Marathon verliert Game Director Joe Ziegler nach schwachem Spielertrend

News David Fabricius
Marathon verliert Game Director Joe Ziegler nach schwachem Spielertrend
Quelle: Bungie

Marathon verliert seinen Game Director Joe Ziegler. Der Abgang trifft Bungie in einer Phase, in der die Spielerzahlen des Extraction-Shooters enorm gefallen sind.

Marathon steht vor dem nächsten Einschnitt. Game Director Joe Ziegler hat Bungie verlassen, sein letzter Tag im Studio war der 17. Juli 2026. Die Leitung des Extraction-Shooters übernimmt Del Chafe III, der zuvor bereits als Assistant Game Director an Marathon arbeitete. Unterstützt wird er von Creative Director Julia Nardin.

Joe Ziegler verlässt Marathon und Bungie

Ziegler kündigte seinen Abschied selbst auf X an. Er bedankte sich bei der Community und erklärte, er werde "zu etwas Neuem, irgendwo anders" wechseln. Er versicherte, dass Marathon (jetzt kaufen 0,99 € / 25,99 € ) weitergehen werde und Del Chafe III gemeinsam mit Julia Nardin das Projekt in das nächste Kapitel führen soll.

Ist das wirklich eine geordnete Übergabe? Marathon erschien im März 2026 und ist erst wenige Monate alt. Dass der Game Director in dieser frühen Live-Phase geht, wirkt schwer wiegend, vor allem bei einem Spiel, das langfristig über Seasons, Updates, Balance und Community-Vertrauen funktionieren muss.

Bungie hatte Marathon bereits im Mai mit einem Ausblick auf das kommende Jahr gestützt. In einem offiziellen Blogbeitrag sprach Ziegler damals noch über Learnings nach dem Launch, kommende Änderungen und die nächsten Ziele des Teams. Sein Abgang ist also ein wenig seltsam und fällt auf. Ein Live-Service-Spiel braucht nach dem Start eine starke Führung, besonders wenn der erste Schwung schon nachlässt.

SteamDB zeigt, wie stark dieser Schwung gefallen ist. Marathon erreichte am 6. März 2026 einen Höchststand von 88.337 gleichzeitigen Spielern. Ich habe eben selbst nachgeschaut, und die gleichzeitige Spielerzahl lag gerade einmal bei 3.017. Der 24-Stunden-Peak lag bei 6.551 Spielern. Buh, stark sieht das nicht aus, wenn ihr mich fragt. Für ein Spiel, das Bungies neue Säule werden soll, wirkt das dünner als ein trockener Ast in der Wüste.

Das Umfeld bröckelt

Bungie wurde zuletzt erneut hart umgebaut. Sony bestätigte Ende Juni, dass ein erheblicher Teil der Belegschaft betroffen ist, darunter die meisten aus dem Destiny-Team sowie einige Mitarbeiter aus dem Marathon-Team. PlayStation Studios Chef Hermen Hulst erklärte trotzdem, Marathon bleibe ein wichtiger Teil des Portfolios und werde weiter unterstützt.

Das ist die offizielle Linie. Nach außen soll Marathon also nicht wie ein gescheitertes Projekt wirken, sondern wie Bungies neue Hauptaufgabe. Auch Creative Director Julia Nardin sagte Anfang des Sommers, das Team wisse bereits, wohin es die Geschichte in den nächsten Jahren führen wolle. Doch zwischen langfristigem Plan und aktueller Lage klafft eine Lücke.

Wenn ein Live-Service-Spiel von fast 90.000 gleichzeitigen Spielern auf unter 10.000 fällt, ist das nicht automatisch das Ende. Aber es ist ein Warnsignal. Extraction-Shooter leben davon, dass genügend Spieler aktiv sind, damit Matches, Risiko und Belohnung funktionieren. Wenn die Community zu klein wird, verstärkt sich das Problem selbst.

Man sieht aber auch bei anderen Extraction-Shootern wie ARC Raiders, dass die Bindung irgendwann schwächer wird. Nur konnte dieses Spiel viel länger seine Spieler halten. Viele Monate waren 100.000 bis über 400.000 gleichzeitige Spieler unterwegs. Nun sind es gerade nicht mal mehr 20.000. Innerhalb von 24 Stunden waren es zumindest noch fast 40.000. Glaubt ihr daran, dass Marathon stärker zurückkehrt und die Entwickler etwas aus dem Hut zaubern? Oder ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Spiel stirbt?

Quelle: GamesRadar

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