Luigi's Mansion 3 im Test, Seite 2: Gameplay, Multiplayer, Kritikpunkte, Wertung und mehr

Test Lukas Schmid
Luigi's Mansion 3 im Test, Seite 2: Gameplay, Multiplayer, Kritikpunkte, Wertung und mehr
Quelle: Nintendo

Nachdem er in zwei Spielen bereits mehrere Villen von ihren geisterhaften Bewohnern befreit hat, erwartet den grünen Mario in Luigi's Mansion 3 sein bisher größter Horrortrip: Es gilt, ein ganzes Hotel von allerlei spektralen Unholden zu befreien! Wir haben das Gebäude von unten bis oben und jeden Winkel erforscht und erklären in unserem großen Test plus Testvideo, warum Luigi's Mansion 3 der bisher beste Teil der Serie ist.

Gameplay, das flu(igi)tscht

Unser Staubsauger ist aber nicht nur in Auseinandersetzungen, sondern auch beim Erkunden des Hotels unser Helferlein Nummer eins. Wir können saugen und blasen, seine Düsen nutzen, um einen kleinen Sprung auszuführen, und einen Pümpel samt angehängtem Seil aus ihm abfeuern, der an bestimmten Objekten hängen bleibt und dann in Kombination mit dem Schreckweg zum Herumschleudern diverser Gegenstände genutzt werden kann. Diese Funktion ist auch oft in Kämpfen vonnöten, um etwa Geistern ihre Schilde zu entreißen. An manchen Stellen können wir unseren Sauger sogar an Steckdosen anschließen und dann mit einer Extraportion Power ganze Räume auf einmal wegsaugen!

Fluigi kann jederzeit auf Knopfdruck herbeigerufen und optional von einem zweiten Spieler kontrolliert werden. Der Koop bringt wenige Vorteile, macht aber Spaß. Quelle: PC Games Fluigi kann jederzeit auf Knopfdruck herbeigerufen und optional von einem zweiten Spieler kontrolliert werden. Der Koop bringt wenige Vorteile, macht aber Spaß. Weiterhin können wir mit unserer Leuchte einen hellen Lichtschein abgeben, der etwa bestimmte Schalter aktiviert und mit einer weiteren, speziellen Taschenlampe unsichtbare Gegenstände sichtbar machen. All unsere Fähigkeiten in Kombination werden für kreative Rätsel genutzt, manchmal solche, die zum Vorankommen notwendig sind, manchmal im Rahmen optionaler Aufgaben. Da gilt es dann, über 100 Juwelen, Verstecke mit besonders viel Geld und ab einem bestimmten Zeitpunkt Buu Huus ausfindig zu machen. Stets mit offenen Augen durch die Gegend zu gehen, ist unabdingbar, vor allem, da sehr oft alleine durch die Umgebung schon Hinweise auf das richtige Vorgehen gegeben werden. Oft genug ist für die Lösung die vielleicht größte spielerische Innovation des Abenteuers vonnöten: Fluigi!

Die verschiedenen Räume des Hotels wirken wie hübsche Dioramen und glänzen zudem mit teilweise wunderschönen Effekten. Quelle: PC Games Die verschiedenen Räume des Hotels wirken wie hübsche Dioramen und glänzen zudem mit teilweise wunderschönen Effekten. Der kam bereits im Remake des ersten Luigi's Mansion für den 3DS zum Einsatz, war dort aber nicht mehr als ein Anhängsel, um den Koop-Modus zu ermöglichen. Im neuen Horrortrip kommt Luigis aus grünem Glibber bestehender Kopie deutlich mehr Bedeutung zu. Weiterhin ermöglicht sie es, das komplette Spiel zu zweit zu erleben. Das macht Laune, auf jeden Fall mehr als die kompetitiven Multiplayermodi (siehe Exkurs am Ende des Artikels). Einen großen Vorteil bringt der Koop aber nicht mit sich - Luigi's Mansion 3 ist so oder so eine ziemlich einfache Angelegenheit. Aber auch alleine können wir Fluigi jederzeit an unsere Seite rufen. Er kann durch Gitter hindurchgehen, durch Röhren rutschen und mehr und es ist sogar möglich, Luigi und Fluigi gleichzeitig an verschiedenen Stellen zu positionieren, um etwa zwei Schalter auf einmal zu betätigen. Fluigis Fähigkeiten werden wirklich ständig genutzt, ohne dass sich das Feature nervig oder aufgesetzt anfühlen würde. Schön!

Hochqualitative Horrorshow

Allerdings, so viel Spaß all das auch macht und so kreativ manche Aufgabenstellungen auch sind, stellt sich manchmal doch ein Déjà-vu-Gefühl ein. Das erste Luigi's Mansion war spielerisch im Grunde sehr dünn, was angesichts der sehr kurzen Spielzeit aber nicht ins Gewicht fiel. Luigi's Mansion 3 hat bezüglich des Gameplays viel mehr zu bieten, schlussendlich läuft aber alles auf herumlaufen und Zeug einsaugen hinaus. Dadurch ergibt sich irgendwann wohl oder übel eine gewisse Routine, gerade angesichts der sehr langen Spielzeit von etwa 15 bis 20 Stunden - je nachdem, wie gründlich man beim Erforschen ist.

Wer sich gut umsieht, verfügt am Ende der Geschichte über Massen an Reichtümern in Form von Gold, Münzen und Geldscheinen. Quelle: PC Games Wer sich gut umsieht, verfügt am Ende der Geschichte über Massen an Reichtümern in Form von Gold, Münzen und Geldscheinen. Es hilft auch nicht, dass diese beeindruckende Spielzeit an einigen Punkten durch nur mäßig spaßige Sammelquests erreicht wird, die uns noch einmal in bereits besuchte Gebiete zurückführen, ohne dass sich dort abseits einiger neu platzierter Kämpfe und kleiner Anpassungen viel verändert hätte. Und zu guter Letzt haben wir so unsere Probleme mit der Steuerung unseres Protagonisten. Prinzipiell lässt er sich präzise kontrollieren, allerdings ist die Controllerbelegung relativ überladen und der Einsatz der Düsterlampe etwa, mit der wir unsichtbare Objekte sichtbar machen, verkommt zur Fingergymnastik. Ebenso nervt es, dass wir für die Übersichtskarte jedes Mal ins Menü gehen und sie dort auswählen müssen, während der dafür prädestinierte Minus-Button völlig ungenutzt bleibt.

Und Leute, die mit invertierter Kamera spielen, haben Pech - Schreckweg und Taschenlampe lassen sich nur mit normaler Kamerasteuerung bewegen, ohne Möglichkeit zur Anpassung. Die optionale Gyro-Kon­trolle ist da nur ein schwacher Trost. Schlussendlich sind das aber alles verschmerzbare Fehler, die durch das meist sehr abwechslungsreiche Gameplay, die gelungene Atmosphäre, den tollen Humor und prinzipiell einfach den gewaltigen Spielspaß mehr als nur ausgeglichen werden. Luigi's Mansion 3 ist der bisher beste Teil der Serie und ein absolutes Switch-Highlight im an Highlights nicht armen Jahr 2019.


Exkurs: Gruppenhorror abseits des Hotels - der Mehrspielermodus

In Luigi's Mansion 3 darf nicht nur allein und im Koop gegruselt werden, neben der Kampagne stehen auch diverse separate Mehrspielermodi zur Verfügung. Wir stellen sie vor.

Der Modus „Wirrwarrturm“ bietet eine Art Hordenmodus. Es gilt, auf verschiedenen Turmetagen Aufgaben wie Geister fangen oder Toads retten zu absolvieren. Quelle: PC Games Im Minispiel „Kanonade“ müssen wir eine Kanone laden und anschließend Zielscheiben treffen. Geister, welche die Kugeln stehlen, sorgen dabei für Chaos. Quelle: PC Games

Kooperativ darf man in Luigi's Mansion 3 sowieso jederzeit ran, wenn auch nur lokal - Fluigi macht's möglich. Aber auch abseits der Kampagne wartet der Gruseltrip mit Mehrspieleroptionen auf. Ebenfalls nur lokal verfügbar, also mit anderen Teilnehmern im selben Raum, ist der sogenannte Polterpark. Hinter diesem Namen verstecken sich drei kompetitive Minispiele für bis zu acht Teilnehmer. In denen gilt es, Geister für Punkte einzusaugen, Mit Kanonenkugeln auf Zielscheiben zu feuern und mithilfe eines Schwimmreifens in einem Pool Münzen einzusammeln und Minen auszuweichen. Nett, aber belanglos - mehr als ein paar Runden lang wird der Polterpark wohl nur die wenigsten Spieler beschäftigen. Deutlich mehr Fleisch steckt im Wirrwarrturm, ebenfalls für acht Teilnehmer und auch online spielbar. Hier treffen wir in verschiedenen Stockwerken des titelgebenden Turms aufeinander und müssen diverse Aufgaben lösen. Dann gilt es etwa, Geister zu fangen oder Toads zu retten. Eine nette Idee, vor allem, da man einerseits zusammenarbeitet, andererseits aber auch jeder der beste Ghostbuster sein will. Trotzdem ist der Wirrwarrturm nichts, mit dem man sich allzu lange beschäftigen dürfte, dafür ist das Gameplay zu belanglos. Wegen der Mehrspielermodi sollte sich also niemand Luigi's Mansion 3 zulegen. Als netter Bonus taugen sie aber trotzdem allemal.


Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Luigi's Mansion 3 (NSW)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Extrem abwechslungsreiche LevelgestaltungWundervoller HumorFluigi als sinnvolle Gameplay-ErgänzungSimpler, gut funktionierender Koop-ModusSpaßige AufgabenstellungenBrillante AnimationenSehr gelungene GrafikAtmosphärischer SoundTolle BosskämpfeKnifflig versteckte SammelgegenständeSehr lange Spielzeit
Einige nervige FetchquestsAuf Dauer etwas repetitiver Gameplay-LoopDurch Ansicht manchmal fehlende ÜbersichtÜberladene und nicht ideale Gamepad-BelegungBelangloser MultiplayerRelativ einfach
Fazit

Luigi’s Mansion 3 behauptet sich mühelos als der bisher beste Teil der humorvollen Horrorreihe.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Luigi's Mansion 3 im Test, Seite 1: Story, Atmosphäre, Humor, Weltgestaltung und mehr
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