Metro: Last Light im Test - Hält der atmosphärische Ego-Shooter mit den Genre-Champions mit?

Test Christian Fussy Timo Ulbrich

Metro: Last Light im Test: Die Flut an Ego-Shootern reißt nicht ab, obwohl man im Jahr 2013 eigentlich schon alles gesehen hat, was das Genre bietet. Lediglich die Bombast-Grafik eines Crysis 3 oder die hervorragende Atmosphäre in Bioshock: Infinite sorgen noch für Staunen. Ob auch Metro: Last Light es schafft sich von der grauen Masse abzuheben, zeigt unsere Review.

Der düstere Survival-Shooter Metro: Last Light im Test: Nach einem Atomschlag sehen sich die Bewohner der russischen Metropole Moskau gezwungen, im Untergrund zu leben. Die tödliche Strahlung macht ein Leben außerhalb der Bunkeranlagen praktisch unmöglich, nur die besonders Hartgesottenen wagen sich mit Gasmaske und Schießeisen bewaffnet an die Oberfläche. Egal ob in den Ruinen der Großstadt, oder dem weitläufigen Höhlensystem darunter: Dieses dystopische Horror-Szenario überlebt nur, wer die Nerven behält. Durch die zwielichtigen Gestalten der Metro und die ständige Bedrohung durch die Mutanten entwickelt Metro: Last Light ein Gefühl der ständigen Bedrohung.

Im Vergleich zum Vorgänger macht der zweite Teil des Endzeit-Shooters vieles besser: Waffen klingen nicht mehr als hätten sie Platzpatronen geladen, die verschiedenen Abschnitte des Tunnelsystems sind lebendig und abwechslungsreich gestaltet und auch technisch macht das Spiel einiges her. Ob das reicht, um uns bei der starken Genre-Konkurrenz auf ganzer Linie zu überzeugen, zeigt unser Test.

Das hat uns an Metro: Last Light gefallen

Tolle Optik

Grafisch ist Moskaus Untergrund ein wahrer Augenschmaus. Quelle: PC Games Grafisch ist Moskaus Untergrund ein wahrer Augenschmaus. Grafisch ist Moskaus Untergrund ein wahrer Augenschmaus: Die düsteren Gänge der Metro werden von einfallendem Tageslicht, Lampenschein oder loderndem Feuer erhellt. Wassereffekte sehen einfach großartig aus und die Bewohner des Untergrunds sind detailliert gestaltet. Es ist eine Freude das Tunnelsystem zu erkunden und sich an dem schicken Look zu ergötzen. Sowohl unter- als auch überirdisch überzeugt das stimmungsvolle Design von Gegnern und Arealen. Vereinzelte Kloncharaktere fallen so gut wie nicht auf und stören keineswegs den überzeugenden Gesamteindruck. Mit der Edel-Optik eines Crysis kann Metro: Last Light zwar nicht ganz mithalten, wer Wert auf gute Grafik legt, kommt aber trotzdem auf seine Kosten.

Packende Atmospähre

Die postapokalyptische Welt ist mit authentischen Bewohnern gefüllt und man bekommt mit, wie sie ihr alltägliches Leben in der Metro gestalten. An jeder Ecke findet man Details und lauscht gerne den kleinen Geschichten der Menschen. Auch die Nebenaufgaben sind schön inszeniert und stellen den Spieler immer wieder vor schwierige Herausforderungen. Da man ständig Ausschau nach Munition, Filtern oder Gesundheitsspritzen halten muss, kommt teilweise sogar waschechtes Survival-Horror-Feeling auf. Die mutierten Monster, die in den verseuchten U-Bahn-Schächten lauern, und das häufige Auftauchen von Spinnen, Fliegen und ähnlichem Ungeziefer tragen ihr übriges dazu bei. Tolles Detail: Trägt Protagonist Artjom eine Gasmaske, beschlägt mit der Zeit das Visier.

Abwechslungsreiches Setting

Erfrischend anders ist die dystopischen Zukunftsvision in Metro: Last Light. Ein Atomschlag hat Moskau verwüstet und die Überlebenden suchten Schutz in dem verzweigten U-Bahn-System. In der Metro staunt man über ein unterirdisches Venedig. Wenn man sich mit der Gasmaske ausrüstet kann man auch für kurze Zeit an der gefährlich verseuchten Oberfläche verweilen. Mutierte Ungeheuer sind nicht die einzige Gefahr: Die Kommunisten und Neo-Faschisten rüsten zum Krieg auf und Artjom gerät in ein Netz aus verfeindeten Gruppen.

Das hat uns an Metro: Last Light nicht gefallen

Die KI: Taub, blind und dumm

Mutierte Tiere verhalten sich intelligenter als die menschlichen Gegner. Quelle: PC Games Mutierte Tiere verhalten sich intelligenter als die menschlichen Gegner. Selbst die mutierten Tiere verhalten sich deutlich intelligenter als die menschlichen Gegner. So schleicht Artjom manchmal dirket durch das Blickfeld eines Soldaten, der das aber unbeeindruckt zur Kenntnis nimmt. Einige Gegner stört es nicht, wenn Kollegen, die neben ihnen stehen, erschossen werden. Andere wiederum strecken auffällig selbstmörderisch den Kopf aus der Deckung oder laufen geradewegs in die Schussbahn. Die sehr gute Atmosphäre des Spiels verliert dadurch etwas an Glaubwürdigkeit.

Ein stummer Held und eine nervige Synchronisation

Mit dem russischen Dialekt hat man es etwas übertrieben, sodass die NPCs überzeichnet und klischeehaft wirken. Schade ist auch, das der Held Artjom nur in Ladesequenzen etwas zu sagen hat. Die Charaktere führen häufig nur Monologe und Artjom geht schweigend seinen Weg durch den Moskauer Untergrund.

Wertung zu Metro: Last Light (PC)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Metro: Last Light (X360)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Tolle OptikPackende AtmosphäreAbwechslungsreiches Setting
Dumme KITeilweise unpassende Vertonung
Fazit

Überdurchschnittlicher Ego-Shooter mit großartiger Atmosphäre und ärgerlichen KI-Aussetzern.

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