Monarch: Legacy of Monsters: So gut sind die ersten Folgen der Godzilla-Serie

Special Christian Fussy
Monarch: Legacy of Monsters: So gut sind die ersten Folgen der Godzilla-Serie
Quelle: Apple TV+

Wir haben die ersten Folgen der Kaiju-Serie auf Apple Tv+ gesehen und verraten euch, ob Legendarys "Monsterverse" tatsächlich mehr zu bieten hat als gewaltige Zerstörungsorgien oder Monarch: Legacy of Monsters in Godzillas gigantischen Fußstapfen absäuft.

Die dritte Figur, die besonders in der zweiten Hälfte der Staffel im Fokus steht, ist Computerspezialistin May, deren Look und Attitüde 1:1 aus einem 90er-Jahre Hackerfilm stammen könnte. Das ist zwar cheesy ohne Ende, in einem Filmuniversum, in dem Schauspieler mit gigantischen Monstern um die Aufmerksamkeit des Publikums ringen müssen, ist solche Exzentrik aber durchaus willkommen. Leider ist ihr Charakter eine furchtbare Nervensäge und wird gleichzeitig von allen anderen Figuren behandelt, als sei sie die coolste und liebenswerteste Schweinebacke überhaupt. Statt ihre offensichtlichen Charakterschwächen, ständiges Genörgel und herablassende Art zu thematisieren, scheint die Serie im Gegensatz zu mir vollkommen verliebt in diese Figur und ihr irritierendes Verhalten zu sein und präsentiert sie als modernen Girlboss mit magnetischer Ausstrahlung. Ihre Szenen werden auf Dauer auch leider immer anstrengender und ließen mich noch mehr als sonst auf einen hungrigen Kaiju-Auftritt hoffen.

Funktioniert die "Godzilla-Serie" auch ohne Godzilla?

Von ebendiesen gibt es zwar schon einige, die Auftritte der Riesenviecher sind zumindest in den ersten Folgen aber doch überraschend spärlich gesät für eine Serie mit dem Titel "Legacy of Monsters". Wer nur für Kaiju-Action einschaltet und sich um menschliche Schicksale keinen Kehricht schert, muss über Geduld und trainiertes Sitzfleisch verfügen.

An sich ist die Herangehensweise von Apple TV+ und den Showrunnern Chris Black (Severance, Desperate Housewives) und Matt Fraction (Comicautor, u.a. federführend bei Sex Criminals und Marvels Hawkeye) nicht schlecht.

Die Ambition, eine für sich bereits fesselnde Abenteuershow mit interessantem menschlichen Drama zu erschaffen und dann ab und zu mit Monstern zu eskalieren, nutzt die lange Erzählform des Mediums aus und sorgt dafür, dass für die Monsterszenen genügend Budget vorhanden ist.

Das bedeutet aber auch, dass wir die Figuren so unterhaltsam finden müssen, dass wir auf Godzilla theoretisch ganz verzichten könnten und er nur das Sahnehäubchen obendrauf darstellt.

Monarch: Legacy of Monsters Quelle: Apple TV+ Kiersey Clemons als May Das gelingt der Serie aber nur teilweise und durch die lang gezogene Mystery-Geschichte und die häufigen Zeitsprünge geht der Plot auch nur behäbig voran. Erst wenn in späteren Episoden die Handlungsstränge stärker zusammenlaufen und uns ein vollständiges Bild der Ereignisse präsentieren, wird die Erzählweise flotter und fokussierter.

Trotz einiger Schwächen steckt eine Menge Potenzial in Legacy of Monsters. Die Serie sieht ordentlich teuer aus und wird optisch aufgewertet durch die zahlreichen verschiedenen Locations.

Natürlich wird, wie bei einer solchen Produktion üblich, auch auf Computer- und Bluescreeneffekte zurückgegriffen, Cast und Crew kamen aber offensichtlich auch hin und wieder an die frische Luft. Außerdem wurde sich die Mühe gemacht, die einzelnen Orte mit ausreichend Statisten zu bestücken, sodass Menschenmengen auch tatsächlich so aussehen.

Monarch: Legacy of Monsters Quelle: Apple TV+ Die Charaktere brauchen noch etwas Feinschliff, sind aber auch kein Totalausfall und das Gespann aus Kurt und Wyatt Russell hat sichtlich Spaß in der Rolle.

Da es sich bei Legacy of Monsters um eine zusammenhängende Geschichte handelt und nicht um zehn klar voneinander getrennte Episoden, kann ich erst nach der letzten Folge der ersten Staffel ein finales Urteil über die Story abgeben.

Was ich bisher sehen konnte, war eine Mischung aus Licht und Schatten. Vor allem die starken Flashback-Sequenzen zeigen jedoch schon, dass die Grundidee immer dann gut funktioniert, wenn das Ensemble die Charme-Offensive auspackt und etwas Leichtigkeit in die ansonsten sehr dramatische Handlung bringt.

Monarch: Legacy of Monsters startet am 17.11.2023 auf Apple TV+, uns wurden vorab die ersten acht Episoden der Staffel gezeigt. Die erste Szene der Serie könnt ihr euch auch ohne Apple-Konto schon einmal hier ansehen. Der nächste Kinoableger des Monsterverse, Godzilla x Kong: The New Empire erscheint voraussichtlich am 11. April 2024 in den deutschen Kinos. Außerdem bringt Toho mit Godzilla Minus One am 1. Dezember einen japanischen, von der US-Reihe unabhängigen Godzilla-Ableger auf die große Leinwand, der in der Tradition von Shin Godzilla und der kürzlich mit Godzilla: The Planet Eater beendeten Anime-Trilogie eine abgeschlossene, alleinstehende Geschichte erzählt.

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