Wir sprechen darüber, was der Trailer sonst noch über Setting und Charaktere verrät, und wagen erste Einschätzungen zu Gameplay und Technik. Wird es wieder ein klassisches Metro?
Wo geht die Reise hin?
Die anderen Fraktionen der Reihe, etwa die Kommunisten oder der SPARTA-Orden, scheinen nicht mehr zu existieren. Alle wurden gleichgeschaltet und ins Novoreich eingegliedert. Der Fremde trägt allerdings noch einen demolierten SPARTA-Helm, vermutlich wird es also alte Verbindungen zu entschlüsseln geben. Auch die mysteriösen "Schwarzen" spielen wieder eine Rolle.
Dabei handelt es sich um eine übernatürliche Spezies, die seit dem Atomkrieg in Moskau existiert und von den Menschen aufgrund ihrer Fremdartigkeit oft als Gefahr gedeutet wird. Hier sehen wir sie bedrohlich hinter den Figuren stehen, während sie die Propaganda des Novoreichs wiederholen.
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Ob die Schwarzen damit die eigentlichen Strippenzieher hinter dem Regime sind, oder ob sie dafür verantwortlich sind, den Menschen dessen Schattenseiten zu zeigen? Das ist eine der spannenden Fragen, die der Trailer aufwirft.
Quelle: 4A Games
Die Oberfläche in der ehemaligen Millionenstadt ist verstrahlt und gefährlich wie eh und je.
Das Gegenteil eines Exodus
Wer sich vom Reveal einen tiefen Einblick ins Gameplay erhofft hat, bekam leider noch nicht allzu viel zu sehen. Klar ist: Metro 2039 wird in bester Serientradition ein Story-fokussierter Einzelspieler-Shooter. Es soll sich bedrückend und klaustrophobisch anfühlen und durch das Sounddesign sowie einen hohen Detailgrad in den Umgebungen wieder die gewohnt dichte Atmosphäre erzeugen.
Die Entwickler sprechen von "eingefrorenen Geschichten", die das zerstörte Moskau und sein Umland ganz ohne Worte erzählen sollen. Jedes kleine Detail wird von Hand platziert und soll zum Worldbuilding beitragen. Und apropos Moskau und Umland: Bisher ist nicht klar, wie offen die Spielwelt ausfallen soll, nachdem der Vorgänger Exodus mit Open-World-Mechaniken flirten durfte.
Die Prämisse des Fremden, eines Exil-Moskauers, der sich widerwillig ins Herz der Stadt zurückkämpfen muss, legt aber nahe, dass wir uns der Stadt erst einmal von außen nähern. Unterstrichen wird die Vermutung von einem Screenshot aus dem Pressematerial, der mit "Wilderness" betitelt ist.
Quelle: 4A Games
Dieser Screenshot legt nahe, dass wir nicht nur im dicht bebauten Stadtgebiet unterwegs sein werden.
Strahlender Horror-Shooter
Gameplay bekommen wir allerdings nur aus den vertrauten Tunneln zu Gesicht, und der kurze Schnipsel sieht unverkennbar nach Metro aus. Mit seiner modifizierten Waffe, Gasmaske und leuchtender Armbanduhr streift der Fremde durch eine U-Bahnstation, als ihn ein Nacktmull-artiger Mutant angreift. Die halb spielbare, halb geskriptete Sequenz endet mit Monsterzähnen in unserem Gesicht und der Rettung in letzter Sekunde durch freundliche Metro-Bewohner.
Alles wie gehabt also. Wir gehen fest davon aus, dass der bekannte Mix aus Ballern, Schleichen, Gruseln und Ressourcenverwaltung auch diesmal wieder das Fundament bildet.
Quelle: 4A Games
Metro, wie es im Buche steht: Mit Feuerzeug und Eigenbau-Waffe im Anschlag schleichen wir durch dunkle U-Bahntunnel.
Grafisch scheint 4A Games seiner Linie ebenfalls treu geblieben zu sein. Die Umgebungen sind detailliert, glaubwürdig beleuchtet und mit schickem Partikel-Schnee und Staub geschmückt. Besonders gefällt uns, wie sich der fallende Schnee auf die Waffe legt und wie ein Holzobjekt auf der Rolltreppe offenbar dynamisch beim Darüberlaufen zerstört und weggetreten wird.
Von welchem System die Szenen stammen, können wir nicht sagen, genauso wenig, wie wir die Beleuchtungstechnik des Spiels kennen. Dass Metro 2039 Raytracing unterstützen wird, dürfte sicher sein, immerhin ist Entwickler 4A Games einer der Pioniere auf dem Gebiet.
Nur, ob im neuen Teil auch Pathtracing aktivierbar ist, steht noch ganz in den Sternen - wir hoffen es aber, da Metro 2039 weiterhin auf der hauseigenen 4A Engine läuft und selbstgebaute Grafikmotoren mit modernen Features für uns (und die Kollegen von der PC Games Hardware) immer besonders spannend sind.
Meinung
Wenig spannend, sondern erfreulicher Standard: Metro 2039 verzichtet auf Exklusivdeals und erscheint zeitgleich für PC via Steam und Epic Games, auf PS5 sowie Xbox-Series-Konsolen. Allzu lange müssen wir uns hoffentlich auch nicht mehr gedulden, denn bereits im Winter 2026 soll uns das endzeitliche Moskau willkommen heißen.
