Mafia 3 im Test: Bugs, KI und Missionsdesign

Test Christian Dörre Peter Bathge
Mafia 3 im Test: Bugs, KI und Missionsdesign
Quelle: PC Games

Nach den zwei Updates ist es nun Zeit für eine Wertung. Wir haben Mafia 3 auf allen drei Plattformen ausgiebig getestet und liefern nun unser finales Fazit zum Action-Titel von Hangar 13. Während die PS4-Version noch halbwegs stabil ist, macht vor allem die Fassung für den PC Probleme.

Mafia 3 im Test: Und täglich grüßt das Massaker

Auch beim allgemeinen Missionsdesign präsentiert sich Mafia 3 reichlich unkreativ, da die Aufträge nach dem immer gleichen Muster ablaufen. Ihr bekommt von Donovan Informationen, welchen Unterboss wir als nächstes aus dem Verkehr ziehen sollten. Daraufhin verhören wir einen Mafiosi, der uns sagt, wo wir Geldverstecke, Killer oder verstaute Drogen finden. Beklaut ihr die Mafiosi, tötet ihre Handlanger oder zerstört ihre Drogenverstecke, fügt ihr den Fieslingen Schaden zu. Ist eine bestimmte Schadenssume erreicht, zeigt sich euer eigentliches Ziel und soll beseitigt werden.

Schön ist, dass wir völlig frei entscheiden können, in welcher Reihenfolge wir die Missionen angehen. Wir müssen noch nicht mal alle Ziele erfüllen, um den vorgesehenen Schaden zu erreichen. Doch Obacht: Erledigt man die Bodyguards der Bosse nicht vorher, stehen sie ihrem Lieutenant oder Capo im späteren Kampf zur Seite. Nervig ist allerdings, dass sich Schauplätze wiederholen. Die Unterbosse verschanzen sich nämlich später immer in einem Gebiet, das man schon mal von Gegnern befreit hatte. Etwas ernüchternd ist zudem, dass alle Missionstypen völlig gleich ablaufen.

Bei den Missionen wiederholen sich die generellen Abläufe oft. Ausnahme: die Story-Einsätze. Quelle: PC Games Bei den Missionen wiederholen sich die generellen Abläufe oft. Ausnahme: die Story-Einsätze. Ihr betretet ein Gebiet mit haufenweise Gegnern, die ihr umgehen oder ausschalten müsst, um schließlich ds Geld/die Drogen zu klauen/zu zerstören oder euer Opfer über den Jordan zu schicken. Nach einigen Spielstunden fühlt sich das Erledigen der einzelnen Ziele dadurch immer mehr wie Arbeit an. Das ist einfach zu sehr Open-World-Standard-Grind den man sich offenbar bei Ubisoft abgeschaut, wo man in Assassin's Creed und Far Cry Templer-Gebiete und Banditen-Lager aushebt. Im Jahr 2016 ist das durchaus ermüdend. Lediglich die Missionen, in denen ihr die Lieutenants und Capos von Marcano ausschaltet, glänzen mit schöner Inszenierung. So verschlägt es uns beispielsweise in einen maroden Vergnügungspark oder wir kämpfen uns durch einen sinkenden Raddampfer. Hier macht die Action gleich viel mehr Spaß. Und das obwohl Mafia 3 durchweg an einem sehr großen Problem krankt.

Mafia 3 im Test: Blödfellas

Trotz der Grind-ähnlichen Missionsabläufe könnte der Titel richtig gute Action bieten. Sämtlcihe Schusswaffen fühlen sich wunderbar wuchtig an und das Treffer-Feedback bei Schusswechseln ist richtig stark. Gegner werden bei einem Schuss aus der Schrotflinte schön nach hinten geschleudert und zucken bei jeder Kugel aus einer MG. Das Gunplay ist richtig gut gelungen. Zudem darf man sich jederzeit aussuchen, ob man versucht, die Feinde unentdeckt und lautlos auszuschalten oder eben drauflos ballert.

Die Gegner-KI ist unfassbar blöd und lässt sich immer wieder mit einem Pfiff anlocken. Quelle: PC Games Die Gegner-KI ist unfassbar blöd und lässt sich immer wieder mit einem Pfiff anlocken. Beiden Methoden wird der Spaß jedoch durch die absolut jämmerliche KI eingeschränkt. Besonders die Schleich-Methode ist durch die dümmlichen Gegner vollkommen übermächtig. Ihr geht hinter einem Hindernis in Deckung und lockt sie mit einem Pfiff an. Anschließend bekommen sie euer Kampfmesser zu spüren. Dieser Kniff lässt sich beliebig oft wiederholen. Solange ihr einen Gegner nicht genau vor den Augen eines Kollegen abmurkst, lassen sie sich immer wieder anlocken. Selbst, wenn hinter euch schon ein gut sichtbarer Leichenberg liegt. Zudem könnt ihr per Knopfdruck auch noch Lincolns vom Krieg geschärfte Sinne nutzen und somit die Feinde selbst durch Wände hindurch sehen.

Ebenfalls bescheuert: Die Gegner reagieren nicht auf die normalen NPCs. Killt ihr einen Mafiosi und Zivilisten sehen das, fangen sie panisch an zu kreischen und versuchen zu flüchten. Die Wachtposten bekommen dies aber gar nicht mit und kommen beim nächsten Pfiff treudoof anmarschiert. Entscheidet ihr euch hingegen für die brachiale Methode, müsst ihr zwar manchmal eine Adrenalinspritze nutzen, um eure Gesundheit aufzufüllen, aber vor Probleme stellt euch die KI trotzdem nicht. Zu oft laufen die Pappkameraden euch einfach vor die Flinte und enden als Sieb. Doch auch abseits der Missionen ist die künstliche Intelligenz unfassbar schlecht. Passanten reagieren teilweise gar nicht auf eure Aktionen und die Polizei greift nur ein, wenn ihr vor ihren Augen jemanden ermordet. Solltet ihr euch auf offener Straße einen Schusswechsel mit Gangstern liefern, greifen die Cops übrigens nur euch an. Versteckt ihr euch unter einer Brücke, laufen die Polizisten auf die Brücke und schießen auf den Boden.

Mafia 3 im Test: Voll verbuggt

Vermag es die saudoofe KI schon, einen ständig aus der an sich dichten Atmosphäre zu ziehen, sind die vielen Bugs ein absoluter Killer für das Südstaaten-Gangster-Flair. Missionsmarkierungen verschwinden auf einmal auf der Karte, zu stehlende Objekte werden vergessen zu spawnen, bei manchen Überblenden verschwindet das Auto und wir stehen plötzlich auf der Straße, Fahrzeuge clippen ineinander, unsere Verstärkung wird im Fluss gespawnt und von Alligatoren gefressen ... Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Zwar stießen wir im Test auf keine Plot-Stopper, dennoch ist Mafia 3 zum Release (trotz der ersten Patches) von einem fertigen Produkt so weit entfernt wie die Sportfreunde Siegen vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Aufgrund der vielen Probleme der PC-Version, die wir auf der nächsten Seite näher erläutern, raten wir PC-Spielern von einem Kauf zum momentanen Zeitpunkt klar ab.

Mafia 3-Test: Wertung & Fazit

Info: Warum gibt es Wertungsunterschiede bei den verschiedenen Plattformen?

In unserem Test stellte sich heraus, dass die PS4-Fassung wohl die am stabilsten laufende Version von Mafia 3 ist. Die Grafik selbst ist auf allen Systemen mäßig und auch die Sony-Konsole wird von Bugs und Glitches heimgesucht. Zudem ruckelt es beim Autofahren. Dennoch blieben wir auf der PS4 von Abstürzen verschont. Die Xbox-One-Fassung hingegen sieht nochmal schlechter aus und auch die kaputte Beleuchtung ist selbst nach dem Patch noch vorhanden. Zu den schwerwiegenden Problemen der PC-Version äußern wir uns ausführlich auf der nächsten Seite.

Meinungen

Wertung zu Mafia 3 (PC)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Mafia 3 (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Mafia 3 (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Dichte Südstaaten-AtmosphäreFantastischer SoundtrackSehr gute deutsche LokalisierungSpaßiges FahrverhaltenTolles Treffer-FeedbackGute Story
Mäßige GrafikStadt nur KulisseUnnötige, aufgesetzte NebenaufgabenKatastrophaler technischer Zustand auf dem PCUnfassbar blöde KIÜbermächtiges SchleichenVoller nerviger Bugs und GlitchesSchauplatz-RecyclingKaum vorhandenes Schadensmodell an FahrzeugenAuffällige Clipping-Fehler und Pop-UpsAuf allen Schwierigkeitsgraden viel zu einfach
Fazit

Atmosphärische Gangster-Action mit enormen technischen Schwächen.

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  3. Seite 3 Mafia 3 im Test: Die Technik der PC-Version
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