Im Gamesaktuell.de-Test von Max Payne 3 erfahrt ihr, wie genial das neue Werk von Rockstar Games geworden ist. Zeitlupen-Ballereien, cineastische Momente, Mehrspieler-Modus und vieles mehr: Unser Test beleuchtet die wichtigsten Stärken und Schwächen des Action-Spektakels. Mehr zu Max Payne 3 gibt's auch in der Games Aktuell 06/2012!
Das hat uns an Max Payne 3 gefallen
Cineastische Präsentation
Wenn sich die Rockstar-Master
Quelle: Rockstar Games
Max Payne 3 bietet eine cineastische Präsentation.
minds Sam und Dan Houser auf den Weg nach Hollywood machen würden, hätten sie in der Traumfabrik vermutlich ähnlich großen Erfolg, wie in der Videospiel-Branche. Die Musikuntermalung, die Kameraperspektiven, die comicartigen Effekte als Reminiszenz an frühere Max Payne-Teile und nicht zuletzt die unvergleichlich glaubwürdigen Dialoge liegen auf derart hohem Niveau, dass Rockstar damit Maßstäbe setzt. Bei der Inszenierung der Action-Szenen kann man sich zwar nicht von der Konkurrenz Marke Call of Duty abheben. Dennoch schaut man sich fliegende Boote, abstürzende Hubschrauber oder brennende Flugzeuge besonders gerne an, wenn sie "made by Rockstar Games" sind.
Tiefgründige Charakterdarstellung
Während man in vielen Spielen über den Helden nur das Wichtigste erfährt, stellt Rockstar den depressiven und alkoholkranken Max so gekonnt dar, dass man es kaum besser machen kann. Wobei das Wort "Held" auf Max gar nicht zutrifft. Wenn der vom Leben gezeichnete Ex-Cop mal wieder am Whiskeyglas nuckelt und seine Gedankenwelt von Schwermut oder gar von Ausweglosigkeit bestimmt wird, macht sich ein Gefühl des Mitleids in uns breit. Und genau, das ist es was Rockstar erreichen wollte: Wir fühlen mit Max und wollen ihm helfen, aus dem Sumpf der Depression herauszukommen, in dem er droht zu ertrinken. Die abgedrehte Atmosphäre der Vorgänger kommt in Max Payne 3 aber nicht auf, zumal Max auch keine psychedelischen Traumsequenzen erlebt.
Spektakuläre Gefechte
Nicht ohne Grund bekom
Quelle: Rockstar Games
Spektakuläre Gefechte warten im typischen Max Payne-Stil.
mt ihr bei Fußball-Übertragungen immer mehr Szenen in Superzeitlupe präsentiert, wie zuletzt am Samstag beim DFB-Pokalfinale. Das menschliche Auge sieht nun mal standardmäßig in Echtzeit und daher ist alles, was langsamer abläuft anders und daher auch besonders interessant. Bei Max Payne 3 sehen die Gefechte schon in realer Geschwindigkeit spektakulär aus. In der Verlangsamung kommen umherfliegende Splitter, Patronenkugeln und Körper aber so richtig genial zur Geltung. Zumal die in Echtzeit berechneten Körperanimationen wahrlich Maßstäbe im Shooter-Genre setzen. Einige Male ballerten wir uns richtiggehend in einen Flow, zum Beispiel bei einer Schießerei in einer Luxusdisco. Je schneller die Beats hämmerten, desto mehr Kugeln jagten wir über die Tanzfläche. Und da bei der Ballerei flotte Techno-Mucke lief, könnt ihr euch vorstellen, wozu das führte. Allerdings müssen wir bemerken, dass die zerstörbare Umgebung geskriptet ist. Das heißt, es geht nur zu Bruch, was Rockstars Designer dafür vorgesehen haben - das sieht dann aber toll aus!
Detailreiche Locations
Das Armenviertel in Sao Paolo, Favela genannt, ist das optische Highlight in Max Payne 3. Max ist zunächst in der Beobachterrolle unterwegs und begegnet einigen Zivilisten. Eine Familie sitzt in der Mittagssonne vor dem Haus, Kinder spielen Fußball, was Max mit dem Satz kommentiert, "die Jungs kommen hier schon mit einem Fußball aus dem Mutterleib" - Recht hat er. Besonders gefallen hat uns auch eine Luxusyacht, die vor Panama am Anker liegt. Beim Inspizieren der einzelnen Räume kam sehr gut rüber, wofür die Reichsten der Reichen so ihr Geld ausgeben. Zwischendurch führen euch Rückblick-Missionen immer wieder nach New York, wo ihr erfahrt, was Max dazu bewogen hat, den Big Apple zu verlassen. Dabei werdet ihr unter anderem am Paynschen Familiengrab von der Mafia attackiert ...
Verschiedene Zielhilfen
In Max Payne 3 könnt ihr nic
Quelle: Rockstar Games
Drei Zielhilfe-Stufen stehen in Max Payne 3 zur Verfügung.
ht nur aus anfangs drei Schwierigkeitsgraden wählen, sondern auch aus drei Zielhilfe-Stufen. Uns sagte die mittlere Stufe am meisten zu, nämlich die leichte Zielhilfe: Das Fadenkreuz springt beim Zielen automatisch auf den nächsten Gegner. Nur den Schussknopf zu drücken ist dabei aber die zweitbeste Wahl, denn die Kugeln landen in der dicken Schutzweste. Idealerweise aktiviert man die Bullet-Time und versucht die Stelle zwischen den feindlichen Augen anzuvisieren. Mutige bzw. feinfühlige Zeitgenossen schalten die Zielhilfe aus. Insgesamt wird das Spiel dann aber um einiges schwerer, da man häufig von mehreren Gegnern gleichzeitig attackiert wird und daher nicht lange Zeit zum Zielen hat
Gute Arcade- und Multiplayer-Modi
Wer die Kampagne durch hat, darf sich in zwei Arcade-Modi sowie im üppigen Multiplayer-Part austoben. Die Arcade-Variante Score Attack lässt euch die einzelnen Singleplayer-Missionen erneut spielen. Dabei sammelt ihr durch coole Aktionen und Headshots Punkte - natürlich dürft ihr euren Score mit dem der Freunde vergleichen. In New York Minute müsst ihr eine Aufgabe innerhalb einer Minute erledigen. Allerdings erhaltet ihr für einige Missionsobjekte Zeitboni, wodurch quasi die Minute verlängert wird. Die Arcade-Modi haben durchaus ihren Reiz, führen euch jedoch exakt in die Levels der Kampagne. Im Multiplayer-Part sticht der Payne-Killer-Modus heraus. Darin schlüpft einer der Mitspieler in die Rolle von Max und einer in die seines Kumpels Passos. Beide sind ausgerüstet mit einem verbesserten MG und einigen Rationen Schmerztabletten. Dafür wird das Duo auch zur Zielscheibe der restlichen Mitspieler. Wer Max oder Passos ausschaltet, darf sich selbst über die bessere Ausstattung freuen. Die Bullet-Time ist gut in die Multiplayer-Gefechte eingebunden. Aktiviert ihr sie, verlangsamt sich für alle in eurem Sichtfeld die Zeit, für euch aber noch etwas mehr - ihr seid also im Vorteil. Insgesamt verspricht der Multiplayer-Modus viel Spaß, wir konnten ihn allerdings nur vor Ort bei Rockstar testen und noch nicht im Live-Betrieb.
