Das Lego ohne Bauteile-Grenze gibt es nun vollumfänglich auch für unterwegs. Wie immer gilt: Minecraft ist das, was ihr daraus macht!
Minecraft ist bekanntermaßen eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Das ist keine neue Erkenntnis, immerhin ist das Klötzchenspiel des schwedischen Entwicklers Notch das zweiterfolgreichste Spiel aller Zeiten - direkt nach Tetris. Und auch hier nahm alles seinen Anfang mit nur einer einzigen Person, die zur richtigen Zeit eine (sehr) gute Idee hatte. Dank der Switch-Edition nagt Minecraft nun vermutlich noch ein bisschen mehr am Videospiele-Thron des russischen Knobelspiels. Zu Recht, wie wir finden. Vorausgesetzt, ihr könnt mit der (gefühlt) grenzenlosen Freiheit umgehen, die euch Minecraft ermöglicht.
(Fast) grenzenlose Welten
Minecraft lässt zumindest so viel Freiheit, wie eine 3.072 mal 3.072 Blöcke große Fantasiewelt zu bieten hat. So großflächig ist eine Minecraft-Map auf der Switch nämlich maximal, was im Universum des Klötzchenspiels einer mittleren Größe entspricht. Das ist ein großer Fortschritt zu den lediglich 864 mal 864 Blöcken großen Karten der Wii-U-Version, aber eine ganze Ecke weniger als die 5.120 mal 5.120 Quader umfassenden Welten auf PS4 und Xbox One. Ganz zu schweigen von Minecraft auf dem PC, denn hier können Welten nochmal um ein Vielfaches größer sein als auf sämtlichen Konsolen.
Quelle: Nintendo
Neblig: Besonders beim freien Flug im Kreativ-Modus wird die recht begrenzte Sichtweite mehr als deutlich. Das macht imposante Gebilde ab und an leider weniger beeindruckend. (Switch)
Abgesehen davon hat sich seit dem Ableger für Wii U gar nicht so viel getan. Sowohl im TV- als auch im Handheld-Modus läuft das Spiel "nur" in 720p-Auflösung, dafür stets mit knackigen 60 Bildern pro Sekunde. Ein zukünftiger Patch, der im TV-Modus die volle Auflösung von 1080p ermöglicht, könnte irgendwann erscheinen, sicher ist das aber nicht. Das tut dem Spielvergnügen allerdings keinen Abbruch. Wesentlich eher fällt da schon der Wechsel zwischen beiden Modi ins Gewicht. Habt ihr beispielsweise ein paar Stunden am TV gezockt und euch an eine dementsprechende Bildschirmgröße gewöhnt, fällt der Umstieg auf das 6,2 Zoll große Display der Switch anfangs schwer. Immerhin habt ihr es in Minecraft mit einem überwiegend kleinteiligen User-Interface zu tun.
Mobilspaß ohne Kompromisse
Quelle: Nintendo
Splitscreen: Jeder Spielstand kann jederzeit zum Multiplayer-Vergnügen werden. Dazu müssen einfach nur weitere Controller mit der Switch verbunden werden und los geht's! (Switch)
Ist der Umstieg erst mal geschafft, macht Minecraft auch unterwegs jede Menge Spaß. Auch das ist keine wirklich neue Erkenntnis, denn Ableger der Klötzchen-Serie sind in der Vergangenheit schon für verschiedene mobile Plattformen erschienen; neben Smart-Geräten auch für die PS Vita und damit als "richtige" Konsolenversion. Minecraft für Nintendo Switch bietet aber erstmals das volle mobile Spielerlebnis ohne faule Kompromisse. Der Bildschirm ist größer und hochauflösender als bei der PS Vita, gleichzeitig gibt's eine vernünftige Controller-Steuerung und keine halbgaren Touchscreen-Experimente wie am Smartphone oder am Tablet.
Dadurch könnt ihr das Spiel überallhin mitnehmen und weiter an euren Traumwelten arbeiten, ohne auf irgendetwas verzichten zu müssen. Abgesehen natürlich davon, dass sich Minecraft auf dem PC mit Maus und Tastatur deutlich knackiger und präziser steuert als mit jedem Controller dieser Welt. Das ist aber ein grundsätzlicher Nachteil aller Konsolen-Versionen von Minecraft und nicht speziell der Nintendo Switch zuzuschreiben.
Umfangreiches Paket
Quelle: Nintendo
Klötzchen-Klempner: Das Super Mario Mash-Up Pack bietet für Nintendo-Fans eine willkommene Abwechslung und viel zu entdecken. (Switch)
Inhaltlich kommt Minecraft: Nintendo Switch Edition mit allem daher, was man so erwartet: Einzelspieler, lokaler und Online-Mehrspieler; Überlebens-, Kreativ- und Abenteuer-Modus, Mini-Games, spielinterne Erfolge und natürlich alle gewohnten Bauteile, Gegner sowie Modifikations-Möglichkeiten. Das von der Wii-U-Version bekannte Super Mario Mash-Up Pack gehört gleichermaßen zum Lieferumfang wie die Weihnachts-Welt sowie Demo-Versionen von "Chinesische Mythologie", "Griechische Mythologie", "Halloween" und dem brandneuen Adventure Time Mash-Up Pack. Zahlreiche zusätzliche Welten, Skins, Texturen und Themen-Packs gibt es schon jetzt gegen Bares im Nintendo eShop zu erwerben. Weitere Inhalte kommen im Laufe der Zeit bestimmt noch dazu. Die (frei umkonfigurierbare) Steuerung bedarf zu Beginn einer gewissen Eingewöhnungszeit. Ist diese gemeistert, hüpft ihr aber durchaus souverän durch die eckigen und kantigen Welten. Wie schon erwähnt sind diese aber in ihrer Größe festen Maximalgrenzen unterworfen - ganz im Gegensatz zur PC-Version von Minecraft. Welten laden mitunter eine gewisse Zeit, zudem ist die Sichtweite aufgrund der limitierten Switch-Hardware nicht allzu groß. Könnt ihr euch mit all diesen Einschränkungen anfreunden, bleibt aber ein wunderbar kreatives Abenteuer, das wie kein zweites den Spieler dazu bringt, einfach mal loszulegen. Egal, ob ihr im Kreativ-Modus gigantische Traumwelten schafft, euch im Überlebens-Modus durchkämpft, online mit Fremden rund um die Welt an Großprojekten werkelt, in Mini-Games gegenaneinander kämpft oder einfach die vorgebauten Themen-Welten erkundet: Irgendwie ist bei Minecraft für jeden etwas dabei. Und diese Leistung der Entwickler gilt es anzuerkennen.
Entwickler: 4J Studios Ltd. | Hersteller: Mojang | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 6
