Manor Lords in der Vorschau - Seite 2
Special
Aufbaustrategie im Mittelalter ist besonders in Deutschland ein beliebtes Genre. Allerdings erreicht kaum ein Spiel eine Authentizität, wie es Manor Lords gelingt. Wir haben die Steam-Demo rauf und runter gespielt und verraten euch, was das Spiel besser als die Siedler macht.
Besonders die Warenketten leisten in guter alter Siedler -Tradition ihren Beitrag. Ein Laib Brot ist nicht nur eine einfache Zahl, die mit einem Klick auf das Warenhaus angezeigt wird und nach dem Konsum durch einen fiktiven Bewohner wieder verschwindet. Waren existieren tatsächlich in der Spielwelt und müssen transportiert und weiterverarbeitet werden. Von der Ernte einer Getreideähre bis zum Brot auf dem Esstisch eines Bürgers ist es ein weiter Weg, den ihr Schritt für Schritt auf dem Bildschirm verfolgen könnt. Zunächst müsst ihr erst mal ein Feld anlegen. Ihr solltet euch vorher überlegen, welche Sorte Getreide ihr anbauen wollt, denn die Fruchtbarkeitsunterschiede des Bodens in eurer Region wirken sich auf den Ertrag aus. Im Bauernhaus in der Nähe des Feldes wählt ihr aus, wie viele Arbeiter ihr beschäftigt, was angebaut werden soll, ob früher als geplant geerntet wird, sich der Boden eine Saison lang erholen soll, sogar, ob das Feld niedergebrannt wird.
Von der Saat zum Brot
Nachdem die Feldarbeiter den Boden gepflügt, die Saat ausgebracht und die Ernte eingefahren haben, bringen sie das Getreide zunächst in einen Anbau des Hauses, in dem die Früchte gedroschen werden, um die Körner vom Spreu zu trennen. Der Weizen muss dann zu einer Mühle gebracht werden, in der er zu Mehl gemahlen wird. Das landet anschließend in der Bäckerei, wo das Brot gebacken wird. Aber bevor der Laib beim Bürger ankommt, muss er noch ins Lager gebracht werden, wo ihn Händler abholen, die ihn dann auf dem Markt an die Bevölkerung verteilen. Auf dem Weg der Verarbeitung wechselt das Produkt immer wieder seinen Zustand: Von der Feldfrucht zum Korn, zum Mehl und letztlich zum Brot, das dann verzehrt wird.
Die Verarbeitung von Weizen zu Brot hat bis jetzt die meisten Zwischenschritte, die ihr beobachten könnt, allerdings dürft ihr auch bei der Produktion von Leder, Bier, Wolle und allen anderen Erzeugnissen das Gewusel beobachten. Ein stolzer Lord thront aber nicht in einem fernen Land, sondern zieht in ein eingezäuntes Herrenhaus im Dorf. Hier werden Verwaltungsgebäude wie der Steuereintreiber errichtet, es dient auch zur Verteidigung. In der aktuellen Version der Demo hat das jedoch nicht viel Nutzen. Kampfmechaniken kommen erst später ins Spiel, aber die sollen es in sich haben. Der Entwickler verspricht groß angelegte Kämpfe im Stil von Total War. Dabei finden die Auseinandersetzungen aber nicht auf extra angelegten Schlachtfeldern statt, sondern auf der Karte, auf der ihr eure Siedlungen errichtet. Auch über Burgenbau, Kavallerie und sogar Seeschlachten wird nachgedacht, die sollen aber erst viel später den Weg ins Spiel finden, wenn das Grundgerüst steht. Dasselbe gilt für einen Multiplayer-Modus. Slavic Magic hat alle Hände voll mit der Einzelspieler-Sandbox zu tun, schließt aber Mehrspielerinhalte und eine Kampagne nicht aus. Wer am liebsten alleine vor sich hin siedelt und keine Lust auf Kämpfe hat, für den steht ein Pazifistenmodus zur Verfügung. Auch ein Techtree mit verschiedenen Spezialisierungen soll ins Spiel kommen. Slavic Magic baut dabei voll auf die Community. Auf dem Discord-Server können Fans Vorschläge einreichen, die es mit ein bisschen Zeit und Glück ins Spiel schaffen. Außerdem wird es Mod-Support geben.
Quelle: Slavic Magic
Manor Lords: Ein Spiel für die geschundene Siedler-Seele (2)
Manor Lords ist noch sehr unfertig. An vielen Stellen begegnen euch Platzhalter. Die Wegfindung der Dorfbewohner ist nicht optimal und überall trifft man auf Bugs. Für eine erste Demo eines mehr oder weniger Ein-Mann-Projektes macht das Spiel aber unglaublich viel Spaß. Manor Lords könnte die Erlösung für alle von Ubisoft geschundenen Siedler -Fans werden, wenn der Entwickler den Weg weitergeht, den er bislang beschritten hat.
Die Demo ist inzwischen nicht mehr auf Steam erhältlich. Wann eine Early-Access-Phase startet oder das Spiel fertig sein wird, ist noch nicht bekannt. Dann jedenfalls soll es voraussichtlich für einen Preis von 25 € erhältlich sein, mit einem Discount zum Start der Early-Access-Phase.
Baut ihr am liebsten eine friedliche kleine Stadt und erfreut euch daran, wie sie aufblüht, oder motiviert euch ein auf Schlachten basiertes Gameplay? Verratet es uns in den Kommentaren! Manor Lords war im Rahmen des Steam Next Fest im Oktober 7 Tage lang spielbar. Leider fehlte eine Speicherfunktion, sodass man jedes Mal von vorn anfangen musste. Mit ein wenig Feinschliff steht einem Early Access in naher Zukunft aber nichts im Weg.
