Luigi's Mansion 2 HD begeistert auch nach elf Jahren - Leider ohne geistreiche Neuerungen

Test Christian Neumann Stefan Wilhelm
Luigi's Mansion 2 HD begeistert auch nach elf Jahren - Leider ohne geistreiche Neuerungen
Quelle: Nintendo

Dann kann Luigi ungestört drauflossaugen. Den übrigen Gespenstern weicht ihr dann noch aus, indem ihr euch mit dem linken Stick schneller von den Geistern ziehen lasst oder sie stärker an euch zieht.

Der Sonderling der Spielereihe

Aber auch ohne große Veränderungen ist Luigi's Mansion 2 ein klasse Spiel. Verglichen mit den anderen beiden Teilen fällt sofort der Missionscharakter auf. Ihr streift nämlich nicht am Stück durch eine Villa, sondern startet aus Professor I. Gidds Labor in die verschiedenen Levels.

Im Grunde erkundet ihr zwar auch schrittweise die einzelnen Gruselhäuser, allerdings holt euch der Professor nach 10 bis 20 Minuten wieder aus dem Level und lässt euch nach kurzem Dialog ins nächste starten. Jede Villa im Spiel ist nach einem anderen Thema designt.

Luigi kommt bei allen Geistern und der Kälte ordentlich ins Zittern. Quelle: Nintendo Die Gruselvilla erinnert an die aus Luigi's Mansion 1, später schlagt ihr euch durch ein eingeschneites Bergwerk und eine alte Uhrenfabrik. An sich machen die verschiedenen Spukhäuser das Spiel abwechslungsreich, die Kürze der einzelnen Level verhindert aber, dass sich die charmante Gruselatmosphäre dauerhaft entfalten kann.

Schreiende Pilzköpfe und Polterpinscher

Gemeinsam mit Luigi löst ihr verschiedene Rätsel, die sich immer in das Gimmick der Villa einfügen. Mal tüftelt ihr an einem Uhrwerk, um eine Tür zu öffnen, ein anderes Mal pustet ihr mit dem Staubsauger einen Ballon auf und fliegt so in die nächste Etage.

An sich könnten die Rätsel euch auch das ein oder andere Mal zum Grübeln bringen. Allerdings ruft Professor I. Gidd jedes Mal an, wenn irgendwas im Spiel passiert, und kommentiert es. Diese Anrufe reißen euch leider immer wieder aus der schönen Spielatmosphäre.

Luigi fliegt an einem Ballon durch eine Rätselpassage. Quelle: Nintendo Etwas zu häufig seid ihr auf der Suche nach Schlüsseln für verschlossene Türen oder müsst einen versteckten Gegenstand mit der Düsterlampe im Raum finden. Wenn ihr zum dritten Mal den zugegeben wirklich knuffigen Polterpinscher verfolgt oder einen ängstlichen Toad eskortieren müsst, macht sich doch der Wunsch nach etwas Abwechslung breit.

Manche Levels wirken so trotz des grundsätzlich guten Designs repetitiv und gestreckt. Immerhin fügen sich die heiser schreienden Pilzköpfe oft nett in die Rätsel ein. Einen Toad mit dem Staubsauger durch einen ganzen Raum zu schleudern, ist vermutlich für viele Spieler ein lang ersehnter Wunsch.

Bunte Geister und blasse Bosse

Charmant designt sind auch die verschiedenen Geister im Spiel. Jede der bunten Spukgestalten verhält sich im Kampf anders und besitzt ihre eigene fiese Persönlichkeit. Gelegentlich lugen wir durch Risse in der Wand unbemerkt in andere Räume und sehen dann, wie sich die Geister untereinander verhalten.

Durch die verschiedenen Geistertypen sind die Kämpfe teilweise sehr fordernd. Das Spiel führt euch aber langsam an den Schwierigkeitsgrad heran, sodass es sich nie unfair anfühlt. Bis zur Mitte des Spiels treffen wir auch immer wieder neue Gespenster.

Bei den Bossen läuft es genau andersherum. Zu Beginn wirken die neben den charmant designten normalen Gegnern etwas charakterlos. Zum Ende des Spiels werden die Bosse aber kreativer und verlangen euch das ein oder andere Mal mehr als nur einen Versuch ab. Generell werden in Luigi's Mansion 2 leider viele Geister zu oft wiederverwendet.

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