DVD-Review: Lucas, der Ameisenschreck

Test Simone Neus

Für das Animationsabenteuer von Drehbuchautor und Regisseur John A. Davis ("Jimmy Neutron") stand Tom Hanks als Produzent Pate

Von links nach rechts: Mommo Nickle, Fred Nickle, Lucas Nickle, Doreen Nickle und Tiffany Nickle Von links nach rechts: Mommo Nickle, Fred Nickle, Lucas Nickle, Doreen Nickle und Tiffany Nickle Der Film basiert auf der Bilderbuchvorlage "The Ant Bully" des US-amerikanischen Autors John Nickle aus dem Jahr 1999. Im Mittelpunkt der um einige Einfälle erweiterten Geschichte steht der schmächtige, zehnjährige Lucas. Er ist mit seiner Familie gerade in eine neue Gegend gezogen, hat dort noch keine Freunde gefunden und muss sich von einem gleichaltrigen Grobian aus der Nachbarschaft allerlei fiese Späße gefallen lassen.

Seinen angestauten Frust lässt Lucas mit Vorliebe an den noch Schwächeren aus: Die Bewohner einer Ameisenkolonie im Garten seiner Eltern können davon ein Liedchen singen. Mal zertrampelt er sie mit den Füßen, dann überflutet er ihren Bau mit einem Wasserschlauch oder röstet die wehrlosen Krabbler gar mit dem Brennglas.

Immer auf die Kleinen

Die malträtierten Tierchen beauftragen ihren Zauberer Zoc (Stimme: Hans-Georg Panczak) mit der Herstellung einer magischen Substanz, die den "Zerstörer", wie Lucas im Reich der Insekten genannt wird, auf die Größe einer Ameise schrumpft. Das Experiment gelingt und im Handumdrehen findet sich der Junge im Ameisenbau vor Gericht wieder. Die Königin verdonnert ihn zu Zwangsarbeit in der Kolonie. Als Arbeiter soll er unter den Augen des gutmütigen Kindermädchens Hova (Barbara Schöneberger) dem Nachwuchs bei der Futtersuche helfen und die Nöte und Sorgen des Insektenstaates kennen lernen.

Hand in Hand

Das Leben in der Kolonie birgt täglich Gefahren Das Leben in der Kolonie birgt täglich Gefahren Im Bonusmaterial der DVD sollte man die witzigen Kurzfilme sowie die zusätzlichen Szenen nicht versäumen. Die Idee zu dieser filmischen Lektion in Sachen soziale Kompetenz hatte übrigens "Oscar"-Preisträger Tom Hanks, der den Film mitproduzierte. Unter welchen amüsanten Umständen sich Filmemacher John A. Davis und Hanks begegneten, zeigt das mit "In der Kolonie" betitelte Making of. Das Special beleuchtet außerdem die Bereiche "Aufnahmen im Tonstudio", "Storyboard", "Modeling & Layout" sowie "Lightning & Review". Zu sehen sind u.a. Hollywood-Superstars wie Nicolas Cage, Bruce Campbell, Meryl Streep und Julia Roberts, die den Figuren im Original ihre Stimmen liehen.

Für die deutschsprachige Version suchten die Verantwortlichen ausnahmsweise mal nicht krampfhaft nach temporär angesagten TV-Lieblingen. Sie beschränkten sich auf Barbara Schöneberger ("Blondes Gift") als Promi-Sprecherin und überließen den Job ansonsten den Profis.

Fazit

Film-Check: Gemeinsam sind wir stark: Der mitunter mit erhobenem Zeigefinger seine Moral von Zusammenhalt und Umweltbewusstsein vermittelnde Animationsfilm birgt die genreübliche Mischung aus Unterhaltung und Belehrung und hält sein jugendliches Zielpublikum einigermaßen bei Laune.
Technisch beachtlich, reicht das Ameisenspektakel in Sachen Wortwitz nicht an erfolgreiche Genre-Kollegen heran. Die Charaktere erinnern immer wieder an Figuren aus "Antz". Für Erwachsene hat der Streifen bis auf einige wenige makabere Einlagen und die obligatorischen ironischen Seitenhiebe auf diverse Block- buster nicht viel zu bieten. DVD-Fazit: Dank ihres leuchtend bunten, sauberen Bildes und der ihr Potenzial nutzenden 5.1-Abmischung muss sich die Disc nicht verstecken. Die Extras sind kurzweilig, mit etwas Fleiß hätte sich hier aber noch mehr zusammentragen lassen.

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