Monarch: Legacy of Monsters Folge 8: Ein dicker Twist vor dem Endspurt - Kritik zur Godzilla-Serie

Test Christian Fussy
Apple TV: Monarch
Quelle: Apple 

In Folge 8 der Godzilla-Serie Monarch: Legacy of Monsters laufen alle Handlungsstränge zusammen und enthüllen verborgene Absichten und Familiengeheimnisse.

Nach dem Schmierentheater in der letzten Folge beleuchtet Episode 8 der Godzilla-Serie Monarch: Legacy of Monsters die Vergangenheit von Figuren, deren Geschichte tatsächlich relevant ist für den Hauptplot. Dieser kommt außerdem ein gutes Stück vorwärts und lässt sämtliche Handlungsstränge in einer großen Konfrontation zusammenlaufen.

Lee Shaw (Kurt/Wyatt Russell) und sein Team aus rebellischen Ex-Monarch-Angestellten befinden sich auf dem Weg nach Kasachstan. Sein Ziel ist der Ort, an dem er und Bill Randa (Anders Holm) vor knapp 70 Jahren hilflos zusehen mussten, wie ihre geliebte Kollegin Keiko Miura (Mari Yamamoto) in ihren vermeintlichen Tod stürzte. Cate (Anna Sawai), Kentaro (Ren Watabe), May (Kiersey Clemons) und die verbliebenen Monarch-Loyalisten (unter anderem Joe Tippett, Mirelli Taylor) sind ihm dabei dicht auf den Fersen.

Was genau Shaw dort vorhat und was das alles mit Godzilla und den Forschungen von Hiroshi Randa (Takehiro Hira) zu tun hat, erfahren wir später in der Episode in einem klärenden Gespräch zwischen Cate und Shaw. Zum Finale kommt es dann zur Konfrontation zwischen allen Parteien und einer erneuten Begegnung mit den Monstern aus der Grube, die in den letzten Jahrzehnten nicht weniger hungrig geworden sind.

Monarch: Legacy of Monsters Quelle: AppleTV+

Abgründe tun sich auf bei Monarch: Legacy of Monsters

Parallel zu diesen Ereignissen machen wir diese Woche bei Monarch: Legacy of Monsters auch wieder einen Abstecher in die 50er-Jahre, wo sich Shaw, Randa und Miura erneut mit dem unerträglichen General Puckett (Christopher Heyerdahl) und den neuen Strukturen bei Monarch arrangieren müssen. Miura wird von ihrem neuen Vorgesetzten aufgrund ihrer japanischen Herkunft und einiger prekärer Situationen in ihrer Vergangenheit diskriminiert und verspottet, was in einem Handgemenge endet.

Aber es gibt auch positive Nachrichten: Randa hat im Halbschlaf in seinem Büro einen Heureka-Moment, der ihn zu einem Durchbruch in deinen Monster-Forschungen führt. Er besucht Miura, um ihr die frohe Kunde zu bringen und stößt dabei auf ein kleines Geheimnis, das seine Kollegin bisher vor ihm und Shaw versteckt hielt - und unser Wissen über die Figuren und die Zusammenhänge zwischen den Zeitlinien noch einmal komplett auf den Kopf stellt.

Der kleine Twist ist glaubwürdig und wie bereits in der Vergangenheit angemerkt mag ich den Handlungsstrang in der Vergangenheit deutlich lieber als alles, was Cate und Co. Woche für Woche in der Godzilla-Serie von Apple anstellen. Schon allein, weil Folge 8 weniger May und dafür Shaw, Randa und Miura enthält, ist die Episode also ein klares Upgrade im Vergleich zur letzten.

Aber auch sonst scheint das Schlimmste erst mal überstanden zu sein. Statt uns mit nervigen Nebenstorys aufzuhalten, werden zentrale Geheimnisse enthüllt, Fronten geklärt und etabliert, was die einzelnen Figuren und Monster eigentlich vorhaben und was dabei auf dem Spiel steht.

Der Streaming-Marathon hätte ein Sprint sein können

Betrachtet auf die gesamte Staffel, hätten wir an diesem Punkt aber deutlich früher ankommen können. In einem Zwei-Stunden-Film wie Godzilla vs. Kong ist es verschmerzbar, wenn die menschlichen Figuren nerven oder langweilen, weil wir ohnehin nicht so ewig viel Zeit mit ihnen verbringen und jeder nur ins Kino geht, um den Exzess der Monsterkämpfe zu genießen.

Der Anspruch bei Monarch: Legacy of Monsters war jedoch ein anderer. Die Serie sollte in erster Linie die menschlichen Schicksale beleuchten, die durch das Auftauchen von Godzilla für immer verändert wurden. Dieser Ansatz hätte auch tatsächlich durchgehend gut funktionieren können, scheitert jedoch an den faden oder grob irritierenden Persönlichkeiten des Hauptcasts. Leider führt mehr Zeit mit den Figuren auch nicht automatisch zu beliebten Figuren.

Und so verlief sich die Serie viel zu oft in Hintergrundgeschichten, Beziehungskisten und Erklärungen zu Charakteren, die weder glaubwürdig und dreidimensional noch stereotyp, aber dafür mächtig unterhaltsam sind. Es wäre gut gewesen, ein oder zwei Figuren komplett zu streichen oder zumindest die Narrative deutlich zu straffen. Zehn Stunden Laufzeit sind eigentlich nicht viel Zeit für eine Serienstaffel, aber es macht einen riesigen Unterschied, ob ich für eine Folge 25 oder 50 Minuten brauche.

Godzilla in Monarch: Legacy of Monsters Quelle: Apple TV+

Ambitionen der Godzilla-Serie gescheitert?

Vielleicht hat der Plot in den 50ern gerade deswegen so gut bei mir funktioniert, weil er im Kontrast zur Hauptzeitlinie sehr effizient erzählt wird. Die Hauptfiguren haben solide Chemie, die Besetzung versprüht Charme, die Schurken und Probleme sind klar definiert und die Zeitperiode hebt die Serie von der Filmreihe ab.

Hätten die Showrunner einen ähnlich simplen Ansatz gewählt, um die Hauptstory um den verschwundenen Vater zu erzählen, statt ständig zu irgendwelchen Nebenschauplätzen und in die Vergangenheit zu schneiden, hätten wir es auch in der Hälfte der Zeit geschafft und ich hätte die Figuren wohl auch noch nicht so satt.

Statt weitere Hypothesen aufzustellen, bin ich aber nach dem Ende der Episode vorsichtig optimistisch, dass wir in den finalen zwei Folgen der Godzilla-Serie zumindest noch ein bisschen Effektfeuerwerk zu sehen bekommen. Da es sich bei Monarch ja um ein Prequel zu den aktuellen Filmen von Legendary Pictures handelt, bin ich auch gespannt, ob der Ausgang der Serie irgendeine Verbindung zu etablierten oder zukünftigen Geschichten haben wird, die über oberflächliche Verwandtschaftsverhältnisse hinausgehen.

Kritikern der bisherigen Episoden von Monarch: Legacy of Monsters:

Unterm Strich ist mir eigentlich egal, wie sich Monarch in die Mythologie der Reihe einfügt, solange die erzählte Geschichte für sich selbst steht und unterhaltsam erzählt wird. Im Vergleich zu Vorgeschichten wie Andor oder Better Call Saul rechtfertigt die Serie trotz einiger cooler Momente und inspiriertem Casting der Russells bisher aber kaum ihre eigene Existenz. Monarch: Legacy of Monsters erscheint wöchentlich jeden Freitag auf Apple TV+. Episode 9 erscheint am 5. Januar 2024.

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