Memories of Mars in der Early-Access-Vorschau: Sand im Survival-Getriebe
Special
Der Hype um Rust und Ark: Survival Evolved hat Spuren hinterlassen. Jetzt versuchen sich mit dem Tropico 6-Studio Limbic auch deutsche Entwickler an der Eier legenden Wollmilchsau Early-Access-Survival. Doch Memories of Mars kommt viel zu spät. Wir haben das Weltraum-Crafting-Spiel ausprobiert.
Zweifler mögen versucht sein, einen Zusammenhang zwischen der Währung im Early-Access-Spiel Memories of Mars namens FLOPS und den Erfolgsaussichten des in Deutschland entwickelten Survival-Titels herzustellen. Ob sich die Namensgebung von Entwickler Limbic (Might & Magic Heroes 7, aktuell Tropico 6) in Sachen Ingame-Credits da nicht vielleicht als prophetisch erweist? Immerhin hat Memories of Mars dem ersten Anschein nach so gar nichts, was es aus der Masse an ähnlichen Early-Access-Titel herausstechen lässt. Nicht einmal das Szenario. Die Besiedlung eines trostlosen Wüstenplaneten hat schließlich schon Osiris: New Dawn von Fenix Fire Entertainment zum Thema. Und unserem Eindruck nach der ersten Anspielmöglichkeit zufolge macht dieses Indie-Projekt auch so ziemlich alles besser als Memories of Mars von Publisher 505 Games - der Flop/FLOP scheint also programmiert.
Memories of Mars-Vorschau: Survival nach Schema F
Quelle: PC Games
Die Bauteile werden direkt im Spiel platziert (rote Fläche) und dann mit eurem Schweißgerät fertiggestellt. Erst beim tatsächlichen Bauen werden die Rohstoffe fällig.
Schon vor dem Early-Access-Start am PC durften wir zusammen mit Entwicklern und anderen Journalisten auf die Server des Survival-Spiels: Maximal 64 Spieler passen in eine Instanz. Nach einem kurzen Introvideo, das aktuell der einzige geplante Story-Schnipsel im Spiel ist, erwacht ihr in einer Klonanlage auf dem Mars, 100 Jahre in der Zukunft. Die Menschen, die den roten Planeten einst besiedeln wollten, sind schon längst geflohen, zurück blieben nur die vollautomatischen Klonfabriken. Kaum habt ihr die Anlage verlassen, findet ihr euch auf einer vier Quadratkilometer großen Karte wieder (die Vollversion von Memories of Mars soll bei Release eine vier Mal so große Map-Größe unterstützen) und werdet wortwörtlich in die Freiheit entlassen.
Was folgt, ist typisches Survival-Sandbox-Gameplay ohne jede feste Zielvorgabe: Ihr sammelt Ressourcen (anfangs vor allem Eisenerz und Nitrat), Blaupausen (für Pistole, Gewehr und Schrotflinte) und erforscht die Umgebung. An Crafting-Stationen oder der mobilen Werkbank baut ihr neues Gerät zusammen wie ein Multifunktionstool, mit dem ihr Erzvorkommen direkt aus dem Stein saugt. Weitere Hilfsmittel: eine Taschenlampe und ein Schweißgerät. Mit dem stellt ihr Gebäude fertig, die ihr zuvor im Baumenü aus gut zwei Dutzend Einzelteilen wie Fundament, Wand, Tür, Decke, Treppe und diversen Terminals zusammengestellt habt.
Euer Überleben wird durch Monster gefährdet. Memories of Mars soll insgesamt neun Gegnerarten im fertigen Spiel bieten (drei Grundtypen mit je drei Variationen), zur Zeit kämpft man aber nur gegen öde Spinnenroboter und kleine Sandwürmer. Anders als in vielen Survival-Konkurrenten spielt Nahrung eine untergeordnete Rolle, sie dient lediglich dazu, zusammen mit Schmerzmitteln euren Gesundheitsbalken aufzufüllen. Einzig auf die Sauerstoffanzeige müsst ihr wie im Unterwasser-Survival-Spiel Subnautica achten. Wer ins Gras (oder besser: den roten Wüstensand) beißt, hat hoffentlich zuvor in seiner Basis eine Stasiskammer errichtet, die als Respawn-Punkt dient.
Bildergalerie
Preview: Geteiltes Leid
Früher (wenn ihr Memories of Mars in der Gruppe spielt) oder später (wenn ihr zum ersten Mal aus der Entfernung beschossen werdet) trefft ihr auf andere Spieler. Mit denen könnt ihr eine Allianz eingehen; solche Zusammenschlüsse lassen sich über ein simples Menü verwalten. Durch das Individualisieren der Rüstungsfarben können die Mitglieder ihre Zugehörigkeit für den Rest der Online-Welt deutlich machen. Alleine oder mit einer Gruppe versucht man sich an sogenannten Events, die als einziges ein bisschen Abwechslung in den Gameplay-Alltag von Memories of Mars bringen. Dann schießt etwa in der Entfernung eine Lichtsäule in den Nachthimmel (Memories of Mars hat einen fließenden Tag-Nacht-Wechsel) und alle Spieler in der Umgebung liefern sich ein Wettrennen, um mehrere Terminals zu aktivieren und so eine Extraportion Ingame-Währung (die berüchtigten FLOPS) zu erhalten. Nach den Plänen von Entwickler Limbic sollen sich daraus spannende Kämpfe um bestimmte Kontrollzonen entwickeln, auch weitere Event-Arten sind geplant.
Quelle: Limbic Entertainment
Mit einem ballistischen Schild (links) kann man das Feuer gegnerischer Spieler abfangen.
Apropos geplant: Viele bei der Präsentation angesprochenen Features von Memories of Mars waren in der gespielten Early-Access-Version noch nicht enthalten. So soll es später etwa Fahrzeuge geben, mit denen ihr die großen Distanzen auf dem Wüstenplaneten schneller hinter euch bringt. Außerdem ist ein Skillsystem angedacht, bei dem ihr neue Talente mit FLOPS kauft und so euren Charakter etwa mehr Schaden austeilen/einstecken lasst. Über ein paar weitere der versprochenen Elemente dürfen wir zwar nicht reden, aber so viel sei gesagt: Auch diese Features werden das auch grafisch ziemlich langweilige Memories of Mars nicht auf einmal in einen Spielspaß-Knaller verwandeln.
Memories of Mars hat noch keinen Releasetermin; die Early-Access-Phase auf Steam soll 2018 beginnen. Bislang ist das Spiel von Limbic Entertainment und 505 Games ein PC-Exklusivtitel.
