ein.

Das Treffer-Feedback gestaltet sich dabei großartig. Anders als bei Hotline Miami gibt's keine Orgie aus Pixelblut und auf dem Boden verteilten Gedärmen: In Mr. Shifty geht's vergleichsweise harmlos zu. Dafür fliegen getroffene Feinde aber meterweit durch die Luft und beim Teleport gehen Schränke, Kisten und anderes Mobiliar zu Bruch. Satte Soundeffekte und eine Comic-artige Inszenierung (Es fehlen nur noch die *PAFF, ZACK, BÄM*-Sprechblasen!) sorgen für ein ganz eigenes Flair und ein enorm befriedigendes Gefühl nach dem Vermöbeln einer Gegnermeute. Im Kampf geht allerlei zu Bruch - auch Fensterscheiben, durch die ihr Gegner in die Tiefe schubst. Quelle: PC Games Im Kampf geht allerlei zu Bruch - auch Fensterscheiben, durch die ihr Gegner in die Tiefe schubst.

Mr. Shifty: Eine Indie-Sternschnuppe

Der Schwierigkeitsgrad steigt mit jedem neuen Level behutsam an, zudem integriert Team Shifty mit schöner Regelmäßigkeit neue Gegnertypen und Hindernise. Ab und zu muss der Spieler sogar minimal sein Hirn anstrengen, etwa wenn es darum geht, durch den gezielten Wurf mit einer Waffe eine Laserbarriere zu deaktivieren. Oder aber man verschiebt explosive Benzinfässer so, dass ein automatischer Geschützturm durch Beschuss eine Kettenreaktion auslöst, die den Weg zum Level-Ausgang freisprengt. Dem eigenen Avatar in Mr. Shifty ist der Gebrauch von Schusswaffen allerdings verboten.

Dank der simplen Polygon-Grafik kann Mr. Shifty große Mengen an Feinden darstellen. Das Ergebnis sind launige Massenkeilereien. Quelle: PC Games Dank der simplen Polygon-Grafik kann Mr. Shifty große Mengen an Feinden darstellen. Das Ergebnis sind launige Massenkeilereien. Damit das Actionspiel von Tiny Build im Kampf gegen Widersacher mit Maschinenpistole, Schrotflinte und sogar Granatwerfer nicht zu unfair wird, gibt's aber eine Zeitlupenfunktion. Die wird automatisch ausgelöst, wenn der teleportierende Held direkt im Schussfeld einer abgefeuerten Waffe steht - aber nur, wenn die Energieleiste am unteren Bildschirmrand gefüllt ist. Diese ladet ihr auf, indem ihr möglichst viele Widersacher in möglichst kurzer Zeit besiegt. Apropos kurz: Die uns zur Verfügung gestellte Betaversion von Mr. Shifty hatten wir nach gut einer Stunde durchgespielt; für die Vollversion rechnen wir mit einer Spielzeit von etwa fünf Stunden.

Mr. Shifty erscheint im 2. Quartal 2016, der Release erfolgt für PC (siehe Steam) - weitere Plattformen wie die Konsolen PS4 und Xbox One sind nicht ausgeschlossen.

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