Kritik zu Monarch: Legacy of Monsters: Godzilla-Drama in Folge 5

Test Christian Fussy
Kritik zu Monarch: Legacy of Monsters: Godzilla-Drama in Folge 5
Quelle: AppleTV+

In Folge 5 von Monarch: Legacy of Monsters tauchen wir erneut in die Vergangenheit einer Hauptfigur ein. Bekommen wir diesmal mehr von Godzilla zu Gesicht?

In Episode Nummero Fünf der Godzilla -Serie Monarch: Legacy of Monsters befinden sich Kentaro (Ren Watabe), Cate (Anna Sawai), May (Kiersey Clemons) und Shaw (Kurt Russell) in der Obhut der namensgebenden geheimen Organisation Monarch. Was genau mit ihnen geschehen soll, wissen allerdings nicht einmal die Agenten selbst, weshalb sich zumindest die ersten Drei schon bald am Flughafen von Nome, Alaska einfinden, um mit neuen Pässen die Reise nach San Francisco anzutreten.

Dort wollen die Randa-Geschwister nach weiteren Hinweisen auf den Verbleib ihres Vaters Hiroshi suchen. Die wiedergewonnene Freiheit kommt jedoch mit der Gewissheit, nun auf Schritt und Tritt von Monarch überwacht zu werden. May wird vor ihrer Entlassung noch von Spezialagentin Duvall (Elisa Lasowski) besucht, die ihr eine Visitenkarte gibt und ermahnt, dass es besser für sie wäre, mit Monarch zu kooperieren.

In den Fängen von Monarch

Das aktuelle Team von Monarch trat bisher immer entweder in einer Antagonistenrolle auf oder als komödiantisches Element, manchmal beides in Kombination. Für mich haben diese Szenen nicht wirklich funktioniert, besonders die Darstellung des neurotischen Bürohengsts Tim (Joe Tippett) rutschte mir zu häufig in Klamauk ab.

Die Szene, in der sich die drei Agenten über ihr weiteres Vorgehen unterhalten, fährt die Comedy-Routinen aber deutlich zurück und lässt die Figuren erstmals tatsächlich wie ein Team aus Kollegen erscheinen. Vor allem die stoische Duvall gefällt mir in ihren wenigen Szenen echt gut.

Schauspielerin Elisa Lasowski schafft den Spagat zwischen leichter Komik und glaubwürdiger Professionalität von den drei Performern am besten. Wenn der Mensch hinter ihrer eiskalten Fassade ganz kurz durchscheint, wie etwa als sie es sich nicht verkneifen kann, Kentaro als "Künstler" mitsamt den Anführungszeichen zu bezeichnen, ist das deutlich amüsanter als die forcierte Schrulligkeit der vorherigen Episoden.

Monarch: Legacy of Monsters Quelle: AppleTV+

Einbrüche und Katzenjammer

Der Hauptteil der fünften Episode dreht sich bei der Godzilla-Serie Monarch: Legacy of Monsters dann um den Einbruch in Hiroshis altes Arbeitszimmer, das in einer für die Öffentlichkeit gesperrten Zone liegt und von Soldaten bewacht wird. Mithilfe von Cates Mutter Caroline (Tamlyn Tomita) und ihres Kollegen/Freundes James (Charlie Hewson) gelangen sie und ihre Freunde in den abgesicherten Bereich.

Aus irgendeinem Grund verhält sich der sonst so farblose Kentaro während der Aktion plötzlich, als wäre er ein Stoner in einem Horrorfilm. Er futtert aus einer Chipstüte, macht merkwürdige Bemerkungen über Katzenmenschen und fängt spontan an zu singen.

Ich verstehe zwar nicht, woher dieser Charakterzug plötzlich kommt, da die Sequenz aber ansonsten wieder hauptsächlich mit melodramatischen Dialogen gefüllt ist, die so kein normaler Mensch jeweils führen würde, fällt sein Geblödel nicht ins Gewicht und sorgt zumindest für ein wenig Abwechslung von den bedeutungsschwangeren Blicken, mit denen die Figuren sonst so kommunizieren.

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Die Welt nach Godzilla

Parallel erfahren wir mehr über Cates Vergangenheit und ihr traumatisches Zusammentreffen mit dem König der Monster. Erinnert an die Ereignisse des "G-Days", geht sie ein wenig in sich und erkennt Parallelen zwischen dem Verhalten ihres Vaters und ihrer eigenen Angewohnheit, Menschen zu verlassen - und zu verletzen -, die ihr nahestehen. Dazu wählt sie den denkbar besten Zeitpunkt: während der Infiltrierung eines streng bewachten Areals voller Soldaten.

An sich mag ich ihre Hintergrundgeschichte. Sie ist simpel, nicht zu ausschweifend erzählt und trotzdem voll mit lauter kleinen Details, die die Figur näher charakterisieren. Außerdem ist Cates Liebesbeziehung in nur einer Szene bereits glaubwürdiger als der angebliche Funkenflug zwischen May und Kentaro in der kompletten letzten Episode.

Die Flashbacks leiden aber erneut unter dem soapigen Tonfall, den die Serie einfach nicht loswird. Es ist, als hätte man dramatische Szenen aus einer Hallmark-Produktion in die Godzilla-Serie geschnitten.

Ich bin zwar froh, dass die Menschen in Monarch: Legacy of Monsters tatsächliche Storylines bekommen, statt nur den Monstern hinterherzuhetzen und dem Publikum Zusammenhänge zu erklären. Statt der Hollywood-Version von Wissenschaftlern, deren Job daraus besteht, auf Bildschirme zu schauen und "Oh mein Gott" zu sagen, bekommen wir hier aber auch bloß eine gekünstelte Hollywood-Version von echten Menschen und Beziehungen präsentiert.

Monarch: Legacy of Monsters Quelle: AppleTV+

Der Schwachpunkt der Monsterverse-Serie

Da das Mission-Statement der Serie lautet, zu zeigen, wie die reale Welt auf ein Event wie die Ankunft von gigantischen Kaijus reagieren würde, sollte die Kritik durchaus erlaubt sein, dass die Charaktere sich oft nicht nachvollziehbar und übermäßig dramatisch verhalten.

Flashbacks zurück in die 50er gibt es in dieser Folge erneut keine und auch der zurückgelassene Kurt Russell hat nur einige wenige Szenen, in denen er von Mirelly Taylors Monarch-Chefin verhört wird. Ohne Shaw fehlt der Haupttruppe eine Kontrastfigur zur ganzen Gefühlsduselei, ein Anker, der den Fokus der Handlung zurück auf das gegenwärtige Abenteuer wirft.

Mit Episode 5 ist nun bereits die Hälfte der Staffel vorbei und zumindest schon ein großer Teil der Hintergrundgeschichten der Figuren abgedeckt. Es fehlt lediglich noch May, aus deren Vergangenheit immer noch ein Geheimnis gemacht wird.

Nächste Woche sollte es aber hoffentlich erst einmal ein Wiedersehen mit dem jungen Shaw (Wyatt Russell) und Oma und Opa Randa (Mari Yamamoto, Anders Holm) geben. Folge 6 von Monarch: Legacy of Monsters erscheint am 15. Dezember 2023 auf Apple TV+. Kritiken zu den vorherigen Folgen findet ihr hier: Episode 1&2, Episode 3, Episode 4.

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