Miitopia im Test: Wenn der große Bruder als Dämon deinen Schwagerkönig entführt

Test Katharina Pache
Miitopia im Test: Wenn der große Bruder als Dämon deinen Schwagerkönig entführt (1)
Quelle: Nintendo

Da sind wir wieder, dieses Mal aber für den Test des 3DS-Rollenspiels Miitopia, das es vor einiger Zeit auch auf die Switch geschafft hat. Noch nie war es so unterhaltsam, das Gesicht zu verlieren!

Es stimmt: Miitopia ist wahrlich kein Hardcore-Rollenspiel wie vielleicht ein Monster Hunter Stories 2, ein Bravely Default, nicht einmal mit Pokémon kann es in Sachen Komplexität mithalten. Aber deshalb passt der außergewöhnliche Titel auch hervorragend zur Zielgruppe, angepeilt werden nämlich in erster Linie jüngere Zocker und Familien. Und für diese Rezipienten ist Miitopia ein sehr charmantes, einfacher Vergnügen, das man sich wunderbar in kleine Häppchen einteilen kann - was wiederum mehr Spaß macht, als es an ein paar wenigen Abenden abzuschließen.

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Gemeinsam sind wieher stark

Lukas und das Pferd sind eng befreundet. Deshalb kann er im Kampf auch<br> aufsatteln und vom hohen Ross die Pfanne herabsausen lassen. Quelle: PC Games Lukas und das Pferd sind eng befreundet. Deshalb kann er im Kampf auch
aufsatteln und vom hohen Ross die Pfanne herabsausen lassen.
Solltet ihr schon auf dem 3DS auf eure ganz persönliche Abenteuerreise gegangen sein, erwartet euch in der Switch-Fassung nicht allzu viel Neues. Abgesehen von wirklich vernachlässigbaren Details wie Amiibo-Unterstützung ist der wohl wichtigste Bonus der Portierung das Pferd. Ihr trefft es relativ früh im Spiel und dürft es - genau wie alle wichtigen Figuren in Miitopia - selbst gestalten und benennen. Als fünftes Mitglied der vierköpfigen Helden-Party hält sich das Huftier in Kämpfen und auf Wanderschaft im Hintergrund, greift aber ein, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Zunächst aber muss die Bindung zwischen Reittier und den Figuren gefestigt werden, das schaltet nach und nach Angriffe oder Unterstützungsfähigkeiten frei. Wie bei allen Protagonisten entsteht Nähe untereinander durch Aktionen im Kampf, bei denen eine Figur der anderen hilft (etwa durch Heilung), oder beim Übernachten im gleichen Zimmer in einem Gasthaus. Das Pferd schläft natürlich im Stall - wen man ihm zur Seite stellt, entscheidet also, zu wem das Ross Freundschaft pflegt.

Oh Lord

Was für ein Schuft! Der finstere Lord hat die Gesichter unschuldiger Miis entwendet und auf Monster geklebt! Quelle: PC Games Was für ein Schuft! Der finstere Lord hat die Gesichter unschuldiger Miis entwendet und auf Monster geklebt! Grund für die Heldenreise ist das bösartige Tun des finsteren Lords. Er hat den Miis von Miitopia die Gesichter gestohlen! Das lasst ihr selbstverständlich nicht tatenlos zu und schart nach und nach Mitstreiter um euch, mit denen ihr durch die Lande streift, auf der Suche nach Monstern, die die gestohlenen Gesichter unschuldiger Miis tragen. Der Clou am Spiel ist die Möglichkeit, alle NPCs und die eigene Figur im Mii-Editor zu gestalten. Über Freunde und Familie bis hin zu Promis ist da alles denkbar. Wenn ihr euch nicht kreativ genug fühlt oder einfach nur spielen möchtet, könnt ihr aber bei den meisten Gestalten einfach die vorgefertigten Designs aussuchen. Wir empfehlen aber definitiv, die Bastelmöglichkeit zu nutzen, denn mit einer Party aus Freunden macht Miitopia viel mehr Vergnügen.

Kein Stress

Mit den praktischen Streuern dosieren wir unter anderem Bonus-Lebens-&nbsp;<br> oder -Magiepunkte, falls es mal knapp werden solle. Quelle: PC Games Mit den praktischen Streuern dosieren wir unter anderem Bonus-Lebens- 
oder -Magiepunkte, falls es mal knapp werden solle.
Das liegt auch daran, dass der Titel wie eingangs erwähnt sehr simpel gestrickt ist. Auf der Oberwelt sucht ihr euren Startpunkt aus, dann läuft die Gruppe automatisch los. Unterwegs trefft ihr Monster, die ihr in rundenbasierten Kämpfen sehr wahrscheinlich besiegt, denn mit Hilfsmitteln wie dem HP-Streuer (spendet unabhängig von Aktionen wie Angriff oder Magie Lebensenergie) und den sehr nützlichen Synergieeffekten bei enger Freundschaft zwischen den Figuren ist es oft kein Problem, alles kurz und klein zu hauen. Nach ein, zwei Kämpfen, einer davon eventuell ein Boss oder Zwischenboss, ist auch schon das Gasthaus in Sicht, wo sich die Recken erholen, Bindungen vertiefen, neue Ausrüstung kaufen, Ausflüge unternehmen, sich dem Glücksspiel widmen oder stärkende Mahlzeiten verspeisen.

Klasse?

Die Anzahl Klassen ist überschaubar, obschon darunter Jobs wie Popstar oder Koch sind, die man nicht in jedem Rollenspiel geboten bekommt. Viel mehr als mit dem Spielprinzip überzeugt Miitopia mit seinem schrägen Charme, der nur funktioniert, wenn man statt vorgefertigten Figuren den eigenen Freundes- und Familienkreis nachbaut. Der virtuelle Chris etwa entschied sich nach einer Nacht im Zimmer mit dem virtuellen Lukas, diesem ein Stück Seife zu schenken - es darf geschmunzelt werden, auch wenn sich einige Sätze und Interaktionen zu schnell wiederholen. Die Gleichförmigkeit des Spielablaufs ist auffällig, weshalb Miitopia in kleinen Portionen besser funktioniert denn als Marathon. Elternfreundlicherweise fragt das Spiel nach längeren Sitzungen, ob man nicht für heute den Abenteurerumhang an den Nagel hängen möchte.

Alleine wegen des Pferdes lohnt es sich für Kenner des Originals nicht unbedingt, ein weiteres Mal zuzugreifen. Als RPG für den Nachwuchs und Familien aber ist Miitopia (jetzt kaufen 49,95 € ) ein großer Spaß - ein Mehrspielermodus wäre das Sahnehäubchen gewesen.

Meinung

Wertung zu Miitopia (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Sehr charmante PräsentationLustige Interaktionen mit selbstgebauten MiisGut geeignet für NachwuchszockerDeutlich schärfere Optik als auf dem 3DSSehr einfach und bequem zu bedienenLäuft flüssig
Wenig neue Inhalte abseits vom PferdSehr, sehr einfache Grafik
Fazit

Simples, niedliches Rollenspiel light mit der Möglichkeit, Freunde und Familie einzubauen

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