Morbid: The Seven Acolytes: Ekliges Souls-like das uns um den Verstand bringt - Test
Test
Mit Morbid: The Seven Acolytes bringt Entwickler Still Running sein erstes Souls-like auf den Markt. In einem dunklen Setting voller grausamer Kreaturen kämpfen wir uns als namenloser "Striver" durch die widerwärtige Spielwelt. Ob die Souls-Formel hier greift oder nicht, erfahrt ihr in unserem Test!
Mit Morbid: The Seven Acolytes bringt Entwickler Still Running sein erstes Souls-like auf den Markt. In der wunderhässlichen Spielwelt steuern wir eine namenlose Frau mit weißgrauem Haar, die anfangs lediglich ein Schwert mit sich führt. Nur unter dem Titel "Striver" sind wir allgemein bekannt. Allein an einem Strand an Land gespült, fangen wir an, uns durch die trostlose und vor allem rücksichtlose Welt zu kämpfen.
Unsere Aufgabe ist so simpel, wie sie schwierig zu bewältigen ist: Wir sollen die namensgebenden sieben Akolythen niederstrecken.
Mehr zu der Welt können wir uns in einer Galerie oder in Item-Beschreibungen durchlesen, dies ist jedoch optional. Somit können wir die Story, so wir wollen, auch einfach ignorieren.
Widerlich statt wieder nicht
Quelle: PC Games
Viele Menschen der Spielwelt sind Alkoholiker geworden, da sie die Realität nicht mehr ertrugen. Das heißt aber nicht, dass es keinen Humor im Spiel gibt.
Die Spielwelt von Morbid ist unglaublich hässlich. Jedoch: Genau das will sie auch sein, was sie paradoxerweise schön erscheinen lässt. Durch den passenden Pixelstil und die Detailverliebtheit ist die Umgebung sehr ansehnlich, wird gleichzeitig jedoch stets von einem Schleier des Ekels umhüllt. Durch die vielen Details kommen jedoch auch Probleme auf. Oftmals ist nicht klar erkennbar, wohin wir uns nun bewegen können, da sich Hintergrund und begehbare Welt oft kaum unterscheiden. Zudem verirren wir uns oft in den einzelnen Abschnitten, da sie sich innerhalb eines Areals häufig sehr ähneln. So stellen uns immer mal wieder die Frage, ob wir an einem Punkt schon waren. Dass wir über keine Karte verfügen, hilft dabei auch nicht.
Die uns feindlich gesinnten Bewohner der Welt, die mindestens ebenso abstoßend sind wie sie selbst, helfen uns auf unserem Weg auch nicht weiter: Ob sich uns nun verrottete Tiere oder mit Worten nicht zu beschreibende Kreaturen bestehend aus Gedärmen und Menschen entgegenstellen, nichts davon ist ein angenehmer Anblick. Doch auch hier: Wer Ekel mag, der wird sich über die sehr gelungene Umsetzung freuen. Die Atmosphäre wird zudem von der Hintergrundmusik gut untermalt. Ob wir zu trüben Tönen durch einen bedrückenden Wald streifen oder in einer pompösen Kirche gegen einen Boss antreten, die Klänge passen stets wie die Faust aufs entzündete Auge. Uns freundlich gesinnt, aber nicht minder widerlich sind die NPCs, auf die wir treffen. Sie sind nahezu alle verzweifelt und haben mit sich und der Welt abgeschlossen.
Blutige Angelegenheit
Nicht so wir, wir setzen uns freilich zur Wehr! Das Kampsystem hat klar die Souls-Reihe als Vorbild. Wir müssen Gegner analysieren und abwägen, wann wir angreifen, ausweichen oder parieren, falls wir mutig sind. Dabei sollten wir stets auf unsere Ausdauer achten, die durch jede Aktion verbraucht wird. Als kleines Extra verfügen wir noch über Schusswaffen mit limitierter Munition. Sie kommen hauptsächlich zu Anwendung, um mit nervigen Blutfliegen kurzen Prozess zu machen. Wir laufen sehr langsam, unsere Angriffsanimationen benötigen ebenfalls ihre Zeit und Gegner reagieren rasch. Die Kombination aus all dem führt dazu, dass die Kämpfe meist so ablaufen, dass wir einen Treffer landen, eine Ausweichrolle ausführen und das Ganze wiederholen, bis der Gegner ins Gras beißt. Mit dieser Taktik lassen sich fast alle Gegner und Bosse ausschalten, also achten wir bei der Wahl unserer Waffe fast ausschließlich auf den Angriffswert. Schade! Noch dazu können wir nur nach links und rechts zuschlagen. Diese Entscheidung irritiert und ergibt nicht wirklich Sinn. "Ergibt wenig Sinn" gilt auch für die Elementarschäden. Durch Runen können wir unsere Waffen entsprechend aufwerten, die Effekte werden jedoch nicht erklärt -da hilft nur Ausprobieren und führt trotzdem nicht immer zu endgültigen Antworten.
Quelle: PC Games
Die Akolythen sind alle sehr unterschiedlich gestaltet. Zudem verfügen sie allesamt über einzigartige Angriffe.
Genauso wenig wissen wir, was Werte wie "Gesundheitsverschlechterung" anrichten. Eine Erklärung hätte sicher niemandem geschadet, und das nicht nur an dieser Stelle. Denn Morbid verfügt auch über einen Belastungslevel. Werden wir von speziellen Attacken zu oft getroffen, verlieren wir den Verstand. Dies hat Auswirkungen auf unsere Angriffskraft und Verteidigung. Welche? Auch dies wird nicht erklärt. Was aber feststeht: wenn wir uns verrückt machen lassen, stehen erledigte Gegner als Albträume wieder auf und wir müssen sie in abgeschwächter Form erneut besiegen. Um gegen die vielen verschiedenen Feinde anzukommen, gibt es ein Heiltrank-System, das jenem aus Dark Souls 2 ähnelt. Anfangs sind wir lediglich im Besitz eines "Steins von Dibrom", der uns Lebensenergie auflädt.
Mit der Zeit finden wir jedoch immer mehr dieser Heilsteine. Um uns zu stärken, greifen wir auf ein einzigartiges Levelsystem zu. Wenn wir, wie von den meisten Spielen gewohnt, genug Erfahrung sammeln, steigen wir im Level auf. Um jedoch auch tatsächlich stärker zu werden, müssen wir uns für verschiedene Segen entscheiden, die wir in der Spielwelt finden. Von diesen lassen sich einige ausrüsten und durch Level-ups verstärken. So müssen wir abwägen, welche Segen wir verwenden und wo wir unsere hart verdienten Skillpunkte investieren.
Hart, auf mehreren Ebenen
Wie fast jedes Spiel des Souls-like-Genres ist auch Morbid keine einfache Sache. Wer nie einen Titel dieser Art angefasst hat, wird anfangs schnell an seine Grenzen stoßen stoßen. In Kombination mit der krassen Gewalt- und Ekeldarstellung dürfte das definitiv nicht jedermanns Sache sein. Wer damit kein Problem und sich an der Erfolgsformel Dark Souls noch nicht sattgespielt hat, bekommt trotz diverser Makel eine solide Erfahrung geliefert.
