Kämpfe, Looten, Mikrotransaktionen, Technik, Fazit

Test Lukas Schmid 35,99 €
Kämpfe, Looten, Mikrotransaktionen, Technik, Fazit
Quelle: PC Games

Review zu Metal Gear Survive: Metal Gear Survive hat keinen leichten Stand, wird es doch angesichts der unschönen Scheidung von Konami und Metal Gear-Vater Hideo Kojima von Fans mit Argusaugen betrachtet. Ob das Survival-Spin-off uns trotzdem überzeugen konnte, verraten wir in unserem Test zum Spiel.

Metal Gear Survive im Test: Bestechende Kampferfahrung

Nah einer gewissen Zeit können wir auch Schusswaffen craften. Allerdings bleibt der Nahkampf die meiste Zeit die Vorgehensweise erster Wahl. Quelle: PC Games Nah einer gewissen Zeit können wir auch Schusswaffen craften. Allerdings bleibt der Nahkampf die meiste Zeit die Vorgehensweise erster Wahl. Und riesige Gegnerhorden gibt es oft genug, denn in den Kämpfen setzt Metal Gear Survive auf Masse denn Klasse. Die erwähnten Zombie-Gegner sind bewusst doof gestaltet, greifen fast immer im Rudel an und laufen dann stets in gerader Linie auf uns oder das Ziel ihrer Begierde, etwa ein von uns qua Missionsauftrag zu verteidigendes Objekt, zu. Das Mittel unserer Wahl: Zäune, die wir craften, mit uns tragen und unerklärlicherweise in Sekundenbruchteilen vor uns aufbauen können. Durch diese hindurch stechen wir dann mit dem Speer auf die Kristallköpfe der Widersacher ein oder dünnen die Menge mit Pistole, Schrotflinte und Co. aus, bis die Haltbarkeit des wackeren Maschendrahtwerkes ihre Schuldigkeit getan hat. Zusätzlich verfügen wir noch über andere Waffen wie etwa Macheten, an den Nutzen des durch den Zaun sausenden Speeres und der Schießprügel kommt aber keine ran. Wer will, kann sich außerdem mir Molotov-Cocktails und einigen anderen Spielzeugen etwas Freiraum verschaffen und theoretisch existieren auch simple Stealth-Optionen, die aber nur sehr selten von Nutzen sind.

Die Kämpfe gegen strunzdumme Zombiehorden machen Laune, ändern sich aber über den Verlauf der Kampagne hinweg kaum. Quelle: PC Games Die Kämpfe gegen strunzdumme Zombiehorden machen Laune, ändern sich aber über den Verlauf der Kampagne hinweg kaum.

So banal dieses Kampfsystem auch ist, zig heranstürmenden Feinden durch Zäune hindurch Saures zu geben, sorgt für eine gewisse Befriedigung. Im späteren Spielverlauf, in längeren und größeren Schlachten, ist hier auch etwas Taktik und Vorausplanung vonnöten, um etwa aus mehreren Richtungen anstürmenden Gegnerhorden Paroli bieten zu können. Keine Frage, die Kämpfe sind eines der wenigen Highlights des Spiels. Schade, dass sich viele der Gefechte ad absurdum führen lassen, indem man sich einfach auf ein leicht erhöhtes Objekt stellt. Die Feinde sind zu doof, um ebenfalls hinauf zu klettern und man kann sie dann völlig ungestört von oben herab ins virtuelle Nirvana stechen. Außerdem ändert sich am grundlegenden Aufbau der Schlachten kaum jemals etwas - beziehungsweise am Missionsaufbau an sich. In der knapp 20-stündigen Kampagne macht man in den ersten Aufgaben fast genau dasselbe, was man in den letzten macht. Da verkommen auch die spaßigen Hirnausschalt-Kämpfe bald zur langweiligen Fleißarbeit.

Stealth Kills sind möglich, aber nur relativ selten vonnutzen. Quelle: PC Games Stealth Kills sind möglich, aber nur relativ selten vonnutzen.

Metal Gear Survive im Test: Kooperative Kristall-Kalamitäten

Der Koop-Modus ändert an der aus allen Fasern dringenden Mittelmäßigkeit des Spiels auch nicht viel. Ursprünglich als ein bestimmendes Element des Abenteuers angekündigt, entpuppt er sich als simpler, von der Kampagne abgetrennter Horden-Modus, in dem wir uns stärker werdenden Wellen an Zombies stellen müssen. Das funktioniert wie im Singleplayer, nur, dass wir hier halt mit bis zu vier Mitspielern gemeinsam loslegen. Das macht kurz Spaß, nach ein paar Runden ist aber bereits die Luft raus. Zurückkehren lohnt sich dann nur, weil man hier relativ leicht Ressourcen und Kuban-Kristalle findet, die man dankeswerterweise mit zurück in die Kampagne nehmen darf. Die verpflichtende ständige Internetanbindung des Titels - schon beim kleinsten Netzwerkfehler wird man zurück ins Hauptmenü verfrachtet - wird dadurch aber nicht einmal ansatzweise gerechtfertigt.

Der Koop-Modus macht Spaß, allerdings nicht für lange. Die Kämpfe gegen Feindeshorden unterscheiden sich bis auf die Mitspieler-Unterstützung kaum von jenen in der Kampagne. Quelle: PC Games Der Koop-Modus macht Spaß, allerdings nicht für lange. Die Kämpfe gegen Feindeshorden unterscheiden sich bis auf die Mitspieler-Unterstützung kaum von jenen in der Kampagne.

Metal Gear Survive im Test: Mikrotransaktions-Misere

Wer weitere Spielstände anlegen will, muss dafür bezahlen - mit Echtgeld. Eine dermaßen freche Einbindung von Mikrotransaktionen ist auch uns neu. Quelle: PC Games Wer weitere Spielstände anlegen will, muss dafür bezahlen - mit Echtgeld. Eine dermaßen freche Einbindung von Mikrotransaktionen ist auch uns neu. Womit wir schon beim nächsten Kritikpunkt sind: Jenen Designentscheidungen, die offensichtlich nicht auf die Entwickler, sondern auf das Konami-Management zurückzuführen sind. Neben der Always-On-Pflicht zeigt auch die Mikrotransaktions-Herangehensweise, wie man konsequent für Ärger unter den Fans sorgt. Neben der unschönen, heutzutage aber üblichen Tatsache, dass deutlich das Gameplay beeinflussende Booster-Pakete mit Echtgeld erstanden werden können, die das Sammeln von Ressourcen, das Craften und mehr erleichtern, bestimmt Metal Gear Survive mit einer besonders frechen Idee: Wer neben dem einen vorhandenen Gratis-Spielstand die drei weiteren vorhandenen Slots nutzen will, muss zur Brieftasche greifen - für jeden davon sind umgerechnet knapp zehn Euro zu löhnen. Will zusätzlich zu euch also der Freund oder die Freundin oder ein Familienmitglied auf demselben Account ran - Pech gehabt! Nur, wer zahlt, darf zocken. Das ist an Mikrotransaktions-Zynismus kaum zu überbieten und sollte allen anderen Entwicklern als Beispiel dafür dienen, wie es nicht gemacht wird, wenn man seine Fans nicht vor den Kopf stoßen will.

Metal Gear Survive im Test: Ein graues Abenteuer

Technisch geht Metal Gear Survive ganz in Ordnung, was aber nicht verwundert, wurde es doch mittels der Grafikengine von Metal Gear Solid 5 entwickelt und übernimmt auch zahlreiche Assets aus dem Spiel direkt. Doch auch hier wurde geplatzt und die in Phantom Pain wunderschönen Areale wirken hier trist, grau und austauschbar - auch, aber nicht nur wegen des omnipräsenten Nebels. Immerhin läuft das Geschehen flüssig und der Auftritt einer besonderen Kreatur im Nebel macht durchaus was her. Trotzdem ist es traurig, wie wenig man angesichts der Tatsache, auf welch solides Grundgerüst man hier Zugriff hatte, technisch herausgeholt hat.

Die graue, triste Grafik ist aber bezeichnend für Metal Gear Survive an sich: alles funktioniert soweit, alles hat Hand und Fuß, alles ist aber furchtbar austauschbar, unbeeindruckend und funktional, aber nicht unterhaltsam. Man mag hoffen, dass Konami Survive wirklich nur als Spin-off geplant hat und irgendwo im Hinterzimmer an einem trotz des Kojima-Abganges genialen neuen Metal Gear Solid schraubt. Wenn dieser mittelmäßige und bezüglich der Mikrotransaktionen geradezu zynische Versuch der Serien-Fortsetzung die Zukunft der Metal Gear-Reihe darstellen sollte, wäre es nämlich wohl besser, sie einfach still und leise zu Grabe zu tragen.

Metal Gear Survive im Test: Fazit und Wertung

Meinungen

Wertung zu Metal Gear Survive (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Metal Gear Survive (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Metal Gear Survive (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Unterhaltsame Kämpfe‎Netter Basenbau‎Gutes technisches Grundgerüst‎Gelungene SteuerungUmfangreicher Figureneditor
Extrem freche Mikrotransaktionen‎Nerviges Ressourcen-ManagementBalancing-ProblemeVerschachtelte MenüführungUndynamisches SpeichersystemVielle Assets direkt aus Metal Gear Solid 5 übernommen‎Austauschbare Umgebungen‎Lahmer Koop-Modus‎Uninspiriertes CraftingUninteressante Handlung‎Maue Standbild-Präsentation
  1. Seite 1 Story, Präsentation, Ressourcen, Management, Basenbau, Crafting
  2. Seite 2 Kämpfe, Looten, Mikrotransaktionen, Technik, Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk