Monster Hunter World im Test: Palicos, Mehrspielermodus und kleine Schwächen
Test 26,99 €
Auch Monster haben Schwächen, und jedes Spiel ein paar Probleme. Die fallen aber dank der hervorragenden Qualität des Gesamtkonzeptes von Monster Hunter World nicht allzu stark ins Gewicht.
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Eure Nische finden
Beim Attackieren eurer Ziele ist es wichtig, Schwachstellen ins Auge zu fassen. Viele Monster könnt ihr gezielt an unterschiedlichen Punkten aufs Korn nehmen, um sie ernst zu verwunden. Zerbrecht ihr Panzerung, richtet ihr dort mehr Schaden an, trennt ihr den Schwanz ab, wird der euch nicht mehr erwischen, wenn sich das Untier schnell umdreht. Von diesen so verwundeten Teilen hängt auch ab, welche Beute ihr beim Sieg einsackt.
Quelle: PC Games
Wenn ihr mehr über die Handhabung eurer Waffen erfahren wollt, solltet ihr dem Trainingsbereich in eurem Zimmer einen Besuch abstatten.
Manche Crafting-Objekte erhaltet ihr etwa nur dann, wenn ihr die Flügel eines Drachen oder den Kopfpanzer eines Sauriers brecht. Auf die leichte Schulter nehmen solltet ihr zwar keine der Auseinandersetzungen, aber im Vergleich zu älteren Ablegern der Reihe zeigt sich Monster Hunter World großzügig, was die Möglichkeiten zur Regeneration eurer Gesundheit betrifft. Ihr könnt nur eine begrenzte Menge von Tränken mitnehmen, dafür regeneriert sich ein Teil der beim letzten Treffer verlorenen Lebenspunkte nach einer Weile (allerdings nur, wenn ihr nicht währenddessen einen weiteren Treffer einsteckt).
Ebenfalls hilfreich beim Solospielen ist die Tatsache, dass ihr stets von eurem Palico-Katzenkumpan begleitet werdet. Den gestaltet ihr zusammen mit eurem Charakter gleich zu Beginn des Spiels. Auch ihn könnt ihr mit Waffen und Rüstung und diversen Spezialisierungen ausstatten. Außerhalb von Kämpfen sammelt er zusätzliche Ressourcen, und bei Auseinandersetzungen garantiert das Kätzchen, dass die Aufmerksamkeit des großen, bösen Monsters nicht permanent auf euch ruht. Außerdem greift es euch bei Bedarf unter die Arme, etwa mit Heilobjekten.
Waidmannsheil
Monster Hunter World könnt ihr komplett im Alleingang erleben. Allerdings verpasst ihr dann jede Menge spaßige Jagdabenteuer mit anderen Spielern. Serienüblich ist der kooperative Part von Monster Hunter World umfangreich und motivierend, ihr schließt euch zu Gilden zusammen, ladet per Notsignal andere Spieler zu euch ein, wenn ihr gerade Hals über Kopf in einen harten Kampf gestolpert seid, oder ihr bietet an, Neulingen bei der Hatz zu helfen. Durch eine Menge Einstellungsoptionen geht ihr sicher, dass ihr passende Mitspieler findet. Wahlweise verabredet ihr euch per Passwortsystem, um gezielt mit Freunden die Wildnis zu erforschen. Auch dieser Aspekt des Spiels profitiert vom vielschichtigen Ausrüstungssystem, bei dem jedes Mitglied der Gruppe einen spezifischen Beitrag zum Erfolg leistet, etwa, indem er sich als Damage Dealer ins Geschehen stürzt und so das Monster vom Scharfschützen ablenkt.
Zum Zeitpunkt des Tests waren die Server bereits in Betrieb, aber nur spärlich gefüllt, weshalb noch kein abschließendes Urteil zum Multiplayerpart getroffen werden kann. Allerdings hatten wir bei einem Preview-Event die Möglichkeit, ausführlich in designierten Gruppen miteinander online zu spielen, was wunderbar funktioniert hat. Und bevor sich nun jemand sorgt, der Koop-Modus könnte die Jagd trivialisieren - die Monster erhalten natürlich der Anzahl Mitstreiter entsprechend Boni auf Abwehr und Lebensenergie.
Quelle: PC Games
Wie sich das Monster verhält, hängt von seiner Umgebung und Physiognomie ab. Der Diablos etwa versucht, euch zu rammen.
Around the world
Egal, ob nun on- oder offline, neben den Monstern gibt es einen zweiten Star in der Welt von Monster Hunter World, und das ist die Umwelt. Die Landschaften sind so lebendig und atmosphärisch, wie es nur in Spielen möglich ist, die dem Open-World-Trend den Rücken zuwenden. Neben Wald und Wüste erwarten exotischere Umgebungen auf Entdecker, etwa ein pastellfarbenes Trocken-Korallenriff, eine Lava-Mondlandschaft oder das Tal der Verwesung, gefüllt mit Knochenbergen, Käfern und Aasfressern. Das Leveldesign ist verwinkelt, organisch und erstreckt sich vertikal auf mehreren Ebenen. Zudem kommen die Höhenunterschiede bei Kämpfen zum Einsatz, und wer die Augen (und Ohren) offen hält, entdeckt jede Menge Geheimnisse.
Quelle: PC Games
Neben den drachenartigen Gegnern trefft ihr auf Säugetiere wie dieses Paolumu – eine geflügelte Maus mit Lufttaschen in den Backen!
Leichte Kratzer
Natürlich hat Monster Hunter World den einen oder anderen Makel, kein Spiel ist perfekt; so stören gelegentlich nachladende Texturen oder hereinploppende Objekte die Idylle, und wenn die riesigen Monster durch Vegetation und eure Waffen durch euren Umhang clippen, sieht das nicht schön aus.
Quelle: PC Games
Die Basis Astera ist der Knotenpunkt eurer Jägerkarriere. Im Verlauf des Spiels bietet das Lager euch immer mehr Dienste an.
Eine mitreißende Story im Stile eines The Witcher sucht ihr in Monster Hunter World vergeblich, aber das ist einfach nicht der Fokus des Titels - der liegt auf der Spielmechanik, auf den Kämpfen, auf dem Zusammenspiel mit anderen Jägern und dem Verbessern und Sammeln der besten Ausrüstung. Nichtsdestotrotz bietet die Geschichte rund um das Erforschen eines fremden Ökosystems und dem Auftauchen eines geheimnisvollen Drachenältesten einen schönen Rahmen und einen roten Faden für das Abenteuer. Zumal sie ohne Moralpredigten, aufgesetzte Liebesgeschichten oder andere Peinlichkeiten auskommt.
Für den westlichen Geschmack gewöhnungsbedürftig dürfte der stumme Protagonist sein, doch auch das ist ein minimaler Kritikpunkt. Die größte Hürde für Neulinge dürfte somit der - wenn auch im Vergleich zu den Vorgängern verminderte - hohe Komplexitätsgrad des Quest- und Ausrüstungssystems sein. Zum Beispiel gibt es keine Übersicht über die Tastenbelegung, die Tutorials sind zum Teil gut versteckt, die Menüführung entpuppt sich als unübersichtlich. Mit dem Spiel-Design zusammen hängt der letzte Kritikpunkt: Einerseits ist es zu begrüßen, wie viel Inhalt Monster Hunter World bietet, andererseits bestehen viele der Nebenquests aus Aufgaben wie "Töte zehn Monster der Art X". An einigen Stellen der Story wird der Fortschritt zudem absichtlich ausgebremst, wenn ihr gezwungen werdet, mühsam Spuren des nächsten großen Monstergegners zu suchen. Angesichts der Freude, die euch die wilde Jagd aber bereiten wird, ist all das jedoch zu verschmerzen. Habt ihr erst einmal Monsterblut geleckt, wird euch der Instinkt sagen: Los doch, auf zur nächsten Jagd!
