Lost Ark im Test: So gut kann ein Free2Play-MMORPG sein - Seite 2
Test
Wir klären in unserem Test zu Smilegates MMORPG Lost Ark, ob sich der Titel auch auf dem westlichen Markt behaupten kann.
Anspruchsvolle PvE-Inhalte sind derzeit der größte Schwachpunkt von Lost Ark. Zwar gibt es ziemlich viele PvE-Aktivitäten, beispielsweise einen Modus, in dem man einen Turm erklimmen muss, einen Boss-Rush, Abgrund-Dungeons und Raids, doch insgesamt wirken Tier 1 und Tier 2 eher wie das Tutorial des Spiels. Auch Tier 3 bietet derzeit nicht viele Inhalte, da der interessanteste PvE-Content aus Lost Ark, die sogenannten Legion-Raids, erst mit einem späteren Inhalts-Patch veröffentlicht werden. Viele Spieler aus anderen Regionen fanden erst mit deren Veröffentlichung richtig gefallen an dem MMO, und das ist hier bei uns nicht anders.
Um überhaupt zu den T3-Inhalten zu gelangen, müssen wir wie bereits erwähnt erst einmal unsere Ausrüstung auf die nötige Stufe bringen. Jedes Upgrade hat jedoch eine gewisse Chance, schlichtweg fehlzuschlagen. Hierdurch verlieren wir glücklicherweise nur die dafür eingesetzten Materialien, müssen also einen weiteren Tag Chaosdungeons und Wächter-Raids abschließen. Auf diesem Loop, bestehend aus Materialien Sammeln und Ausrüstung Aufwerten, basiert das gesamte Endgame des MMORPGs. Hier muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, ob er an diesem System Spaß hat oder nicht.
In diesem Artikel
Inhalte noch und nöcher
Neben den Endgame-Inhalten bietet Lost Ark zusätzlich noch einige recht spaßige Nebenaktivitäten. Beispielsweise können wir, ähnlich wie in Guild Wars 2, die verschiedenen Karten komplettieren, und werden etappenweise auch noch mit nützlichen Gegenständen belohnt. Jede Karte behaust verschiedene einzigartige Monster, ein paar Queststränge, besondere Gegenstände, und unter Umständen sogar Welten-Bosse, die es zu besiegen, abzuschließen und einzusammeln gilt.
Quelle: PC Games
Die Welt von Arkesia beherbergt zahlreiche Gegenstände, die es einzusammeln gilt.
Weiterhin gibt es in Lost Ark auch noch zahlreiche Sammelgegenstände. Hier stellen die Mokoko-Samen, von denen über 1000 Stück auf der ganzen Welt verteilt sind, nur den Anfang dar. Beispielsweise sind nämlich auch noch knapp 100 verschiedene Inseln auf der Welt verteilt, die alle eine eigene Geschichte mit dazugehörigen Quests besitzen.
Oft muss man für diese ein Minispiel absolvieren, und wird am Ende dann mit einer Inselmarke belohnt. Die verschiedenen Inseln sind zwar recht spaßig, doch die Art, zu diesen zu gelangen, eher weniger.
Ein Schiff, um sie zu knechten
Quelle: PC Games
Das Segeln mit dem Schiff ist leider einer der Schwachpunkte des Titels.
In Lost Ark ist man nämlich Besitzer eines eigenen Schiffes samt Besatzung. Leider ist das gesamte System rund um das Schiff recht skelettartig. Man bewegt sich wie beim normalen Spielen per Rechtsklick über den Ozean, sammelt vielleicht ein paar Gegenstände ein und passt auf, dass das eigene Schiff nicht während der Fahrt kaputt geht.
Wirklich ansprechend ist die Schiffsfahrt jedoch nicht und die meiste Zeit lässt man das Schiff automatisch an den gewünschten Ort fahren und lenkt sich in der Zwischenzeit mit spaßigeren Dingen ab. Zum Beispiel einem Toilettengang.
Sämtliche Sammelgegenstände in Lost Ark gewähren etappenweise ein paar Gegenstände wie neue Emotes oder auch Fertigkeitspunkt-Tränke. Jeder Sammellustige erhält durch seine Leidenschaft also ein paar Dinge, die seinen Charakter ein kleines bisschen stärker machen. Absolut notwendig sind sie jedoch nicht, was eine ziemlich gute Balance darstellt.
Das eigene Inselparadies
Quelle: PC Games
Auf unserer eigenen kleinen Insel lässt es sich gut leben.
Auch bietet Lost Ark ein Housing-System, auf welches man schon früh im Spiel zugreifen kann. Im Verlauf der Handlung bekommen wir eine eigene Insel geschenkt, die wir ganz nach unseren Wünschen gestalten können. Die meisten wirklich interessanten Gegenstände für unsere Insel befinden sich jedoch im Cash-Shop des Spiels, weswegen wir uns vor allem zu Beginn mit den Standard-Gebäuden zufriedengeben müssen.
Auf unserer Insel können wir zusätzlich noch verschiedene Gegenstände wie Heiltränke herstellen, und ab und an besucht uns auch noch ein Händler, der seltene Gegenstände verkauft. Natürlich können andere Spieler unser Inselparadies besuchen, was vor allem für Gilden einen netten Treffpunkt darstellen sollte.
Das altbekannte Crafting
Quelle: PC Games
Zwischendurch lohnt es sich, an seinen Crafting-Berufen zu arbeiten.
Wie in vielen MMORPGs gibt es übrigens auch in Lost Ark die typischen Sammel- und Herstellungsberufe. So können wir Bäume Fällen, Steine abbauen, Fische angeln und die gewonnenen Materialien weiterverarbeiten. Mit der Zeit schalten wir hierdurch immer mehr Boni frei, wodurch wir zum richtigen Meisterhandwerker werden.
Das Crafting-System ist zwar nicht allzu komplex, doch es stellt dennoch einen ziemlich netten Zeitvertreib dar, wenn man mal keine Lust auf etwaige PvE-Inhalte hat.
Ein Traum für PvP-Spieler
Ziemlich interessant dürfte Lost Ark für alle PvP-Liebhaber sein. Den Kampf Spieler gegen Spieler schaltet man bereits ab Stufe 26 frei, und das System grenzt sich völlig vom Rest Lost Arks ab. Jeder Spieler besitzt hier die gleiche Anzahl an Attributen und Talentpunkten und keine Verbrauchsgegenstände aus dem PvE können benutzt werden.
Wer das Spiel also als reinen PvP-Titel erleben möchte, kann dies reinen Gewissens tun. Lost Ark bietet hier einige verschiedene Modi, eine gewertete Saison ist jedoch nur für den 3-gegen-3-Modus verfügbar.
Free 2 Play gleich Pay 2 Win?
Quelle: PC Games
Für das Komplettieren einer Karte erhalten wir etappenweise nützliche Gegenstände.
Zu guter Letzt sollten wir noch über den Echtgeld-Shop des Spiels sprechen. Schließlich ist Lost Ark ein Free2Play-Titel, der sich über einen Ingame-Shop finanziert. Die meisten Shop-Inhalte sind kosmetischer Natur, so kann man sich ein paar Dekorationen für seine Insel kaufen, sowie Skins, Haus- und Reittiere und mehr.
Weiterhin gibt es noch eine Art Abonnement, das uns kleine Boni gewährt wie reduzierte Reisekosten. Der womögliche Pay2Win-Aspekt von Lost Ark stammt jedoch daher, dass man sein Echtgeld gegen Ingame-Gold eintauschen kann. Das System funktioniert so ähnlich wie die WoW-Marke aus World of Warcraft, oder der Währungstausch aus Guild Wars 2.
In Lost Ark kann man durch Gold dann nützliche Dinge kaufen, etwa die perfekten Edelsteine, oder auch Materialien, um die eigene Ausrüstung zu verbessern. Sämtliche Dinge lassen sich jedoch auch ingame erspielen, man spart sich über den Shop also lediglich ein wenig Zeit.
Im Gegensatz zu Titeln wie World of Warcraft ist Lost Ark auch noch völlig kostenlos, und einen wirklich großen Vorteil kann man sich durch eine gefüllte Brieftasche nicht erkaufen. Pay 2 Win ist immer ein großes Sorgen-Thema bei einem neuen, kostenlosen Spiel, Lost Ark gestaltet seinen Shop im Großen und Ganzen jedoch ziemlich Free2Play-freundlich.
Eine vielversprechende Zukunft
Die angesprochenen Systeme sind nur ein Bruchteil dessen, was Lost Ark so zu bieten hat, und sämtliche Inhalte aufzulisten würde hier definitiv den Rahmen sprengen. Das MMORPG ist ein wirklich großes Spiel, schließlich kann Lost Ark auf knapp vier Jahre an neuen Inhalten zurückblicken, wovon wir die meisten direkt zu Veröffentlichung erleben können.
Lost Ark ist sicherlich kein perfektes Spiel, und an einigen Ecken müssen die Entwickler noch ein wenig schleifen, doch insgesamt gibt es wohl für jede Art MMO-Spieler irgendwas in der Welt von Arkesia zu tun.
Für die Zukunft können wir uns außerdem noch auf spannende Inhalte wie Legion Raids freuen, und die Entwickler arbeiten weiterhin daran, neue interessante Dinge zu implementieren, wie beispielsweise einen reinen PvP-Kontinent. Da Lost Ark auch noch völlig kostenlos ist, gibt es kaum einen Grund, dem Spiel nicht zumindest eine Chance zu geben, wenn es am 11. Februar 2022 offiziell und exklusiv für den PC veröffentlicht wird.
Meinung
Wenn ihr euch jetzt sofort in Lost Ark stürzen wollt, dann helfen euch eventuell unsere Tipps weiter, wie ihr am schnellsten ins Endgame gelangt. Wenn ihr noch mit New World beschäftigt seid, dann könnt ihr nachlesen, was das aktuellste PTR-Update am Spiel verändert hat. Und Final Fantasy 14 ist natürlich auch aktuell wie immer - und treibt manche Spieler zu wahren Höchstleistungen an. Welches der drei MMOs ist euer Favorit? Verratet es uns in den Kommentaren!
