Mittelerde: Mordors Schatten: Realitäts-Check - So viel Tolkien-Lore steckt im Herr der Ringe-Ableger
Special
Tolkien würde sich im Grabe umdrehen! Oder vielleicht doch nicht? Wir machen den Test und klopfen in unserem Video-Special Story, Charaktere und Spielwelt von Mittelerde: Mordors Schatten darauf ab, wie stark sich das Action-Adventure an die Fantasy-Vorlage aus der Feder von Autor J.R.R. Tolkien hält.
Heißen Saurons Schergen jetzt Orks oder Uruks? Wieso fehlen im virtuellen Mordor der Schicksalsberg und Barad-dûr? Entspricht Cerebrimbors Rolle der im Silmarillion? Wir unterziehen Mittelerde: Mordors Schatten einem Realitäts-Check und schauen nach, was Entwickler Monolith mit der Lizenz zu Der Herr der Ringe und Der Hobbit im Spiel angestellt hat. Passt das spaßige Action-Adventure in die Welt, die Fantasy-Pionier J.R.R. Tolkien vor beinahe 80 Jahren entworfen und das Fantasy-Genre auf Jahrzehnte hinaus geprägt hat?
Achtung: Das Video enthält Spoiler! Unter anderem zeigen wir den Ausgang der Geschichte von Mittelerde: Mordors Schatten.
Verschenktes Potenzial
Quelle: PC Games
Gollum verhält sich im Spiel ähnlich irre wie in Büchern und Filmen.
Jede Adaption eines bekannten Werks läuft Gefahr, treue Fans der Vorlage durch mehr oder weniger notwendige Änderungen zu verärgern. Regisseur Peter Jackson kann davon ein Liedchen singen: Seine Entscheidung, die Figur des Tom Bombadil aus der Filmumsetzung von Der Herr der Ringe zu streichen, sorgte für eine heftige Debatte. Derartig einschneidende Änderungen sind keine Seltenheit. Auch wir haben nicht erwartet, dass Mittelerde: Mordors Schatten sich sklavisch an Tolkiens Büchern hält. Das wäre in manchen Punkten auch gar nicht wünschenswert, weil eine solche Detailtreue die Kreativität der Entwickler einschränken würde.
Quelle: PC Games
Stimmt Celebrimbors (rechts) Schicksal mit der im Silmarillion erzählten Geschichte von Tolkien überein? Wir haben nachgelesen.
Letztlich bleibt aber festzuhalten, dass Mordors Schatten erschreckend wenig mit seiner Lizenz anstellt. Auch wenn Monolith betont, dass man eine eigene Geschichte erzählen und keine simple Buch- oder Filmumsetzung liefern wollte: Mit ein paar Detailänderungen hätte das Action-Adventure auch in einem komplett anderen Universum spielen können. Die Rachestory um den völlig profillosen Protagonisten Talion hat nämlich so gar nichts mit Tolkiens in den Büchern ausgedrückten Denke (der Kampf zwischen Gut und Böse unter hohen persönlichen Opfern) zu tun. Wäre da nicht die eher willkürliche Einbindung von bekannten Herr der Ringe-Gesichtern wie Gollum sowie ein paar bekannten Orten wie dem Schwarzen Tor, Mordors Schatten würde man die Mittelerde-Thematik kaum anmerken.
Vielleicht wäre es sogar wünschenswert gewesen, wenn die Entwickler die Freiheit gehabt hätten, ihr komplett eigenes Universum mit eigenen Regeln zu erschaffen. Das hätte Mordors Schatten möglicherweise den frischen Anstrich verliehen, der ihm auf mechanischer Ebene sowieso schon fehlt - frech geborgten Spielprinzipien aus Batman: Arkham City und Assassin's Creed sei Dank.
