In dem niedlich-gruseligen Horrorspiel Little Nightmares müsst ihr euch euren Kindheitsängsten stellen, sonst könnt ihr nicht entkommen.
Als Kind hat man sich vor allem Möglichen gefürchtet: von gruseligen Menschen erwischt zu werden, eingeschlossen zu werden und sich in der Dunkelheit zu verirren. All diesen Ängsten könnt ihr euch im neuen Horrorspiel der Indie-Entwickler Tarsier Studios stellen. Auf der Gamescom konnten wir Little Nightmares anspielen und erste Eindrücke gewinnen. Das neue Adventure von Bandai Namco wirkte zugleich niedlich und beängstigend.
In der Person des kleinen Mädchens Six geratet ihr in den mysteriösen Schlund. Dieses weitläufige, gruselige Schiff wird von grotesken Monstern bewohnt, die euch am liebsten verspeisen würden. Eure Aufgabe ist es, Six zur Flucht zu verhelfen und aus dem Schlund zu entkommen. Dabei müsst ihr euch nach oben arbeiten und viele Puzzles lösen. Gleichzeitig dürfen euch die gefährlichen Bewohner des Schiffes nicht finden, sonst landet ihr auf der Speisekarte. Zum Glück seid ihr im Vergleich zu eurer Umgebung so klein wie eine Katze und könnt euch unter Tischen oder hinter Schränken verstecken. Verteidigen könnt ihr euch leider nicht. Ihr habt nur ein kleines Feuerzeug, das Licht im Dunkeln spendet, und euer schlaues Köpfchen, um zu entkommen.
Besonderer Grafikstil
Quelle: Bandai Namco
Einsamkeit:
Six muss oft durch dunkle Gänge und bedrohliche Räume huschen, um ihrem Schicksal in dem Schlund zu entkommen. (PC)
Die Umgebung und die Figuren in Little Nightmares sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Die Monster wirken wahrlich bedrohlich mit ihren verzerrten Fratzen, den viel zu langen Armen oder dem schweineartigen Körper. Durch die verschiedenen dunklen Farben und die Finsternis, die aus allen Ecken gekrochen kommt, wird ein Gefühl der Einsamkeit und Bedrohung erzeugt. Auch die leicht schwankenden Räume lassen euch nicht vergessen, dass ihr in den Tiefen eines Schiffes gefangen seid.
Doch trotz der ganzen Dunkelheit und den schaurigen Wesen gibt es immer wieder zauberhafte Momente mit der kleinen Six. Ihr leuchtend gelber Regenmantel sticht aus der tristen Umgebung hervor wie ein Hoffnungsschimmer. Wenn man von lieblicher Spieluhrmusik begleitet wird, fühlt man sich sofort in die frühe Kindheit zurückversetzt. In ihrer misslichen Lage verbindet das Mädchen auf ihrer Reise Traum und Albtraum. Der Soundtrack ist hervorragend gewählt. Mal verstärkt er tief und bedrohlich das Horror-Szenario, mal klimpert die Musik leicht und sorgenfrei durch die verschiedenen Räume.
Einzig das Gameplay bereitet uns noch etwas Sorge. Zwar ließ die Demo auf der Gamescom viel erwarten, aber das Ganze könnte sich vielleicht als eine sich wiederholende Spielweise entpuppen, die schnell langweilig wird. Auch bei den Rätseln ist noch Raum für Verbesserungen: Die bisher gezeigten Denksportaufgaben waren noch recht leicht lösbar.
Entwickler: Tarsier Studios | Hersteller: Bandai Namco
