Moving Out in der Vorschau: Overcooked für Möbelpacker
Special
Mit Overcooked feierte Team 17 einen riesigen Erfolg. Der Couch-Koop-Titel verkaufte sich alleine auf der Switch über 500.000 Mal, erhielt tolle Wertungen und schließlich auch einen zweiten Teil. Im April peilt der Publisher nun einen neuen Multiplayer-Erfolg an: In Zusammenarbeit mit SMG Studio kommt Moving Out auf den Markt. Das durften wir bereits Probe spielen und schildern euch unsere Eindrücke.
Umzüge sind einfach kacke. Das kann wohl jeder bezeugen, der in seinem Leben auch nur ein einziges Mal den Wohnsitz gewechselt hat. Sein Hab und Gut in fragile Pappkartons zu packen, sperrige Möbel die Treppe vom dritten Stock herunterzuschleppen und das Ganze dann auch noch irgendwie in einen viel zu kleinen Kofferraum zu quetschen - das macht schlichtweg keinen Spaß. Besonders dann nicht, wenn man das alles auch noch alleine machen muss, weil (allen Bier- und Pizzaangeboten zum Trotz) nicht einer aus dem Freundeskreis aufgetaucht ist.
Moving Out (jetzt kaufen ) will dem Thema Umziehen nun endlich ein neues spaßiges Image verleihen. In dem Couch-Koop-Titel, der am 28. April für PC, Playstation 4 und Xbox One erscheint, soll die leidige Schlepperei sogar so ansprechend verpackt sein, dass sich eure Kumpels geradezu darum streiten werden, wer mit anpacken darf. Wir haben eine Preview-Version des Mehrspieler-Spektakels spielen dürfen und verraten euch unsere ersten Eindrücke.
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Move it, Baby!
Das Ziel von Moving Out ist es, euer Umzugsunternehmen Smooth Moves ("Wir schmeißen Dinge aus dem Fenster seit 1982!") auf lange Sicht im Möbelpacker-Business zu etablieren. Heißt: klein anfangen und langsam nach oben arbeiten. Nach einem kurzen Tutorial stehen also direkt die ersten Aufträge auf dem Plan. Die wählt ihr, wie bereits aus Overcooked bekannt, über eine Oberwelt aus. Ihr fahrt also mit eurem Umzugswagen lustig hupend durch die Straßen der Stadt Packmore, steuert die einzelnen Häuser an und stellt euch den dortigen Herausforderungen.
Quelle: Team 17 / SMG Studio
Die Stadt Packmore dient euch als eine Art Missionshub. Von hier aus könnt ihr verschiedene Häuser ansteuern und euch den dortigen Aufgaben stellen.
Je nach Mission erwarten euch nämlich komplett andere Probleme: Mal verfügt das Haus über einen Pool, der euch den direkten Weg versperrt, mal müsst ihr eine Wohnung im Obergeschoss ausräumen und daher alles fein säuberlich die Treppe heruntertragen. Zuweilen bekommt ihr es aber auch mit abgefahrenen dynamischen Levelelementen zu tun, vergleichbar zu den besonderen Küchen aus Overcooked. So gibt es neben Stages, in denen ihr wie in Frogger über eine befahrene Straße laufen und auf euer Transportgut aufpassen müsst, auch ein Geisterhaus, in dem ihr Gespenster jagen, vor gefräßigen Klavieren fliehen und aufpassen müsst, dass verhexte Gegenstände nicht selbstständig wieder vom Laster verschwinden.
Der Spieleinstieg ist aber zunächst einmal sehr simpel gehalten: Im Level Hollys Haus gilt es lediglich, drei ebenerdige Zimmer leerzuräumen und jegliches Inventar heil in den Umzugswagen zu bekommen. Dabei könnt ihr euch mit den simplen, intuitiven Grundprinzipien von Moving Out vertraut machen: Mit Hilfe der Schultertasten greift ihr Objekte und tragt sie dann durch die Gegend. Mit einem Druck auf die Vierecktaste könnt ihr Dinge werfen - vorausgesetzt sie sind nicht zu schwer. Denn da es schließlich viel zu einfach wäre, euch einfach nur Kartons schleppen zu lassen, gibt es natürlich auch noch massive Möbelstücke wie Sofas oder Betten, welche sich nur zu zweit stemmen lassen, und fragile Gegenstände, die zerbrechen, wenn sie auf den Boden fallen. Moving Out ist nämlich komplett physikbasiert. Neben der geliebten Schwerkraft, die beim Stapeln und Schmeißen hilft, gibt es auch noch diverse Schwebe- und Rutsch-Mechaniken.
Quelle: Team 17 / SMG Studio
Vorsicht vor freilaufendem Möbelpacker! In einem Level müsst ihr Kartons und andere Gegenstände über eine vielbefahrene Straße schleppen.
Nur wer koordiniert, triumphiert
Durch diese entwickelt sich jeder Umzug zu einem anspruchsvollen Erlebnis. Um eure Aufgabe sauber abwickeln zu können, müsst ihr euch mit euren bis zu drei Koop-Partnern perfekt absprechen. Koordination ist das A und O, wenn ihr sperrige Gegenstände durch enge Türöffnungen quetschen und dann alles so in euren Umzugswagens drapieren wollt, dass sich der Laderaum noch schließen lässt. Gerade Letzteres kann schon mal zur Geduldsprobe werden. Wenn ihr diverse unhandliche Möbelstücke übereinanderstapeln müsst, damit alles in euren LKW passt, hat das beinahe ein wenig von Tetris. Glücklicherweise gibt es diverse Emotes, mit denen ihr euren Mitspielern Befehle könnt. Oder ihr verpasst ihnen mit der neu eingeführten Ohrfeigen-Funktion eins über die Rübe.
Quelle: Team 17 / SMG Studio
Um alle Kartons und Möbelstücke in euren Umzugswagen zu bekommen, ist Koordination und gutes Auge gefragt.
Die Handgemenge solltet ihr aber nicht ausarten lassen. Schließlich müsst ihr beim Erledigen eures Jobs auf ein Zeitlimit achten. Je nachdem, wie schnell ihr eine Wohnung leergeräumt habt, bekommt ihr eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille verliehen. Zudem schaltet ihr nach dem ersten Abschluss eines Levels zusätzliche Ziele frei. Wenn ihr beispielsweise alle Scheiben einer Wohnung zerstört oder alle pinken Plastikflamingos aus dem Garten klaut, bekommt ihr dafür zusätzliche Münzen. Mit denen lassen sich in der finalen Version des Spiels dann neue Charaktere freischalten.
Deren Design trägt übrigens zum Charme des Spiels bei. Euch stehen diverse abgefahrene Spielfiguren zur Verfügung, etwa ein menschlicher Toaster oder ein Oktopus. Im Vergleich zu Overcooked lassen sich eure Avatare nun sogar nach Belieben anpassen. Ihr könnt nicht nur Farben und Frisuren verändern, weil bei Entwickler SMG Studio Inklusion großgeschrieben wird, sind alle Möbelpacker wahlweise auch als Rollstuhlfahrer oder mit Hidschab verfügbar.
Quelle: Team 17 / SMG Studio
Menschen, Toaster auf Beinen, Katzen im Rollstuhl - die Spielfiguren von Moving Out bieten einiges an Auswahl.
Ein Spaß für alle
Diese Offenheit spiegelt sich auch in den zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten des Spiels wider. Mit Hilfe des unterstützen Modus modifiziert ihr etwa das Erlebnis nach euren Vorstellungen. Während die Anzahl der vorhandenen Objekte oder das Zeitlimit in der Regel je nach Spieleranzahl skaliert werden, könnt ihr hier auch einstellen, dass Gegenstände alleine getragen werden können oder verschwinden, sobald sie in euren LKW gelegt wurden. Dann lässt sich Moving Out sogar solo spielen - was aber natürlich wesentlich weniger Spaß macht. Zudem steht es euch frei, die Schriftgröße zu verändern oder den Legastheniker-freundlichen Modus einzuschalten. Dann steht dem grenzenlosen Umzugsspaß nichts mehr im Weg.
Quelle: Team 17 / SMG Studio
Wenn ihr euch von den Geistern erwischen lasst, müsst ihr fünf Sekunden aussetzen. Verjagt sie also am besten mit einer saftigen Ohrfeige!
Mit über 50 Levels und extrem viel Liebe zum Detail gibt es an Moving Out schließlich so viel zu mögen. Sei es nun die Tatsache, dass eingesteckte Elektrogeräte erst gewaltsam aus der Wand gerissen werden müssen, schwere Möbel Schleifspuren am Boden hinterlassen oder Fenster (dank Umgebungszerstörung) beim Hindurchspringen in tausend Teile zerplatzen. Auch Humor kommt nicht zu kurz: So lautet eure Berufsbezeichnung etwa Furniture Arrangement & Relocation Technician, kurz F.A.R.T. (englisch: Furz), die Spielfigur mit einer Nudelbox statt Kopf heißt natürlich Ramon. Einen guten Lacher haben die Entwickler immer parat.
Ein paar Wermutstropfen gibt es natürlich trotzdem noch. So fehlen Moving Out etwa noch ein paar Features und Komfortfunktionen, die Overcooked bereits vorweisen kann. Versus-Modi und Online-Multiplayer dürft ihr nicht erwarten. Zudem hatten wir hier und da noch ein paar Probleme mit der Zielerfassung. Gerade bei aufeinander gestapelten Dingen passiert es mal, dass ihr versehentlich das falsche Objekt greift. Das ist aber nichts, was mit Patches, DLCs oder einem eventuellen zweiten Teil nicht behoben werden könnte.