Metroid Prime 4 im Test: Kämpfe, Technik, Fazit und Wertung

Test Felix Schütz
Metroid Prime 4 im Test: Kämpfe, Technik, Fazit und Wertung
Quelle: PC Games

Wie gut schneidet Metroid Prime 4 wirklich ab? Lob und Kritik für ein Action-Adventure, auf das wir lange gewartet haben.

Gute Kämpfe, wenig Abwechslung

Kämpfe spielen sich angenehm vertraut, allerdings geraten sie etwas schneller und dynamischer als früher. Das liegt an zwei neuen Gegnertypen, etwa den agilen Griever-Monstern, die sich cool an Wänden und Decken entlangbewegen und mit Sprungattacken angreifen. Die Viecher sind zwar trotzdem leicht besiegt, kommen aber schon allein wegen ihrer tollen Animationen schön aggressiv rüber.

Und dann gibt es noch die feindlichen Roboter, die im Spielverlauf immer bessere Bewaffnung mitbringen, härter austeilen und sich schneller bewegen. Manche haben dann Energieschilde im Gepäck, andere können sich teleportieren. Das macht die Kämpfe auch noch in späteren Abschnitten halbwegs interessant.

Allerdings hat sich Retro Studios ein wenig auf beiden Gegnersorten ausgeruht, denn sie wiederholen sich einfach zu oft. Zwar gibt es auch noch jede Menge anderes kleines Getier, das euch unterwegs ans Leder will, doch das spielt gerade im letzten Drittel kaum noch eine Rolle.

Metroid Prime 4: Beyond (Switch / Switch 2, 2025) Quelle: PC Games Die Bossgegner bringen den üblichen Mix, den man aus der Serie gewohnt ist. Nicht innovativ, aber gut gemacht! Bei den Bossen zeigt sich das Spiel aber wieder in Bestform, da ist so ziemlich alles dabei, was man von einem guten Metroid erwarten kann: Mechanische Konstrukte, schwer gepanzerte Riesenkrabben, Hightech-Krieger, Feuerdrachen, mutierte Riesengewächse. Geübte Spieler sollten hier auf normaler Schwierigkeitsstufe keine Probleme haben, denn abgesehen vom finalen Kampf haben wir alle Bosse gleich im ersten Anlauf besiegt. Unfaire Bildschirmtode wie in Metroid Dread gibt es auch nicht, darum ist Metroid Prime 4 selbst für Quereinsteiger gut schaffbar.

Und es verschlingt auch nicht gleich Wochen eurer Zeit. Unser durchgespielter Spielstand zeigte am Ende knapp 19 Stunden an, damit reiht sich Metroid Prime 4 ziemlich genau bei seinen Vorgängern ein. Allerdings haben wir auch einiges an Zeit damit verbracht, alles zu erkunden, die Wüste zu durchkämmen und sämtliche Kristalle einzusacken - wer darauf verzichtet, kommt deutlich schneller ins Ziel.

Technisch sauber auf Switch 2

Zum Test lag uns nur die Switch 2-Version vor. Die punktet gegenüber der Switch 1 mit HDR-Support und höherer Auflösung - am TV habt ihr sogar die Wahl zwischen 4K bei 60 Bildern pro Sekunde oder 1080p bei 120 Fps. Was ihr auch wählt, das Gameplay bleibt immer butterweich. Abgesehen von ein paar matschigen Texturen präsentiert sich das Spiel technisch wieder absolut sauber - da merkt man einfach, dass Retro Studios am Werk war.

Metroid Prime 4: Beyond (Switch / Switch 2, 2025) Quelle: PC Games In der Mine werdet ihr von Gegnern regelrecht überrannt. Spielerisch sollen beide Fassungen identisch sein, allerdings habt ihr auf der Switch 2 auch die Möglichkeit, mit der Maus-Steuerung zu spielen. Nach ein paar Minuten haben wir allerdings die Finger davon gelassen: Die Maus-Steuerung funktioniert zwar, doch die Anordnung der Buttons und Form des Controllers eignet sich einfach nicht für schnelle Action. Viel besser hat uns da wieder die Pointer-Steuerung aus Metroid Prime 3 gefallen, mit der man einfach auf den Bildschirm zeigt. Präzise und praktisch. Genau wie in Metroid Prime Remastered gibt es außerdem noch eine klassische Twin-Stick-Steuerung, wie man sie aus Ego-Shootern kennt. Das ist die Standardeinstellung und mit der haben wir's auch durchgespielt.

Fazit: Hat sich das lange Warten gelohnt?

Auch wenn Metroid Prime 4 im Herzen ein klassisches Metroid bleibt, hat es sich verändert - und damit folgt es dem Trend seiner Vorgänger. War der geniale Erstling im Grunde noch eine 3D-Version von Super Metroid, setzten Metroid Prime 2 und 3 schon etwas andere Schwerpunkte. Mal war ein Spiel storylastiger und kniffliger als der erste Teil, der andere dafür actionreicher und linearer als der zweite. Und nun haben wir Metroid Prime 4: Beyond, das wieder neue Wege einschlägt.

Die NPCs und Dialoge machen das Spiel zugänglicher und die Welt greifbarer, andererseits fühlt man sich auch nicht mehr so isoliert wie in anderen Metroid-Spielen - eigentlich ein Markenzeichen der Reihe. Auch das Vi-O-La-Motorrad und das offene Wüstengebiet werden für Diskussionsstoff sorgen. Die haben zwar ihre Qualitäten, doch damit das Open-World-Design wirklich zündet, hätten die Entwickler noch deutlich spannendere Inhalte dafür basteln müssen. So fühlt sich die Wüste ziemlich leer und überflüssig an.

Metroid Prime 4: Beyond (Switch / Switch 2, 2025) Quelle: PC Games Wer diesen Roboter findet und scannt, bekommt alle verpassten Gegenstände auf der Karte eingezeichnet. In denen fünf Hauptgebieten merkt man aber wieder, warum die Prime-Reihe bis heute zu Nintendos Glanzstücken zählt: Schicke Umgebungen, dichte Atmosphäre, tolles Mittendrin-Gefühl, spaßiges Erkunden, griffige Steuerung, etliche Upgrades, ein paar nette Überraschungen und ein markanter Soundtrack - das alles ergibt immer noch ein starkes Action-Adventure, das vieles richtig macht. Die hohen Erwartungen, die sich in den letzten acht Jahren aufgebaut haben, kann das Spiel aber doch nicht ganz erfüllen.

Meinung

Wertung zu Metroid Prime 4: Beyond (NSW2)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Nicht der beste Serienteil, aber immer noch ein sehr gutes Action-Adventure. Auf das Open-World-Element hätten wir aber gerne verzichtet.

Wie sieht die Zukunft von Samus Aran aus? Sofern wir den Schluss richtig deuten, bildet Metroid Prime 4 nur den Auftakt zu einer noch größeren Geschichte. Es scheint, als hätte Retro Studios schon einen Nachfolger im Visier! Drücken wir die Daumen, dass er diesmal nicht wieder acht Jahre braucht. Und dann auch gerne ohne Wüste - die hat sich nämlich kein einziger Metroid-Fan gewünscht.

Metroid Prime 4: Beyond erscheint am 4. Dezember 2025 zeitgleich für Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Die Switch-1-Version kostet bei Amazon, MediaMarkt & Co. 55 bis 60 Euro, für die Switch-2-Fassung müsst ihr 70 Euro auf den Tisch legen. Ein Upgrade-Pack für die Switch 2 wird für zehn Euro angeboten. Die Texte sind auf Deutsch, die Sprachausgabe ist komplett auf Englisch. Transparenzhinweis. Für diesen Test hat uns Nintendo die Switch 2-Fassung des Spiels zur Verfügung gestellt.

  1. Seite 1 Metroid Prime 4 im Test: Darauf haben wir acht Jahre gewartet! Aber war es das wert?
  2. Seite 2 Metroid Prime 4 im Test: Psy-Kräfte und Open World - So spielt es sich
  3. Seite 3 Metroid Prime 4 im Test: Stärken und Schwächen im Leveldesign
  4. Seite 4 Metroid Prime 4 im Test: Kämpfe, Technik, Fazit und Wertung
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