Happy Birthday! 40 Jahre Microsoft Flight Simulator
Special
Microsoft feiert den 40. Geburtstag des Flight Simulators. Wir waren vor Ort und haben mitgefeiert - mit Entwicklern, mit Piloten und mit alten Flugzeugen.
Wo wir lediglich in einem virtuellen Cockpit einer A320 Platz nehmen können, sitzt er beruflich unzählige Stunden in einem echten Cockpit und fliegt die Stahlmonster durch den realen Himmel. Im Rahmen der Veranstaltung verriet er, wie nah die heutigen Simulationen bereits an der Realität sind. Natürlich verwies er direkt darauf, dass ein PC kein haptisches Feedback wie ein Flugzeug vermitteln könnte und Dinge wie G-Kräfte kaum zu simulieren wären. Aber besonders bei der Bedienung der Flugzeuge sei man heute schon so nah am echten Flieger, wie es nur sein könnte.
Gerade was die einzelnen Anzeigen, Menüs und Handhabung betreffe, gebe es "praktisch keinen Unterschied mehr". Er nutze den Flight Simulator sogar, um sich auf reale Werkstattflüge vorzubereiten. Dabei werden zum Testen von Ausfallsystemen bestimmte andere Systeme absichtlich abgeschaltet. Das würde er vorher im Microsoft Flight Simulator durchspielen, damit er nachher in der Praxis schneller die richtigen Kommandos in den verschachtelten Bediensystemen der Airliner findet. Nicht schlecht für ein "Computerspiel". Da verwundert es wenig, dass es auch weiterhin großes Interesse aus der Industrie an der Technik von Microsoft gebe. Vor allem für die Schulung von neuen Piloten und Lehrgänge, in denen verschiedene Bedienungen erlernt werden müssen, biete sich das Programm an. Wo heute noch mit ausgedruckten Karten der Instrumente gelernt werde, könnte das bald vom Flusi übernommen werden. Allerdings gibt es in dem Bereich einige Hindernisse bezüglich kommerzieller Lizenzen, wie uns Sandro Odak, seinerseits der Communication Manager bei Xbox DACH, verriet.
Quelle: PC Games
Vor uns der Flugsimulator, über uns echte Flugzeuge.
Dabei sollte man auch wissen, dass es prinzipiell zwei verschiedene Flugsimulatoren bei der Ausbildung von Piloten gibt. Da wären einmal die großen, mit relativ hübscher Grafik, die wir primär aus diversen Werbeangeboten kennen, sie selbst am Flughafen mal eine Stunde oder zwei zu mieten.
Die meisten Übungen erledigen angehende und ausgebildete Piloten aber an Simulatoren, deren Cockpit zwar fast ein zu eins dem Original entspricht, bei denen man allerdings lieber nicht über die Instrumente hinwegschauen sollte. Grafisch fühlt man sich sonst schnell in die guten, alten 90er zurückversetzt. Beide Varianten sind unfassbar teuer und können von kleinen Flugschulen nicht mal eben an ihrem Standort aufgestellt werden.
Aber auch innerhalb des Microsoft Flugsimulator 2020 geht es weiter. Die kürzlich erschienene 40th Anniversary Edition brachte nun endlich die lange vermissen Helikopter und Segelflieger ins Spiel. Beides allerdings noch in einer recht "rauen" Version, an der noch viel Feinarbeit geleistet werden muss.
Gerade die Segelflieger sind laut der Aussage einiger Piloten noch ein wenig hakelig, aber schon nah an der Realität. Die Helikopter hingegen fühlen sich zumindest mit den automatischen Hilfen des Spiels recht gut an, wenn man ein wenig Realismus dem Komfort opfert.
Die Zukunft des Flugsimulators
Natürlich lud Microsoft nicht nur ein, um sich selbst und die Vergangenheit zu feiern, sondern sprach auch ein wenig über die Zukunft des MFS 2020. Allerdings wollte man dort nicht so viel Preis geben, wie sich mancher erhofft hat. Auch in den kommenden Jahren werden monatlich neue Updates kommen, welche nicht nur weitere Flugzeuge und nun auch Helikopter ins Spiel bringen, sondern weitere Flughäfen und Szenerien verbessern.
Microsoft selbst konzentriert sich vor allem auf die Technik, die hinter dem Flugsimulator steckt. Beispielsweise die künstliche Intelligenz, die aus diversen Satellitenkarten die Welt des Flight Simulators gebaut hat. Diese werde konstant weiterentwickelt und in verschiedenen Projekten auch abseits von Computerspielen vermehrt eingesetzt.
So gab es etwa ein Projekt, in dem Müllwagen mit besonderen Kameras ausgestattet wurden, deren Bilder dann in Verbindung der KI und Bing Maps zu einer genauen Auflistung aller Schlaglöcher der Stadt wurden.
Quelle: PC Games
Das Technikmuseum Berlin ist für jegliche Fans von Flugzeugen sehr interessant.
Aber auch auf weitere Aktionen wie die Zusammenarbeit mit Maverick werden wir uns freuen dürfen. Diese brachte nicht nur ein passendes Flugzeug, sondern auch einige der beliebten Lande-Challenges ins Spiel. Oder der Pelican aus Halo, der im vergangenen Sommer seinen Weg ins Spiel fand.
Einen Nachfolger werden wir jedenfalls so schnell nicht bekommen. Bei Microsoft plant man nicht, wie in lange vergangenen Jahren, regelmäßig neue Versionen herauszubringen. Stattdessen sollt der MFS 2020 noch viele Jahre mit Content und Inhalten versorgt werden. Das macht auch durchaus Sinn.
Er ist ein starkes Zugpferd für den Xbox Game Pass und technisch ziemlich am Limit dessen, was heimische Rechner und Konsolen leisten können. Ein Nachfolger müsste sich da schon deutlich abheben, um erfolgreich zu sein. Dabei darf man nicht vergessen, dass viele Sim-Enthusiasten viel Geld in Addons und dergleichen gesteckt haben. Diese Spieler würden nur weiterziehen, wenn der Nachfolger deutlich besser als der MFS 2020 wäre.
Bis auf Weiteres wird der Microsoft Flight Simulator 2020 also die Spitze der Flugsimulatoren darstellen. Sowohl in Sachen Realismus als auch in Sachen Optik gibt es nichts auf dem Markt, was da auch nur ansatzweise rankommt. Oder zumindest nichts in der Preislage, die sich ein Normalsterblicher leisten kann. Von daher: Happy Birthday MFS 2020 und auf viele weitere Jahre am virtuellen Himmel.
