Lost Judgment: Nachfolger zum Detektivspiel-Hit der Yakuza-Macher angekündigt
Special 35,99 €
2019 gehörte Judgment, der Detektiv-Thriller der Yakuza-Macher Ryu Ga Gotoku, zu den besten Spielen des Jahres, sodass es kaum verwunderlich ist, dass Protagonist Takayuki Yagami erneut auf Verbrecherjagd gehen darf. Der Nachfolger Lost Judgment wurde nun von Sega offiziell angekündigt und soll weltweit zeitgleich erscheinen - ein Novum für die Spiele von RGG. Wir haben erste Infos sowie ein Ankündigungsvideo zum Spiel, in dem auch PCG-Redakteur Chris zu sehen ist.
Im Sommer 2019 (in Japan bereits Ende 2018) erschien bei uns Judgment. Das Spiel der Yakuza-Macher Ryu Ga Gotoku verband die Brawler-Action der Yakuza-Reihe mit spaßigem Detektiv-Gameplay. So musste Protagonist Takayuki Yagami beispielsweise Zielpersonen beschatten, Fotos schießen, Zeugen befragen und Hinweise richtig zusammensetzen. Obendrein überzeugte der Titel mit interessanten Charakteren und einer spannenden, wendungsreichen Story. In unserem Test zu Judgment sahnte der Thriller deshalb eine Wertung von 9/10 sowie einen Story-Award ab.
Es war also nur eine Frage der Zeit, bis RGG und Sega einen Nachfolger ankündigen, und nun ist es auch endlich soweit. Der Titel wird Lost Judgment (jetzt kaufen / 35,99 € ) heißen und wird für PS5, PS4, Xbox Series X/S und Xbox One am 24. September diesen Jahres erscheinen. Zudem verkündete Sega, dass Lost Judgment der erste Titel von Ryu Ga Gotoku sein wird, der direkt einen globalen Launch erhält. Das Spiel wird also weltweit zeitgleich erscheinen und nicht zunächst nur in Japan, wie es bei Judgment sowie sämtlichen Titeln der Yakuza-Reihe der Fall war.
Lost Judgment in der Vorschau
Selbstjustiz oder Gerechtigkeit?
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (30)
Zudem gab Sega bereits Informationen zu Story und Gameplay von Lost Judgment preis. Erneut schlüpft man in die Rolle des Privatdetektivs Takayuki Yagami, doch die Geschichte beginnt mit der bereits aus dem Vorgänger bekannten Saori aus der Anwaltskanzlei Genda. Vor Gericht verteidigt Saori den Polizisten Akihiro Eharo, der angeklagt ist, eine Frau in der U-Bahn begrapscht zu haben. Ein ziemlich auswegloser Fall, denn Handyaufnahmen aus der Bahn werden in den Medien gezeigt, die eindeutig belegen, dass Ehara vom Tatort zu flüchten versuchte.
Demzufolge wird er auch schuldig gesprochen, doch bei der Urteilsverkündung erhebt sich Ehara und fragt, ob sie schon die Leiche in Ijincho, Yokohama, gefunden haben. Ehara nennt die Identität des Opfers und sagt, dass es verdient habe zu sterben, da es für den Selbstmord von Eharas Sohn verantwortlich sei. Nach einer Überprüfung stellt sich heraus, dass Eharas Aussagen zu Identität und Fundort der Leiche stimmen. Es wird angenommen, dass auch hier Ehara der Täter ist, allerdings ist das Opfer wohl genau zu der Zeit gestorben, in der Ehara die Frau begrapscht haben soll.
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (31)
Um das Rätsel um Ehara zu lösen, kontaktiert Saori nun Yagami, der Nachforschungen anstellen soll. Wie der Zufall so will, befindet sich der Privatschnüffler auch gerade in Ijincho, wo er an einer Schule in einem Mobbing-Fall ermittelt. Schnell wird klar, dass jemand sein Unwesen treibt, der Gerechtigkeit in die eigenen Hände nehmen möchte, und dem dabei jedes Mittel recht ist. Zudem gerät Yagami zwischen die Fronten von verbrecherischen Gangs, High-School-Cliquen, der Staatsanwaltschaft und einer weiteren Behörde. Je tiefer Yagami gräbt, desto mehr Opfer tauchen auf und Yagami muss sich irgendwann selbst zwischen Recht und Gerechtigkeit entscheiden.
Die Schulbank drücken
Wie sich aus dem Story-Auftakt bereist erahnen lässst, wird man diesmal nicht nur im Kamurocho-Bezirk in Tokio unterwegs sein, sondern auch in Ijincho in Yokohama, wo bereits Yakuza: Like A Dragon spielte. Ja, Ryu Ga Gotoku recycelt gerne die Schauplätze seiner Spiele, doch man kann dem Studio nun wirklich nicht vorwerfen, dass sie nicht trotzdem für Abwechslung sorgen. So können wir sowohl in Kamurocho als auch in Ijincho mit neuen Geschäften, Aktivitäten und Minispielen rechnen.
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (27)
Zudem ist der Campus der Highschool in Ijincho ein eigener größerer Bereich, wo es ebenfalls neue Aktivitäten geben soll. Irgendwie scheint die Schule mit dem Hauptfall verstrickt zu sein, sodass Yagami dort undercover Nachforschungen anstellen muss. Laut der Entwickler soll es dort viele Nebenaktivitäten geben. Im Ankündigungsvideo sahen wir bereits, wie Yagami am Tanzunterricht teilnahm, in einem Boxring eine Sparrings-Session abhielt und sogar bei einer Art Roboterkampf mitmischte. Angeblich soll die Schule so viele optionale Sidequests bieten, dass sie zusammengenommen mindestens so großen Umfang bieten wie die Hauptstory. Es gibt also viel zu tun.
Ryu Ga Gotoko bleibt also seiner Linie treu: Die Haupt-Story wird ernst und düster, abseits der großen Quest warten jedoch Spaß, Albernheiten und herrlicher Unsinn auf uns. Richtig cool ist zudem, dass nun wohl auch das Skateboardfahren eine größere Rolle spielen wird. Bereits in Judgment durfte man in ein paar Szenen auf ein Rollbrett steigen, nun wurde das jedoch weiter ausgebaut. Im Reveal-Video sieht man beispielsweise wie Yagami durch die Stadt geht, sich dann einfach ein Skateboard schnappt und losrollt.
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (26)
Das ist natürlich schon ne ganze Spur lässiger als einfach zu laufen. Doch das Board dient offenbar nicht nur als Fortbewegungsmittel, denn an anderer Stelle sieht man tatsächlich, wie Yagami auf Rampen ein paar Tricks vollführt. Nun, wir gehen mal nicht davon aus, dass Lost Judgment so ein großes Move-Repertoire wie Tony Hawk's Pro Skater 1 + 2 bieten wird, aber da Minispiele wie Golf oder Baseball in Judgment oder der Yakuza-Reihe immer spaßig umgesetzt waren, freuen wir uns hier auf eine weitere unterhaltsame Auflockerung des sonstigen Prügel- und Detektiv-Gameplays.
Neue Möglichkeiten
Spielerisch setzt Lost Judgment natürlich auf die Tugenden des Vorgängers: Schnelle, spaßige Prügeleien und Detektiv-Gameplay. Allerdings wurden beide Mechaniken aufgemöbelt. Die Spurensuche soll nun etwas actionreicher sein, denn Yagami bekommt ein paar Parcours-Fähigkeiten spendiert. In den Kämpfen des Vorgängers zeigte der Schnüffler schon, wie beweglich er ist und nun darf er dies auch bei der Jagd nach Hinweisen einsetzen. So klettert Yagami beispielsweise an Häuserfassaden herum oder er schwingt sich an Rohren auf sonst unerreichbare Plätze.
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (3)
Laut RGG wird die Parcours-Mechanik vor allem dazu genutzt, Verfolgungs- und Abhör-Missionen freier und abwechslungsreicher zu gestalten. Diese Abschnitte machten im Vorgänger zwar bereits Spaß, liefen allerdings auch immer ziemlich gleich ab: Hinter der Zielperson herlaufen, unauffällig bleiben und ab und zu hinter Objekten in Deckung gehen. Von daher ist das neue eingeführte Gameplay-Element sehr zu begrüßen. Mal ganz davon abgesehen, dass man so eben auch in Bereiche kommt, die im Vorgänger oder den Yakuza-Titeln nicht zugänglich waren.
Außerdem bekommt Yagami im Verlaufe des Abenteuers immer mehr Gadgets von seinem ebenfalls bereits aus Judgment bekannten Hacker-Freund Tsukomo. So kann Yagami nun beispielsweise eine spezielle App benutzen, die ihm sagt, wo in der Stadt gerade Verbrechen gemeldet werden, oder einen Spürhund rufen, der ihm hilft einer Fährte zu folgen. Das ist für Hundefreunde natürlich eine Wohltat, schließlich standen beim Vorgänger immer nur Katzen Fokus.
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (4)
Besonders interessant ist zudem, dass man nun in vielen Missionen auch schleichend vorgehen und Feinde unbemerkt ausschalten kann. Im Reveal-Video sieht man sehr schön, wie sich Yagami durch ein Gebäude schleicht und Gegner sogar mit geworfenen Gegenständen ablenken kann, um heimlich an ihnen vorbeizukommen, ohne sie auszuknocken. Im Vorgänger oder der Yakuza-Reihe war dies nie möglich. So bekommt das Gameplay noch mehr Varianz und es passt natürlich auch besser zum Protagonisten, der ja - im Gegensatz zu aggressiven (Ex-)Yakuza - eigentlich lieber Konflikte vermeiden möchte.
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (13)
Der Weg der Schlange
Sollte es trotzdem zum offenen Schlagabtausch kommen, stehen Yagami sowohl die aus Judgment bekannten Stile Tiger und Kranich als auch der neue Schlangenstil zur Verfügung, zwischen denen man auf Knopfdruck hin- und herwechseln kann. Der Tiger-Stil eignet sich mit seinen fokussierten Manövern weiterhin besonders für Kämpfe mit einzelnen stärkeren Gegnern, während man im Kranich-Modus mit schnellen Attacken nicht ganz so kräftig austeilt, dafür aber mit den Angriffen mehr Fieslinge auf einmal erwischt.
Quelle: SEGA
Lost Judgment: Detektivspiel der Yakuza-Macher erhält Nachfolger ( (11)
Der Schlangen-Stil ist um einiges defensiver als die anderen beiden und fokussiert sich auf Konter. Aktivieren wir den Schlangen-Modus, können wir gegnerische Angriffe so umleiten, dass die Kontrahenten von ihrer eigenen Wucht getroffen werden. Dies wird sich wohl vor allem bei einigen Bossen und Mini-Bossen lohnen und zeigt, dass die Entwickler sich wirklich Gedanken gemacht haben, wie man die Spielmechanik von Judgment verbessern kann.
Der Vorgänger von Lost Judgment war sicherlich nicht bockschwer, aber gerade gegen Ende gab es ein paar nervige Gegner, deren Attacken man weder mit Blocken noch Ausweichen entkommen konnte. Der Schlangen-Stil dürfte also ein gutes Mittel gegen diese Mistkerle sein. Allgemein klingen die spielerischen Ankündigungen allesamt nach sinnvollen Weiterentwicklungen und auch die Story-Prämisse ist erneut spannend. In dieser Vorschau haben wir übrigens das Video zur Ankündigung von Lost Judgment eingebettet. Wer genau hinschaut, wird vielleicht PCG-Redakteur Chris erkennen, der den Entwicklern im Vorfeld ein paar Fragen stellen durfte.
