Madden NFL 18 im Test: Mit Detailverbesserungen und Story-Modus zum Super Bowl
Test
Dank des momentanen Football-Booms in Deutschland rückt auch die Madden-Reihe mehr in den Fokus der Spieler hierzulande. Gut also, dass sich der diesjährige Ableger wieder in famoser Form präsentiert. In unserem Test zu Madden NFL 18 erfahrt ihr, ob der Football-Titel spielerisch neue Akzente setzt und ob der neue Story-Modus mehr Spaß bietet als The Journey in FIFA 17.
In Deutschland regiert König Fußball mit eiserner Hand. Rote Finanzjongleure aus dem Süden und schwarz-gelbe Mimosen aus dem Westen bestimmen die Sportberichterstattung unter urdeutschen Begriffen wie dem "Clasico". Doch so langsam regt sich Widerstand. Das durch und durch amerikanische Spektakel namens Football wird hierzulande immer beliebter. Dadurch rückt auch die traditionsreiche Madden-Reihe mehr in den Fokus von Spielern. Wo sich vor einiger Zeit in Deutschland noch gefühlt fünf Leute für EAs Football-Serie interessierten, verkauft sich der Titel nun von Jahr zu Jahr besser. Da trifft es sich doch gut, dass sich die Serie in der Zeit des deutschen Football-Booms auch mit jedem Ableger noch mal ein bisschen stärker präsentiert.
Madden NFL 18 im Test: Eine Sache der Balance
Wer schon den Vorgänger gezockt hat, wird spielerisch kaum etwas Neues entdecken. Während letztes Jahr mit den Jukes - also der Möglichkeit mit dem ballführenden Spieler per rechtem Analogstick Täuschungsmanöver auszuführen und somit die gegnerische Defense auszutanzen - ein neues Gameplay-Feature eingeführt wurde und man im Franchise-Modus auswählen durfte, ob man ein komplettes Match, nur die Defense, nur die Offense oder nur Situationen, die für den Ausgang des Spiels relevant sind, spielt, sucht man solche Neuerungen in Madden NFL 18 vergebens. Der Titel baut voll und ganz auf dem spielerischen Gerüst des Vorgängers auf, verfeinert das Geschehen aber mit besserem Balancing.
Quelle: PC Games
Jukes steuern sich nun viel geschmeidiger. Es ist unglaublich befriedigend mit einem Running Back die Defense auszutanzen.
Die Jukes sind nicht mehr übermächtig, einige Spielzüge wurden entschärft und auch die Defensive von KI-gesteuerten Teams schwankt nicht mehr so stark. Das Spiel fühlt sich dadurch nochmal weitaus realistischer an. Gute Teams mit starken Defenses müssen immer noch klug ausgehebelt werden, lassen sich aber eben auch mit taktischen Anpassungen besser überwinden. Schwächere Teams hingegen lassen sich nicht mehr ganz so viel gefallen und passen sich auch an eure Taktik an.
Zudem merkt man den verschiedenen Mannschaften nun noch deutlicher ihre Spielstile an. Anfänger hören weiterhin auf die Vorschläge des Spiels, wer jedoch in den höheren Schwierigkeitsgraden unterwegs ist, kommt nicht umhin, sich mit dem jeweiligen Playbook eines Teams vertraut zu machen. Anfänger dürfen nun auch den Arcade-Modus aktivieren, wodurch die Spiele deutlich spektakulärer werden. Besonders schön: Das viel zu häufige Blocken bei Extrapunkten und Field Goals wurde drastisch reduziert. Die Blocks sind immer noch möglich, aber nun kommt es wirklich auf absolut perfektes Timing an.
Quelle: PC Games
Bei Pass-Spielzügen dürft ihr euch wie üblich per Schultertaste die Laufwege der Receiver anzeigen lassen. Auch Anfänger haben so eine Chance.
Madden NFL 18 im Test: Frostige Engine
Wie schon FIFA im letzten Jahr, hat nun auch die Madden-Reihe den Umstieg auf die Frostbite-Engine gewagt. Madden NFL 18 sieht nun noch mal einen Tick hübscher aus als die Vorjahresversion und auch die Animationen wirken geschmeidiger. Gerade die Jukes sehen nun einfach herrlich aus. Während die Reihe beim letzten Engine-Wechsel bei Madden 25 arge Probleme mit der Kollisionsphysik hatte, ist diesmal glücklicherweise alles glatt gelaufen. Die Hits und Tackles wirken sogar noch ein wenig wuchtiger und die Art des Kontakts ist weiterhin entscheidend, ob jemand zu Boden geht.
Hier spielen sowohl beim tackelnden Spieler als auch beim "Opfer" Dinge wie Härte, Aufprallwinkel und Schnelligkeit eine Rolle, ob und wie jemand zu Boden geht. Mit dem Umstieg auf die Frostbite-Engine haben sich jedoch auch ein paar Mikro-Ruckler bei Zwischensequenzen und Läufen durch die Mitte eingeschlichen. Zudem wurden auch die bekannten kleineren Clipping-Fehler beibehalten.
Madden NFL 18 im Test: Großes (Sport-)Kino
Quelle: PC Games
Der neue Story-Modus namens Longshot ist wirklich unterhaltsam und setzt mit Mahershala Ali sogar auf prominente Unterstützung aus Hollywood.
Eine große Neuerung hat Madden NFL 18 dennoch. Diese nennt sich Longshot und ist ein Story-Modus vergleichbar mit The Journey aus dem letzten FIFA. Hier übernehmt ihr die Rolle des jungen Quarterbacks Devin Wade, der es nach einem Schicksalsschlag über eine Casting-Show in die NFL schaffen möchte. Die etwa vier Stunden lange Geschichte kommt zwar auch nicht ohne die üblichen Sportfilm-Klischees aus, glänzt aber mit sympathischen Charakteren und einem guten Erzähltempo sowie tollen Gastauftritten von bekannten Schauspielern und Football-Größen. Spielerisch ist die Story recht simpel gehalten und setzt teilweise auf Quicktime-Events, trotzdem ist sie viel unterhaltsamer umgesetzt als FIFAs The Journey, welches gerade im Mittelteil unfassbar viel Leerlauf bot. Devins Geschichte darf im nächsten Teil gerne fortgesetzt werden.
