Millennium Actress

Test

Die Geschichte einer legendären Schauspielerin, ihrer rätselhaften Vergangenheit und eines geheimnisvollen Schlüssels

Millennium Actress ZEICHENTRICK Der engagierte Filmemacher Genya Tachibana (gesprochen von Jürgen Kluckert) will eine Dokumentation über die berühmte Schauspielerin Chiyoko Fujiwara (je nach Alter gesprochen von Magdalena Turba, Kathrin Zimmermann oder Regine Albrecht) drehen. Die Aktrice hatte sich vor etwa 30 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere völlig überraschend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Zusammen mit seinem Kameramann Kyoji Ida (Stefan Krause) macht sich der Regisseur auf den Weg zum Haus der alten Dame und präsentiert ihr zunächst ein ganz besonderes Geschenk: einen Schlüssel an einer Kette, den Chiyoko viele Jahre lang vergeblich suchte. Als Tachibana sie auf die Bedeutung dieses Schlüssels anspricht, lüftet die einstige Filmdiva das Geheimnis ihrer bewegten Vergangenheit.

Realität und Fiktion

Satoshi Kon, der auch für die Anime-Highlights "Perfect Blue" und "Tokyo Godfathers" verantwortlich zeichnet, schuf mit "Millennium Actress" ein grandioses Zeichentrickdrama über die Suche nach der wahren Liebe. Reizvoll ist nicht nur Chiyokos herzzerreißende Lebensgeschichte, sondern auch der außergewöhnliche Erzählstil.

Das Interview mit der 70-jährigen Chiyoko wird nicht nur in simplen Rückblenden, sondern zum Großteil anhand von verschiedensten Filmszenen dargestellt, die Tachibana, Ida und die Protagonistin auf wundersame und oft auch witzige Weise gemeinsam durchleben. Die Handlung springt nahtlos zwischen verschiedenen Zeitepochen hin und her und konfrontiert den Zuschauer mit immer neuen Settings.

Wie diese Idee entstand, klärt ein Making of, in dem Regisseur, Autor, Zeichner, Animatoren und weitere Beteiligte den Entstehungsprozess des mit internationalen Preisen überhäuften Films beschreiben.TO n

Fazit

Film-Check: "Millennium Actress" ist eine mitreißende, vor allem gegen Ende zu Tränen rührende Liebesgeschichte, die man sich wie schon Isao Takahatas "Only Yesterday" durchaus auch als Realfilm vorstellen könnte. Genügend Abwechslung gibt es dank des mit den Figuren Tachibana und Ida eingebrachten Humors, einiger Actionszenen und der originellen Sprünge zwischen Chiyokos Vergangenheit und den verschiedenen Filmhandlungen.Hinzu kommen saubere Animationen, detailreiche, wunderschöne Szenerien, eine einfallsreiche, leicht nostalgisch angehauchte Musikuntermalung und nicht zuletzt eine professionelle deutsche Synchronfassung.
DVD-Fazit: Schickes Digipak im Schuber, dem zusätzlich noch fünf Sammelkarten beiliegen. Die Disc selbst bietet überraschend guten Sound und ein ordentliches Bild. Trotz etwas wenig Zusatzmaterial ein Muss für anspruchsvolle Anime-Fans.

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