Mission in Snowdriftland im Test: Zuckersüßes Abenteuer mit spannender Vorgeschichte
Test
Schon 2006 konnte man in Mission in Snowdriftland Chubby den Schneemann bei seinem Abenteuer gegen den bösen Pinguin El Pix begleiten. In dem Jump & Run musste man durch die Welten hüpfen und gestohlene Spieldateien zurückholen - und muss es auch heute noch. Unser Test!
Am 01. Dezember 2021 ist das niedliche und Jump & Run Mission in Snowdriftland des deutschen Entwicklerteams tons of bits auf Steam für den PC erschienen.
Wer sich denkt "Mensch, das kenne ich doch!", hat damit auch vollkommen recht. Mission in Snowdriftland wurde 2006 im Rahmen eines interaktiven Adventskalenders im Auftrag Nintendos als Browser-Spiel veröffentlicht.
Jeden Tag öffnete sich ein Level-Türchen, daher kommt auch der Aufbau mit den 24 Levels. Passend dazu erinnert die Levelübersicht an einen Adventskalender mit verschiedenen Türchen. Nach der Advent-Premiere war Mission in Snowdriftland vier Jahre nicht mehr spielbar. 2010 wurde es erneut kurz online gestellt, aber nur für wenige Tage.
Und nun, 15 Jahre nach dem Ursprungsrelease, kehrt Cubby also zurück, nachdem ein bekannter Youtuber die spannende Geschichte des Titels ausführlich aufbereitet hatte und nach zwei darauffolgenden Kickstarter-Kampagnen.
Auf dieser Seite
Kein Schnee von gestern
Quelle: PCGames
Manche Tiere sind uns freundlich gesonnen und tragen uns ein Stück zur nächsten Plattform.
In der Neuauflage musst man dankenswerterweise nicht immer einen Tag warten, um ein neues Türchen öffnen und den nächsten Level spielen zu können. Ansonsten ist aber fast alles wie anno dazumal, von einer leicht überarbeiteten Technik, Steam-Errungenschaften, einem Speedrun-Timer und Unterstützung fürs Gamepad mal abgesehen.
In dem Abenteuer manövriert man Chubby, einen kleinen Schneemann, durch eine verschneite Computerspiele-Welt - im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei muss man Gegnern ausweichen, rutschige Parcours meistern, gestohlene Spieledateien zurück in die eigene Welt bringen und den Endgegner den Pinguin El Pix besiegen.
Aber was ist eigentlich passiert, dass der kleine Schneemann helfen muss? Der gemeine Pinguin El Pix hat wichtige Videospiele-Artefakte aus dem Geheimarchiv von UPIXO geklaut und diese in seine Höhle im Snowdriftland gebracht. Diese Welt ist sehr kalt, sie ist sogar so eisig, dass die meisten Helden dort nicht überleben könnten.
Eine Reise voller Gaming-Nostalgie
Quelle: PCGames
Am Ende jeder Ebene findet man Dateien aus den geretteten Spielen, hier ein Dinosaurierei.
Aus diesem Grund waren sich das bestohlene Spieleunternehmen UPIXO nicht sicher, was sie tun können, um die gemopsten Dateien zurück zu holen. Dr. Schwabbel, der Assistent des CEOs, sieht dann allerdings die Lösung für das Problem in der Lobby stehen: Chubby, den kleinen Schneemann.
Er scheint perfekt dafür geeignet zu sein, in die verschneite Welt zu reisen. Chubby war eigentlich nur im Unternehmen, weil er sich beschweren wollte, dass er bisher keine geeigneten Rollen in Spielen ergattern konnte. Perfekt für dieses Spiel geeignet, kommt der Schneemann so an seine neue Rolle als Retter der Videospiele.
Kurz nach dieser Anfangssequenz gelangt man ins erste Level des 2D-Hüpfspiels. In vier übergeordneten Gebieten erwarten uns jeweils sechs Level, und thematisch unterscheiden sich diese deutlich.
Flocken-Fan
Quelle: PCGames
An manche Schneeflocken kommt man partout nicht ran, weil sie zu weit oben sind. Hier helfen einem manchmal freundliche Schneemänner, die einem als Trampolin dienen.
So ist man nicht nur in einer Schneewelt unterwegs, sondern auch einem Wald, auf einem Eisberg und im Unterschlupf von El Pix. Pro Level gibt's 24 Schneeflocken zu finden, die man teilweise einfach nebenher einsammeln kann, manchmal muss man aber auch kleine Umwege hüpfen, um die frostigen Flöckchen zu ergattern.
Die Steuerung ist etwas schwammig und man rutscht auf dem schneebedeckten Boden ein bisschen durch die Gegend, was auf einer vereisten Fläche jetzt nicht unbedingt ungewöhnlich ist. Das erfordert etwas Eingewöhnungszeit, danach kommt man aber gut zurecht. Die Präzision eines Mario-Hüpfers darf man sich halt nicht erwarten.
Sobald man einen Level abgeschlossen hat, erhält man eine der geklauten Spieledateien zurück, dabei handelt es sich immer um von Retro-Spielen inspirierte Objekte. So erhält man etwa ein grünweißes Ei von Yoshi oder den Frosch aus Frogger.
Die bösen, gemeinen Pinguine
Quelle: PCGames
Die bunten Schlangen und Pinguine bieten einen netten farblichen Kontrast zur sonst blau gehaltenen Umgebung. Aber obwohl sie nett aussehen, sind sie genauso gefährlich wie die Eiszapfen, die von der Decke hängen.
Natürlich muss man nicht einfach nur durch die Welten springen, sondern dabei auch Gegnern ausweichen oder sie durch einen taktischen Sprung auf ihre Köpfe bezwingen. Gelingt es einem nicht und man wird von ihnen berührt, verliert man eines seiner drei Leben. Hat man alle Herzen verloren, startet der Level von vorne.
Als Widersacher stellen sich uns primär Pinguine entgegen, die einem das Leben schwermachen. Natürlich sind aber Pinguine etwa auf einem Baum im Wald nicht gut aufgehoben, dafür hat sich aber auch eine Lösung gefunden: in diesen Levels tragen sie schicke Eichhörnchen-Outfits, was wirklich ungemein putzig aussieht.
25 days of chrismas
Quelle: PCGames
Die Levelübersicht sieht immer noch aus wie ein Adventskalender und erinnert so an die Zeit 2006, in der jeden Tag ein neuer Level verfügbar gemacht wurde.
Aber nur Pinguine als Gegner wären ziemlich langweilig. Deshalb gibt es zum Beispiel auch gelb gepunktete Orcas oder stänkernde Vögel, die nicht gut auf Chubby zu sprechen sind. Unverständlicherweise, finden wir, so süß, wie er ist!
Manche Tiere haben das zum Glück begriffen und sind Chubby wohlgesonnen. Ein gigantisches Mammut transportiert uns dann netterweise ein ansonsten unpassierbares Stück des Weges, oder ein Wal pustet einen mit einer Fontäne nach oben, damit wir an höhere Plattformen gelangen.
Zu den ehemaligen 24 Leveln und dem Endkampf hat sich in er Neuveröffentlichung übrigens noch ein Türchen dazugeschlichen. Und so bietet das Abenteuer ein Bonuslevel, das allerdings erst ab dem 24. Dezember 2021 freigeschalten wird, sodass wir auch noch nicht wissen, was uns dort erwartet.
Retrofeeling durch Grafik und Musik
Das 2D-Abenteuer sieht noch fast genauso aus wie damals. Die Texturen sind einfach gestaltet und ohne viel überflüssigen Schnickschnack. Das braucht es aber auch gar nicht. Die verschiedenen Level überzeugen durch Kleinigkeiten.
So hat unser kleiner Schneemann einen noch kleineren Hut auf. Die Farbgebung ist bunt, fröhlich und passt zur heiteren Stimmung des Abenteuers. Und natürlich sind die Pinguine in ihren Kostümen ein wahres Highlight - besonders mit ihren süßen Eichhörnchen-Ohren. Das Ganze wird durch die Retro-Musik noch abgerundet.
Das Jump & Run bietet einige Stunden lustigen Hüpfspaß, sieht knuffig aus und bietet genügend Abwechslung, um einen bei der Stange zu halten. Auf einen gehörigen Zuckerschock muss man sich aber einstellen - da wir hier sehr anfällig sind, wollen wir uns aber keineswegs beschweren.
Mission in Snowdriftland ist seit dem 1. Dezember für sechs Euro via Steam auf dem PC verfügbar, Versionen für Konsolen sind derzeit noch keine angekündigt.
