Monarch: Legacy of Monsters Folge 7: Ein Ego, so groß wie Godzilla

Test Christian Fussy
Monarch: Legacy of Monsters
Quelle: Apple TV+

Diese Woche werfen wir in der Godzilla-Serie Monarch: Legacy of Monsters einen Blick auf die Vergangenheit von Hackerin May, die anscheinend schon immer so unerträglich war.

Letzte Woche war ich voll des Lobes für Monarch: Legacy of Monsters. Die Godzilla-Serie hat definitiv ihre Macken und derer nicht wenig, ausnahmsweise hatte ich aber einmal wirklich kaum etwas zu beanstanden. Im Mittelpunkt standen mit Shaw (Wyatt & Kurt Russell), Miura (Mari Yamamoto) und Randa (Anders Holm) Figuren, die ich tatsächlich mag, die Story erreichte einen wichtigen Meilenstein und es gab zum Schluss sogar noch etwas Monster-Action in Form von Godzilla, der beiläufig einen Monarch-Helikopter mit Nervensäge Tim (Joe Tippett) darin zum Abstürzen brachte.

Leider folgt mit Episode 7 nun ein Kapitel der Geschichte, das gut und gerne den absoluten Tiefpunkt der Godzilla-Serie darstellen könnte.

Mayday, wir nähern uns dem Tiefpunkt

Die siebte Folge beginnt mit der Enthüllung, dass Tim den Crash überlebt hat, was (enttäuschenderweise) zu erwarten war, verschiebt den Fokus dann aber schnell auf eine andere Figur, die mir im Lauf der Serie bereits häufig auf den Geist ging: Hackerin May (Kiersey Clemons) nervt schon seit ihrem Auftritt mit ihrer abgehobenen Art und ständigen Nörgelei.

Dass die anderen Charaktere sie dafür auch noch kontinuierlich anhimmelten, macht die Sache nicht besser. Seit ihrem Geständnis, dass sie den Standort der Gruppe an Monarch-Agentin Duvall (Elisa Lasowski) verraten hat, scheint es aber zumindest erst einmal vorbei zu sein mit der Huldigung seitens Cate (Anna Sawai) und Kentaro (Ren Watabe).

In den Auftaktminuten wird der Quälgeist dann aber von einer vermeintlich unbekannten Partei entführt und muss nun gerettet werden. Parallel zu den Bemühungen der Randa-Geschwister, ihre verräterische Freundin zu lokalisieren, verfolgen wir einen Umsturz innerhalb Monarchs durch Shaw und Duvall und tauchen tiefer in May geheimnisumwobene Vergangenheit ein.

Monarch: Legacy of Monsters Quelle: Apple TV+

Die waren Monster schreiben die Dialoge

Die Schwächen von Monarch bei Figurenzeichnung, Dialogen, Schauspiel und Tonfall waren bereits die komplette Staffel über vorhanden, allerdings noch nie so offensichtlich wie hier. Kiersey Clemons' Darstellung von May befindet sich mit ihrer übertriebenen Mimik und den ständigen unpassenden Kommentaren auf einem Qualitätslevel, das man sonst eher in einem YouTube-Sketch als einer Prestige-Serie vermuten würde.

Wahrscheinlich würde sich selbst Cate Blanchett schwertun, Dialogzeilen wie "writing code is like being an artist" glaubwürdig zu verkaufen und Clemons' ist bei Weitem nicht die einzige schlechte Performance in den rund 45 Minuten, es ist aber schon wirklich erstaunlich, wie deplatziert und dummdreist die Hauptdarstellerin in jeder ihrer Szenen rüberkommt.

Sollte der Zweck ihrer Hintergrundgeschichte gewesen sein, Sympathie für die Figur zu generieren, ist das zumindest bei mir vollkommen gescheitert. Sie verhält sich konstant kopflos, rücksichtslos, selbstgerecht und vermessen, wird aber präsentiert als eine Art verkanntes, moralisch überlegenes Genie.

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Selbst ihre Schuldgeständnisse trägt sie in einem selbstherrlichen und herablassenden Tonfall vor. Ich hoffe inständig, dass irgendjemand während der Produktion bemerkt hat, dass es sich bei dem Charakter um eine schwer auszuhaltende Narzisstin handelt, die noch vor Ende der Staffel in Godzillas Rachen landen sollte.

Überhaupt scheint Monarch ein Problem dabei zu haben, Leute in Tech-Berufen als normale Menschen darzustellen. Abgesehen von May beziehungsweise Corah, wie sie in Wahrheit heißt, wären da noch der bereits erwähnte Tim und Barnes (Jess Salgueiro), eine Monarch-Mitarbeiterin, die vor ein paar Episoden das erste Mal entscheidend zur Handlung beitrug und in Folge 7 erneut eine Schlüsselrolle hat. Ihre Unbeholfenheit soll wahrscheinlich als knuffig wahrgenommen werden, löst in mir aber mehr Fremdscham aus als eine ganze Staffel Stromberg.

Der Rest des Casts wirkt hingegen wie auf Autopilot gestellt. Ren Watabe und Anna Sawai beeindruckten auch bisher nie mit einer magnetischen Ausstrahlung, in ihren Szenen zu zweit fällt ihr steifer Ausdruck aber besonders ins Gewicht.

Monarch: Legacy of Monsters Quelle: Apple TV+

Das Schlimmste überwunden?

Aufgrund der Summe dieser Unstimmigkeiten würde ich die Probleme eher bei Regie und Drehbüchern sehen als bei den individuellen Fähigkeiten der Besetzung. Selbst wenn einige der Performer in ihrer Bandbreite limitiert sind, wäre es die Aufgabe des Produktionsteams, dies bestmöglich zu kaschieren. Die teils horrenden Dialoge sind dann selbst für eine Serie über Godzilla und andere gigantische Monster noch peinlich.

Es ist wie schon erwähnt nicht so, als würden diese Defizite erst jetzt auftreten oder auffallen, sie waren bereit von Anfang an vorhanden. Je länger die Godzilla-Serie läuft, desto nerviger werden aber auch die Schwachstellen. Insbesondere, wenn wie diese Woche eine Szene nach der anderen genau die Elemente in den Fokus rückt, die einfach nicht funktionieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die letzten drei Episoden, in denen wir uns ab nächster Woche befinden, zumindest hinsichtlich der Schauwerte noch einmal ordentlich abliefern und die unebene Geschichte zu einem befriedigenden, spektakulären Ende bringen. Monarch: Legacy of Monsters erscheint jede Woche Freitag auf AppleTV+. Kritiken zu den vergangenen Episoden findet ihr hier: 1&2, 3, 4, 5, 6. Folge 8 startet am 29. Dezember 2023. Bis dahin!

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